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Iran Meldungen 02 - ab 1.4.2026

Krieg heisst nun auch "Konfrontationsrunde" (29.1.2026 - Link)

Iran am 13.4.2026: Im Jahr 2025 warn es mindestens 1639 Hinrichtungen:
NGOs: 2025 über 1600 Menschen im Iran hingerichtet
(13.4.2026 - Link)

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino


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Der Iran hat von kriminellen Jesus-Fantasie-Christen die Schnauze gestrichen voll - siehe die Kolonialgeschichte des kriminellen GB im Iran:

12.4.2026: Britische Kolonialgeschichte: Wie BP den Iran ausbeutete
https://tkp.at/2026/04/11/britische-kolonialgeschichte-mit-dem-iran-und-british-petroleum-bp/

Schon 1901 sicherte sich ein britischer Unternehmer die exklusiven Ölförderrechte in Persien. Die Anglo-Persian Oil Company, später Anglo-Iranian Oil Company, wurde zum Goldesel für Großbritannien. Die britische Regierung übernahm 51 Prozent der Anteile, um die Royal Navy mit billigem Öl zu versorgen – während der Iran nur minimale Abgaben erhielt.

1951 verstaatlichte Ministerpräsident Mossadegh das Unternehmen. Die Antwort folgte 1953: Ein von MI6 und CIA organisierter Putsch stürzte ihn. Danach wurde die Firma in British Petroleum (BP) umbenannt und die Ölreserven wieder unter westliche Kontrolle gebracht.

Ein klassisches Kapitel britischer Ressourcenpolitik, das bis heute nachwirkt.


Der Artikel:

von 5,4 Minuten Lesezeit

Der Iran ist für das britisch-amerikanische Seemacht-Imperium nur eine Zwischenstation im Krieg um die Weltherrschaft gegen die großen und verbundenen Kernland-Mächte Russland und China. Dabei ist Chinas „Belt and Road“-Infrastruktur im Visier, für die der Iran eine wesentliche Verbindung zwischen Ost und West bis hin zu Afrika bildet.

Im Jahr 1904 veröffentlichte der britische Gelehrte und Staatsmann Sir Halford Mackinder seine Thesen wie die Briten ihre Macht gegen über dem Kernland behaupten können. Mackinder schlug vor, das die Kernländer mit einem Halbmond aus Krisenherden zu umgeben. Als Mackinder über „so viele Brückenköpfe“ schrieb, die das Kernland umzingeln und ersticken könnten, erwähnte er Frankreich, Italien, Ägypten, Indien und Korea. Doch seitdem wurden wirksamere Brückenköpfe errichtet, und der vielleicht wichtigste davon ist der Staat Israel.

Diese Überlegungen wurden von den Mitgliedern von Alfred Milners Round Table in einem im November 1915 (!) im Manchester Guardian veröffentlichten Artikel bestätigt. Sie erklärten, dass „die gesamte Zukunft des Britischen Empire als Seeimperium“ davon abhänge, dass Palästina zu einem Pufferstaat werde, der „von einem zutiefst patriotischen Volk“ bewohnt werde. Man beachte, dass dies vor dem Zweiten Weltkrieg und sogar vor dem sehr wichtigen Balfour-Memorandum geschah. In Bezug auf dieses Stück Papier erklärte Mackinder Folgendes:

„Die jüdische nationale Heimstätte in Palästina wird eines der wichtigsten Ergebnisse des Krieges sein. Das ist ein Thema, bei dem wir es uns jetzt leisten können, die Wahrheit zu sagen [man beachte, dass es äußerst selten vorkommt, dass die britische imperiale Clique jemals das Gefühl hatte, sie könne es sich leisten, die Wahrheit zu sagen]… Eine nationale Heimstätte im physischen und historischen Zentrum der Welt sollte den Juden dazu bringen, sich ‚einzuordnen‘…“

Der Iran ist dabei einerseits ein Hindernis, das beseitigt werden muss und andererseits hat der Iran sehr sauberes und leicht verarbeitbares Erdöl anzubieten. Gut möglich, dass es nicht fossilen Ursprungs ist, sondern aus der Biophäre heißen Tiefe (Thomas Gold) stammt und dort aus Methan unter hohen Druck und Temperatur zu langkettigen Kohlenwasserstoffen polymerisiert ist.

Aber zurück zur Geopolitik.

Die wichtigsten Ölfelder des Iran konzentrieren sich auf die südwestliche Provinz Khuzestan und den Persischen Golf, wobei wichtige Onshore-Felder wie Ahvaz, Gachsaran und Marun die Produktion dominieren. Rund 90 % der iranischen Rohölexporte werden über die Insel Kharg abgewickelt, den wichtigsten Exportterminal im nördlichen Persischen Golf.

Es ist schwer, die schiere Größe dieses Schatzes zu beziffern. Wäre es den Iranern gestattet worden, dieses Öl auf dem freien Markt zu verkaufen, ohne die lähmenden Sanktionen der USA, Großbritanniens und der EU, wäre das Land extrem reich geworden.

Die Ölfelder waren der Grund, warum Großbritannien und die Sowjetunion 1941 in den Iran einmarschierten – unter dem praktischen Vorwand, dass sie das Öl benötigten, um den Kampf der Roten Armee gegen Deutschland zu finanzieren.

Nach dem Krieg zog sich die Sowjetunion zurück, die Briten bleiben aus mehreren Gründen. Neben der geopolitischen Bedeutung im Kampf gegen das Kernland waren die Ölfelder der Schatz, den die Anglo-Persian Oil Company für sich behalten wollte. Die Geschichte des Unternehmens ist sehr interessant.

  • Ursprung: Gegründet von William Knox D’Arcy, nachdem er sich von Mozaffar al-Din Schah Kadschar, der von 1896 bis 1907 als Schah von Persien regierte, eine 60-jährige Konzession für die exklusiven Ölförderrechte in Persien gesichert hatte.

  • Der britische Kurswechsel: 1914 erwarb die britische Regierung auf Drängen von Winston Churchill einen Anteil von 51 % an dem Unternehmen, um die Treibstoffversorgung der Royal Navy sicherzustellen.

  • Umbenennung: Das Unternehmen änderte 1935 seinen Namen von Anglo-Persian Oil Company in Anglo-Iranian Oil Company (AIOC).

  • Ausbeutung und Spannungen: Die AIOC zahlte dem Iran nur minimale Lizenzgebühren, während sie massive Gewinne einfuhr, was zu erheblichen Spannungen führte. Im Jahr 1950 beispielsweise erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 170 Millionen Pfund, zahlte dem Iran jedoch weniger als 16 Millionen Pfund.

  • Verstaatlichung: 1951 verstaatlichte der demokratisch gewählte iranische Premierminister Muhammad Mossadegh das Unternehmen, was eine schwere Krise auslöste.

  • Putsch und Wandel: Nach einem von der CIA und dem MI6 unterstützten Putsch im Jahr 1953, durch den Mossadegh gestürzt wurde, wurde die AIOC durch ein internationales Konsortium ersetzt, und das Unternehmen wurde 1954 in British Petroleum (BP) umbenannt.

Die anschließende Herrschaft des Schahs, die von Amnesty International als eine Zeit mit „der weltweit höchsten Zahl an Todesurteilen, ohne funktionierende zivile Gerichte und mit einer Geschichte von Folter, die jedes Vorstellungsvermögen übersteigt“ beschrieben wurde, bestärkte die Überzeugung, dass die Vereinigten Staaten darauf abzielten, die Politik und Wirtschaft des Iran zu dominieren.

Die iranischen Ölfelder waren auch die Beute, die der irakische Diktator Saddam Hussein im Visier hatte, als er 1980 mit Milliarden an US-Hilfe, Dual-Use-Technologie und Geheimdienstinformationen für den Irak in den Iran einmarschierte, um sicherzustellen, dass dieser seine militärische Kapazität aufrechterhalten konnte. Der Plan der USA bestand wohl darin, Saddam als Kampfhund einzusetzen und dann mit ihm eine Vereinbarung zu treffen, die Beute zu teilen, falls er den Krieg gegen den Iran gewinnen sollte.

Nachdem Saddam 1988 seine Truppen abgezogen hatte und damit den Krieg faktisch verloren hatte, beklagte er sich bei George H. W. Bush, dass der Irak durch den Krieg finanziell ruiniert sei, und machte benachbarte Ölproduzenten – insbesondere Kuwait – dafür verantwortlich, die Lage durch horizontale Bohrungen in die irakischen Reserven verschlimmert zu haben.

Saddams Beschwerde war der Grund für seine Invasion Kuwaits im Jahr 1990. Zu diesem Zeitpunkt hatte er seine Nützlichkeit für die USA überlebt, und so kehrten die USA, anstatt ihn zu unterstützen, ihre Politik um und überfielen den Irak gleich zweimal und brachten in schließlich um.

Aus dem Krieg der USA gegen den Irak mit dem Schlag zur Enthauptung der Führung, zog der Iran übrigens seine Lehren. Das militärische Kommandosystem wurde dezentralisiert und auf 35 Regionen aufgeteilt. Diese können völlig selbständig nach vordefinierten Einsatzplänen handeln.

Genau das hat ermöglicht, dass bereits eine halbe Stunde nach dem massiven Überraschungsangriff der USA und Israels am 28. Februar bereits ein massiver Gegenschlag folgte.

Die ganze Geschichte, wie Israel zu seiner Rolle kam und wer dahintersteckt, hat Alex Krainer hier nachgezeichnet.




Iran mit täglichen Hinrichtungen am 13.4.2026:
Iran: Zahl der Hinrichtungen auf Höchststand seit 35 Jahren
https://www.nau.ch/news/ausland/iran-zahl-der-hinrichtungen-auf-hochststand-seit-35-jahren-67117023


ebenda:

Iran am 13.4.2026: Im Jahr 2025 warn es mindestens 1639 Hinrichtungen:
NGOs: 2025 über 1600 Menschen im Iran hingerichtet

https://orf.at/stories/3426725/

Im Iran sind im vergangenen Jahr nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mindestens 1.639 Menschen hingerichtet worden. Das sei ein Anstieg von 68 Prozent gegenüber dem Jahr 2024, als die iranischen Behörden 975 Menschen hingerichtet hätten, und die höchste Zahl seit 1989, erklärten Iran Human Rights (IHR) mit Sitz in Norwegen und Together Against the Death Penalty (ECPM) heute.

In ihrem gemeinsamen Jahresbericht führten die Organisationen weiter aus, dass die Zahlen ein „absolutes Minimum“ seien, weil von den meisten Hinrichtungen nicht in offiziellen Medien berichtet werde. Viele Hinrichtungen erfolgten aus politischen Gründen, die meisten seien allerdings nach einer Verurteilung wegen Drogendelikten vollstreckt worden.

Sollte die Islamische Republik „die aktuelle Krise überstehen, besteht die ernsthafte Gefahr, dass Hinrichtungen noch stärker als Instrument der Unterdrückung und Repression eingesetzt werden“, hieß es in dem Jahresbericht weiter. Die Organisationen warnten darüber hinaus, dass „Hunderten inhaftierten Demonstranten“, die im Jänner 2026 gegen die Regierung auf die Straße gegangen waren, weiter die Todesstrafe drohe.




Iran und sein Innenleben am 15.4.2026: Todesstrafe und Gruppenvergewaltigungen werden im Artikel verschwiegen:
Persiens wahres Gesicht — Über gebildete Ayatollahs, geschützte Synagogen und die Freiheit der Frauen: Warum unser Bild der Islamischen Republik eine Täuschung ist.

https://uncutnews.ch/persiens-wahres-gesicht-ueber-gebildete-ayatollahs-geschuetzte-synagogen-und-die-freiheit-der-frauen-warum-unser-bild-der-islamischen-republik-eine-taeuschung-ist/

Als ich mich vor Jahrzehnten auf Geschäftsreise in der Islamischen Republik Iran aufhielt, stellte ich einem hohen Regierungsbeamten die „Gretchenfrage“: Wie hält es der Staat mit seinen Minderheiten? Ohne zu zögern, antwortete er: „Alle Bürger sind gleichberechtigt. Hassrede und Übergriffe gegen Christen, Juden und andere Minderheiten werden nicht toleriert und bestraft.“ Als ich später einen iranischen Juden fragte, ob er sich in der Islamischen Republik sicher fühle, bestätigte er: „Ja, es gibt hier keinen Antisemitismus.“

Tatsächlich ist das Judentum im Iran eine verfassungsrechtlich anerkannte Minderheitenreligion mit geschütztem Status. Historisch gab es im Land dutzende Synagogen. Die einzige Synagoge, die jemals zerstört wurde, war die Rafi-Nia-Synagoge am 7. April 2026 – jedoch nicht durch muslimische Extremisten, sondern durch rücksichtslose israelische Bombenangriffe, die dieses und andere zivile Ziele trafen. Der jüdische Parlamentsvertreter Homayoun Sameh besuchte die Ruine und äußerte sich entsprechend zu dem Vorfall.

Ein bemerkenswertes Beispiel für die Integration der jüdischen Minderheit zeigt sich bei den jährlichen Feierlichkeiten zu Schawuot. Wie Juden weltweit erinnern auch die iranischen Juden an diesem Tag – sieben Wochen nach Pessach – an die Übergabe der Zehn Gebote am Berg Sinai. Da dieses Fest oft in den Zeitraum der nationalen Universitätsprüfungen fällt, zeigt sich der iranische Staat pragmatisch und respektvoll: Die Behörden verschieben die Prüfungstermine offiziell, um sicherzustellen, dass jüdische Studenten ihr religiöses Fest ohne Benachteiligung feiern können.

Die jüdische Gemeinde im Iran umfasst heute etwa 10.000 Menschen. Ein jüdisch-amerikanischer Investigativjournalist besuchte sie im letzten Jahr und dokumentierte ihr Leben in einem ausführlichen Film.

Ethnische Vielfalt und nationale Kohäsion

Die überwiegende Mehrheit der 93 Millionen Iraner – darunter Perser, Aserbaidschaner, Luren, Gilaker und Mazandaraner – sind Zwölfer-Schiiten. Dies trägt maßgeblich zur nationalen Einheit bei. Sunnitische Minderheiten finden sich vor allem unter den Kurden, Belutschen, Turkmenen und Teilen der arabischen Bevölkerung in den Grenzregionen. Während Gruppen wie die Aserbaidschaner – denen auch der verstorbene Ayatollah Khamenei angehörte – fest in den Staat integriert sind, versuchen externe Akteure wie die USA und Israel regelmäßig, Autonomiebestrebungen bei den Kurden und Belutschen zu schüren, was manchmal zu Spannungen führt.

Die Frage nach Israel und dem „Tod den USA“-Slogan

Auf den Vorwurf, der Iran wolle Israel vernichten, entgegnen die Ayatollahs: „Wir lehnen ein System ab, in dem eine Gruppe eine andere diskriminiert, ihr Land raubt und sie vertreibt. Wir sind für einen Staat, in dem Muslime, Christen und Juden gleichberechtigt in Frieden zusammenleben.“

Auch die häufig zitierten Rufe „Tod den USA“ bedürfen einer Kontextualisierung. Früher rief man in den Straßen Irans „Tod der Sowjetunion“ – gemeint war die als anti-iranisch wahrgenommene Führung der UdSSR, nicht deren Bevölkerung. Heute unterhält der Iran gute Beziehungen zu Russland. Laut Ayatollah Khamenei richtet sich der Slogan gegen die Politik der US-Regierung, während dem amerikanischen Volk ausdrücklich wohlwollend begegnet werde.

Atomprogramm und die Fatwa gegen Massenvernichtungswaffen

Strebt der Iran nach der Atombombe? Anfang der 2000er Jahre erließ Ayatollah Khamenei eine formelle religiöse Verfügung (Fatwa), die 2005 vor den Vereinten Nationen bekräftigt wurde: Die Produktion und der Einsatz von Atomwaffen sind nach islamischem Recht verboten (haram). Das Atomabkommen (JCPOA) sollte die friedliche Nutzung garantieren. Während die IAEO dem Iran stets die Einhaltung der Auflagen bescheinigte, hielt der Westen seinen Teil der Vereinbarung – die Aufhebung der strangulierenden Sanktionen – nicht ein.

Gelehrte statt „barbarische Mullahs“

Das Bild des „barbarischen Mullahs“ hält einer genaueren Prüfung kaum stand. Iranische Theologen studieren neben dem Islam auch westliche Philosophien. Sie sind stolz auf die jahrtausendealte persische Zivilisation, in der die islamische Ära nur einen Teilaspekt darstellt.

Ayatollah Ali Khamenei wurde von Wegbegleitern als hochgebildeter Mann beschrieben, der auch fließend Arabisch und Englisch sprach, ein Faible für Weltliteratur wie Victor Hugos Les Misérables hatte und regelmäßig amerikanische Magazine wie Newsweek und Time las.

Die Rolle der Frau

Auch die westliche Sichtweise auf die Unterdrückung der Frauen im Iran hält einer genaueren Prüfung nicht stand. Die Ehefrau des verstorbenen Revolutionsführers Ayatollah Khomeini berichtete, dass ihr Mann sie in 60 Jahren Ehe nicht ein einziges Mal angewiesen habe, eine Hausarbeit für ihn zu erledigen, nicht einmal, ihm ein Glas Wasser zu bringen – er betrachtete Hausarbeit als ihre freie Entscheidung, nicht als Pflicht.

Sein Nachfolger Khamenei betonte stets, dass der Islam der Frau eine einzigartige Würde und zentrale Rolle in der Gesellschaft zuschreibe, als direkten Gegenentwurf zur westlichen „Warengesellschaft“, in der Frauen oft zum Objekt degradiert würden.

Der Status der Frauen im Iran hat sich seit der Revolution 1979 deutlich verändert– eine Realität, die in westlichen Medien systematisch falsch dargestellt und unterberichtet wird, oft absichtlich.

Heute bewegen sich in den großen Städten – besonders auf den lebendigen Straßen Teherans – viele Frauen, insbesondere aus der jüngeren Generation, frei in der Öffentlichkeit ohne Hidschab: auf Gehwegen, in Cafés, Parks und im Rhythmus des Alltags. Was einst als kühner Akt des Widerstands galt, ist unter der Jugend zunehmend normal und unauffällig geworden.

Diese Entwicklung urbaner sozialer Normen ist für jeden Besucher unübersehbar. Das Nachtleben blüht: Frauen tragen häufig stilvolle, figurbetonte Outfits in Cafés, Partys und Veranstaltungen. Religiöse Minderheiten, insbesondere die christlichen Gemeinden Irans (wie Armenier), produzieren und genießen Alkohol privat oder in Orten wie dem ikonischen Armenian Club in Teheran, bekannt für hausgemachten Wein und Wodka.

Iranerinnen in Teheran, mit oder ohne Hidschab, von denen eine in der Öffentlichkeit eine Zigarette raucht. (Screenshot aus einem mit einem Mobiltelefon aufgenommenen Video; Felix Abt)

Unter Frauen unter 24 Jahren liegt die Alphabetisierungsrate bei fast 100 % (rund 99 % nach jüngsten Daten); Frauen dominieren die Universitätszugänge (63 % der Anmeldungen bei der ‚Konkur‘-Nationalprüfung 2025).

Frauen fahren seit Jahrzehnten Auto, und jüngste Reformen haben Freiheiten erweitert: Seit Anfang 2026 können Frauen offiziell Motorradführerscheine erwerben (lange bestehende rechtliche Unklarheiten beseitigt), und sie besuchen seit Langem Fußballspiele in Stadien zusammen mit Männern.

Mythos totale Unterdrückung: Wie frei ist der Diskurs im Iran?

Ein gängiges Narrativ in westlichen Medien ist das Bild eines hermetisch abgeriegelten Polizeistaats, in dem jedes kritische Wort sofort zur Verhaftung führt. Doch Stimmen direkt aus dem Land, wie die von Professor Seyed Mohammad Marandi von der Universität Teheran, zeichnen ein anderes Bild. Im März 2026 erklärte Marandi in der amerikanischen Jimmy Dore Show, dass politische Kritik im iranischen Alltag allgegenwärtig sei – ob in Taxis, Bussen, der Metro oder offen auf der Straße.

Marandi berichtete aus seiner über 22-jährigen Lehrerfahrung an der Universität: Ein Student bezeichnete das System in einer Vorlesung provokant als das „schlimmste der Welt“, sogar schlimmer als Nordkorea. Marandis Reaktion war humorvoll: „Und Sie sind immer noch hier?“, scherzte er, ohne dass der Student jemals mit Konsequenzen, Verwarnungen oder einer Verhaftung rechnen musste.

Ein Vergleich der Doppelmoral: Iran vs. Golfmonarchien

Im regionalen Vergleich schneidet der Iran in puncto politischer Teilhabe viel besser ab als die westlich verbündeten Golfmonarchien wie Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate. Diese Staaten sind absolute Familiendiktaturen ohne nationale Wahlen und mit einer Null-Toleranz-Politik gegenüber jeglichem Dissens. Während dort bereits milde Kritik drakonische Strafen nach sich zieht, wird dies im Westen geopolitisch weitgehend ignoriert. Marandi wirft dem Westen hier eine gezielte Heuchelei vor: Die Dämonisierung des Iran diene dazu, Sanktionen und militärische Aggressionen moralisch zu rechtfertigen, während weitaus repressivere Verbündete geschont werden.

Die gefährliche Unkenntnis des Westens

Jahrzehntelange Propaganda hat im Westen eine Karikatur des Irans geschaffen, die sich nun als strategischer Nachteil für Israel und die USA erweist. Basierend auf Berichten der New York Times und der Times of Israel glaubten Premierminister Netanjahu und die Führung des Mossad fälschlicherweise, der Iran sei ein „Kartenhaus“, das beim kleinsten äußeren Druck in sich zusammenbrechen würde. Mit dieser Überzeugung überredeten sie Präsident Trump, gemeinsam mit ihnen einen Krieg gegen den Iran zu beginnen.

Gleichzeitig erwarteten sie einen massiven Volksaufstand im Land – doch dieser blieb aus. Die aus dem Ausland befeuerten Unruhen verliefen im Sande. Die Times of Israel titelte: „Netanjahu äußerte sich frustriert darüber, dass das Versprechen des Mossad, einen Aufstand im Iran anzuzetteln, nicht eingehalten wurde“. Der Grund: Die Iraner begreifen die wirtschaftlichen und militärischen Angriffe gegen ihr Land als existenziellen Überlebenskampf.

Ein anschauliches Beispiel dafür, wie wenig der Westen Irans Strategie verstand, war die Erklärung von Präsident Trump, die Vereinigten Staaten hätten die gesamte iranische Luftwaffe zerstört. Das Weiße Haus und das Pentagon schienen nicht zu wissen, dass Iran bereits vor mehr als zwei Jahrzehnten aus dem schnellen „Blitzkrieg“-Sieg Amerikas gegen den Irak eine klare Lehre gezogen hatte. Teheran kam zu dem Schluss, dass es ein Fehler sei, in eine teure, konventionelle Luftwaffe zu investieren – eine, die sich letztlich als verwundbar und wirkungslos erweisen würde.

Stattdessen schwenkte Iran auf asymmetrische Kriegsführung um. Es konzentrierte sich auf den Aufbau großer Drohnen- und Raketenflotten, die in unterirdischen Fabriken hergestellt und in ausgedehnten Tunnelnetzwerken gelagert wurden. Diese Netzwerke erstrecken sich über Kilometer und liegen Hunderte von Metern unter der Oberfläche. Die Systeme konnten tief unter der Erde per Bahn verlegt und aus gehärteten Silos gestartet werden.

Gleichzeitig wurden im ganzen Land tausende täuschend echt wirkende Attrappen aus China verteilt, ausgestattet mit Wärmequellen, die reale Signaturen nachahmen. Sie wirken derart überzeugend, dass Bomben und Raketen sie als echte Ziele erfassen – ein bewusst eingesetztes Mittel, um Angreifer zu verwirren und ihre Attacken ins Leere laufen zu lassen. Die Angreifer werten die zerstörten Attrappen anschließend fälschlicherweise als militärischen Erfolg.

Irans Gegner, die davon ausgegangen waren, sie könnten die Islamische Republik innerhalb weniger Tage oder höchstens Wochen überwältigen, wurden völlig überrascht. Teheran reagierte schnell und entschlossen: Es griff US-Militärbasen in der gesamten Region an, zwang die großen amerikanischen Seestreitkräfte, sich mehrere Tausend Kilometer von den iranischen Küsten zurückzuziehen, und überforderte die israelischen Verteidigungssysteme mit massiven Salven, die schmerzhafte Treffer erzielten.

Verhandlungsbereitschaft statt Totalverweigerung

Die iranische Leitlinie in diesem Konflikt lautet: „Frieden für alle – oder für niemanden. Wohlstand für alle – oder für niemanden.“ Aus dieser Perspektive ist selektive Sicherheit nichts anderes als Ungerechtigkeit. Da die USA und Israel diese Perspektive konsequent ignorieren, tragen sie zu den eskalierenden und zunehmend schwerwiegenden Folgen bei.

Im Gegensatz zu den derzeitigen israelischen Machthabern, für die der Iran – nach der Türkei, die der ehemalige israelische Ministerpräsident Naftali Bennett als „das neue Iran“ bezeichnet hat – lediglich das letzte große Hindernis auf dem Weg zur Verwirklichung ihres „Großisrael“-Projekts darstellt, lehnt Teheran Verhandlungen nicht aus Prinzip ab.

Man ist bereit, ins Geschäft zu kommen – auch politisch. Doch solange der Westen und Israel den Iran nicht als das verstehen, was er ist, sondern als das, was ihre Propaganda erfunden hat, bleiben sie blind für die Realität. Frei nach dem chinesischen Strategen Sunzi: „Wenn du weder den Feind noch dich selbst kennst, wirst du in jeder Schlacht unterliegen.“ Der Westen scheint derzeit weder den Iran noch die Grenzen der eigenen Einflussnahme realistisch einzuschätzen.

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Felix Abt ist ein in Asien lebender Unternehmer, Reiseblogger und Autor auf Substack: https://felixabt.substack.com




https://orf.at/stories/3428000/




https://orf.at/stories/3432373/











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