China-Chronologie 4: Rote Armee 1948 - Chiang Kai-Shek - Mao gegen SU - Landreform - Terror-Kollektivierung



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China-Chronologie 4: Sieg der Roten Armee Chinas unter Mao 1948 - National-China unter Chiang Kai-Shek auf Formosa/Taiwan mit Landreform - Maos Abspaltung von der Sowjetunion - Maos Landreform und erster Terror gegen die Bauern mit "Kollektivierung"

Mao und Chiang Kai-Shek trinken auf den
                  Sieg gegen Japan 1945
Mao und Chiang Kai-Shek trinken im Oktober 1945 auf den Sieg gegen Japan. Aber die beiden kriegerischen
Hitzköpfe finden den Mittelweg zwischen Kapitalismus und Kommunismus nach wie vor nicht...


von Michael Palomino (2006 / 2010)



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Kommentar
Nach 1945 fällt China in einen Bürgerkrieg wie Spanien 1936. Die "USA" und Russland haben beide ihre Einflüsse, nur dieses Mal mit anderem Ausgang: mit dem Sieg der Roten Armee unter Maos KP und mit der Flucht der Kapitalisten nach Formosa / Taiwan.

Die Kuomintang unter Chiang Kai-Shek begeht auf Taiwan einen Massenraub und installiert ein Terror-Regime über die Taiwan-Chinesen und gegen alles Japanische auf der Insel. Mao seinerseits installiert sein kommunistisches Terror-Regime gegen alle Überreste der Kuomintang, lässt chinesische Soldaten in Korea einmarschieren und errichtet den chinesischen Gulag.

Auf Taiwan wie in Peking-China werden Landreformen durchgeführt. In Peking-China folgt bald darauf die Kollektivierung als Vorbereitung auf den "Grossen Sprung nach vorn". Dabei geht Taiwan eine ökonomisch konstruktive Richtung. Maos Peking-China dagegen soll ein kommunistischer Musterstaat werden...

Michael Palomino
Januar 2006

Quellen

-- Robert C. North: Der chinesische Kommunismus. Kindler Uni-Bibliothek 1966

-- John F. Fairbank: Geschichte des modernen China 1800-1985; dtv 1986

-- Haydt, Mathias et alia: Ostasien-PLOETZ. Geschichte Chinas, Japans und Koreas zum Nachschlagen; Verlag Ploetz, Freiburg / Würzburg 1986

-- verschiedene Internetbeiträge

für Rahmendaten:
-- Hermann Kinder/Werner Hilgemann: DTV Atlas zur Weltgeschichte Bd. I. und II. 21.Auflage, München 1986




China nach 1945: Statistische Übermacht der KMT - die Schein-Konferenz unter Leitung von Patrick J. Hurley - Fortsetzung des Bürgerkriegs von Mao gegen Chiang Kai-Shek

August 1945
Die statistische Übermacht der KMT gegenüber der KPCh
-- die KMT hat mehr als die doppelte Truppenstärke als die KPCh
-- die KMT hat zudem die "amerikanische" Unterstützung im Gebiet zwischen Peking und der benachbarten Hafenstadt Tientsin/Tianjin
-- alle grösseren Städte Chinas und über 50% des Landes sind unter der Herrschaft der KMT (Fairbank, S.264).

Japans Niederlage und der Eintritt der Sowjetunion in den Pazifik-Krieg treten für die chinesische Welt unerwartet schnell ein. Nun sind es die japanischen Truppen, die eine bedingungslose Niederlage unterschreiben müssen, und nicht die Kommunisten.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

Die sowjetischen Truppen strömen in die mandschurischen Provinzen, übernehmen dort japanische Positionen und zwingen dort 700.000 nazi-japanische Truppenangehörige zur Kapitulation.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

August bis Oktober 1945
Chungqing: Die Schein-Konferenz zwischen KMT und KPCh unter Leitung von Patrick J. Hurley
Chiang Kai-Shek und Mao halten zum Schein unter Leitung des "amerikanischen" Botschafters Hurley drei Monate eine Konferenz für ein demokratisches China ab (Fairbank, S.262).

gleichzeitig im August bis September 1945
Die KPCh will nun Japans Armeen zur Kapitulation zwingen - die KMT stützt die japanischen Armeen...
Die KPCh-Armeen marschieren durch Nordchina, um die Japaner vor ihnen zur Kapitulation zu zwingen. Die KMT befiehlt den Japanern, die Kommunisten abzuwehren und "verlorene" Gebiete wieder zu erobern. Es kommt zu schweren Kämpfen. Die Japaner kämpfen nun im Namen der KMT, um eine soziale Revolution zu verhindern (Fairbank, S.262).

Der Wettlauf zwischen KMT und KPCh um die Mandschurei - und "amerikanischen" Positionen
KMT-Truppen und kommunistische Truppen marschieren gleichzeitig in Richtung Mandschurei. Beide Seiten wenden ihre traditionelle Taktik an: Die KMT-Truppen besetzen mit Hilfe "amerikanischer" Transportmittel die Städte, die kommunistischen Gebiete mobilisieren die Bauern in Voraussicht der sozialen Revolution (Fairbank, S.262). Die KMT-Truppen müssen sich mit "amerikanischer" Hilfe gegen den kommunistischen Widerstand in die südliche Mandschurei durch kämpfen (Fairbank, S.263).

Die "USA" befürchtet eine russische Invasion in der Mandschurei und entsendet vorsorglich
-- 53.000 Mann Marinetruppen zur Verteidigung von Peking und Tientsin
-- weitere "amerikanische" Truppen werden in die Mandschurei  geschickt.

Beide Aktionen sind gegen die KPCh gerichtet (Fairbank, S.262).

Die Ereignisse überstürzen sich:
-- Millionen japanischer Soldaten ergeben sich den national-chinesischen Truppen

-- gleichzeitig greifen kommunistische Truppen die Kuomintang-Kräfte an

-- die Nationalisten "machen die Lunghai-Eisenbahn frei"

-- die Nationalisten sichern sich Peking, Tientsin und die Verbindungsstrecken zur mandschurischen Grenze (North, S.174)

-- in der Bilanz ist die Kuomintang den Kommunisten in Material und Strategie auf dem Land und in der Luft fünffach überlegen

-- die Nord-Süd-Verbindungen in der Mandschurei sind aber in kommunistischer Hand und entscheidend für den Nachschub

-- Chiang kann seine Truppen durch das Nachschubproblem kaum in die Mandschurei eindringen lassen, denn sonst wären die Transportwege überdehnt

-- zudem entwickelt sich in China auch nach dem Krieg die Inflation weiter, wodurch die Bevölkerung immer weiter gereizt und Schwarzmarkt und Korruption gefördert werden (North, S.174)

-- auch neue "US"-Hilfe wird in den Schwarzhandel abgezweigt und gelangt nicht ans Ziel (North, S.175)

->> Chiang und die Kuomintang stehen in direkter Kritik über die desolaten Zustände im Innern des Staates (North, S.175).

KPCh nun gegen Grossbauern - Landversprechen
Gleichzeitig wendet sich die KPCh nun gegen die Grossbauern, um ihre kommunistischen Ziele durchzusetzen:
--  Konzentration auf die Revolution im Innern
--  die Bauernmassen werden gegen die Kuomintang gebraucht
--  der Landbesitz wird den Bauern als Anreiz zum Kampf versprochen (North, S.185).

15.8.-15.11.1945
Stalins geplanter Truppenabzug aus der Mandschurei
(Fairbank, S.262)

September 1945 ca.
KMT: Stalins Truppen sollen in der Mandschurei bleiben - Abtransport japanischer Industrieanlagen nach Russland
Die KMT sieht, dass die KPCh sich in der Mandschurei neue Positionen aufbaut (Fairbank, S.262). Jetzt bittet die KMT die Russen (!) darum, länger in der Mandschurei zu bleiben, um den Vormarsch der KPCh zu verzögern (!) (Fairbank, S.262-263).

Die sowjetischen Truppen bleiben in der Folge bis Mai 1946 und haben nun Zeit, einen grossen Teil der Industrieanlagen nach Russland zu schicken, alles japanische Installationen (Fairbank, S.263).

Es sind Industrieanlagen in der Mandschurei im Wert von 2 Milliarden Dollar, die im zerstörten Russland wieder aufgebaut werden.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

[Vielleicht sehen das die Russen auch als Kompensation für die Besatzungskosten für ein gegnerisches Regime...]

11.10.1945
Chungqing: Plan eines "demokratischen China" zum Schein
Die KMT und die KPCh nehmen den "amerikanischen" Vorschlag einer Koalitionsregierung zum Schein an und bereiten gleichzeitig den Kampf vor. Die "USA" lässt absolut jeglichen Realismus in China vermissen (Fairbank, S.261).

Chiang Kai-Shek und Mao schliessen ein prinzipielles Abkommen, das zum Schein gut aussieht:
-- Zusammenarbeit beider Parteien in einer repräsentativen Versammlung
-- beide unterschreiben, ihre Armeen zu entlassen
-- beide unterschreiben, alle bürgerlichen Freiheiten umzusetzen (Fairbank, S.262)
-- über die Mandschurei ist nichts vereinbart (Fairbank, S.263).

Die territorialen Voraussetzungen Chinas 1945-1949
Die Republik China 1946
China
                          1946: Republik China, Ost-Turkestan, Xinjiang,
                          Sinkiang, Mandschurei, Tibet
-- die Mandschurei ist 1945-1946 sowjetisch besetzt (blau)
-- Ost-Turkestan / Sinkiang / Xinjiang ist 1945-1949 unabhängig (gelb)
-- Tibet ist unabhängig (weiss)
-- als Territorium von China bleibt das rosa eingezeichnete Gebiet.

Die kommunistische Mao-Armee besetzt innerhalb von 4 Jahren fast halb China:
Karte von China mit der kommunistischen
                            Expansion 1945-1949
vergrössernKarte von China mit der kommunistischen Expansion 1945-1949




1945
Beginn des Personenkults mit der Mao-Ideologie
1945 wird in der KPChina mit der neuen Parteiverfassung offiziell die neue Ideologie des Maoismus eingeführt. In der Präambel / im Vorwort des Dokuments wird die Führungsrolle der Gedanken von Mao Zedong festgeschrieben.

Im "Bericht über die Revision der Parteiverfassung" von Liu Shaoqi werden Maos Gedanken als "chinesischer Kommunismus", "chinesischer Marxismus" und "Chinesisierung des Marxismus" präsentiert. Liu ruft dazu auf, dass Maos Gedanken als Fundament und Lehrmaterial in Parteischulen, Partei-Propagandaabteilungen, in Propaganda-Trainingseinheiten und in Parteipublikationen zu gebrauchen sind. Liu appelliert daran, Maos Gedanken durch eine Studiumswelle zu verbreiten.

(http://www.iisg.nl/~landsberger/mzdt.html)

3.9.1945
Chiang Kai-Shek auf dem Titelblatt von Time vom
                3.9.1945
vergrössernVorschusslorbeeren: Der Extremist Chiang Kai-Shek auf dem Titelblatt von Time vom 3.9.1945

Der Extremist Chiang Kai-Shek
"Amerikanische" Lieferungen nimmt Chiang gerne an, aber die "amerikanischen" Ratschläge zur Truppenführung und Kriegstaktik lehnt er alle ab (Fairbank, S.268).


Ab September 1945: Die unmögliche KMT-Regierung - Entfremdung zur Bevölkerung

Die KMT-Regierung unter Chiang Kai-Shek zeigt sich wiederum absolut unfähig, menschliche Lebensverhältnisse ausserhalb einer Diktatur herzustellen. Der Sieg gegen Japan wird auf egoistische Art und Weise ausgenützt:
-- die Notenpresse heizt die Inflation an
-- bei der Übergabe japanischer Gebiete spielt eine ungeheure Korruption
-- Verbrauchsgüter bleiben knapp und teuer
-- die industrielle Produktion steht quasi still und es herrscht Massenarbeitslosigkeit
-- die nationale Währung ist überbewertet und es sind die Spekulanten, die beim Umtausch der japanischen Besatzungswährung hohe Gewinne einfahren
-- auf dem Land kommt es zu neuen Hungersnöten und bei Lebensmitteln herrschen Wucherpreise (Fairbank, S.264)
-- und zusätzlich werden noch Steuererhöhungen und Requisitionen verfügt, an denen sich die "Befreier" bereichern können (Fairbank, S.265).

Die "Befreiung" ist keine "Befreiung", sondern ein Terror von national-korrupten Chinesen gegen chinesische Bevölkerung (Fairbank, S.264-265).

Entfremdung von der KMT durch Kampf gegen die KPCh
Die Entfremdung zur chinesischen Bevölkerung wird gefördert, indem die KMT japanische Truppen und chinesische (unter Japan ausgebildete) Hilfstruppen nun gegen Truppen der KPCh einsetzt. Somit kämpfen in Friedenszeiten Chinesen gegen Chinesen, und dies ist absolut unpopulär (Fairbank, S.265).

[So lange die KMT nicht die Gleichberechtigung der Bauern akzeptiert, wird die KPCh bei den Bauern immer die bevorzugte Partei sein. Die KMT schaltet nicht um...]

Entfremdung von der KMT durch Definition von Kollaborateuren
Die KMT definiert Kollaborateure als Feinde, darunter aber auch die Universitäten und Studenten: Jetzt wird den Studenten vorgeworfen, sie hätten nicht gekämpft. Die "Kollaborateure" müssen sich einer "Gedankenreform" nach den "3 Grundsätzen" von Sun unterziehen, was die Entfremdung von der KMT fördert (Fairbank, S.265).

Entfremdung von der KMT durch unmögliche Wirtschaftsmassnahmen
Die KMT lastet der Bevölkerung weiter neue Steuern auf. Kriegsgewinnler und korrupte Beamte bleiben aber unbesteuert. Beamte werden auf Kosten der Bevölkerung reich. Die katastrophale Wirtschaftspolitik führt zur Abkehr des städtischen Bürgertums und der Industriellen. Auch die Öffentlichkeit wendet sich von Chiang Kai-Shek ab und betont, Chiang trage mehr zum Bürgerkrieg bei als die KPCh (Fairbank, S.265).

Die KMT will keine Friedensbewegung
Akademische Kreise verlangen die allgemeine Einstellung aller kriegerischen Handlungen und eine Unterbrechung der Zusammenarbeit mit den "USA". Die Friedensbewegung in der Bevölkerung wird von der KMT aber nicht beachtet oder sogar unterdrückt, bzw. die KMT gibt die Propaganda heraus, bei der Friedensbewegung handle es sich um eine kommunistische Verschwörung [wie in Deutschland in den 1980er Jahren]. Gegen Studenten werden Gewaltmassnahmen verhängt, und so nimmt die Entfremdung weiter zu (Fairbank, S.265).

Insgesamt vergisst die nationale Regierung alle zivilen Pflichten und ist nur noch auf eine militärische "Lösung" gegen die KPCh fixiert. Die KPCh dagegen gewinnt immer mehr Sympathien (Fairbank, S.265).

30.9.1945
Taiwan: Der erste offizielle Vertreter der Kuomintang-Regierung fliegt nach Taipei
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

15.10.1945
Taiwan: Ankunft der ersten Kuomintang-Truppen in Keelung
Bis zur definitiven rechtlichen Übergabe der Insel am 25.10.1945 sind die Herrschaftsverhältnisse auf der Insel nicht geklärt.
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)


Taiwan unter dem kriminellen Kuomintang-Gouverneur Chen Yi - Massenraub auf Taiwan

25.10.1945
Taiwan wird an Kuomintang-China übergeben - der kriminelle Gouverneur Chen Yi
Taiwans Generalverwalter, General Chen Yi, nimmt am 25. Oktober 1945 in Taipei die bedingungslose Niederlage seines japanischen Gegenspielers, General Rikichi Ando, entgegen. Damit ist die chinesische Wiederbesetzung der Insel abgeschlossen.
(http://www.watchingamerica.com/thechinapost000002.html)

Die Übergabe gibt der Kuomintang-Regierung das Recht, die Insel im Auftrag der Alliierten zu verwalten. Über den Status und die Souveränität der Insel soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. Die Kuomintang-Regierung versteht die Übernahme der Insel als Wiederbesetzung nach 50 Jahren japanischer Herrschaft.
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

Nazi-japanische Kapitulation auf Taiwan 1945
Ando Rikichi unterschreibt Japans
                              Kapitulation auf Taiwan am 25.10.1945
vergrössernAndo Rikichi unterschreibt Japans Kapitulation auf Taiwan am 25.10.1945
Taiwan: Übergabe der Kapitulation von
                            Ando Rikichi an Chen Yi
vergrössernTaiwan: Übergabe der Kapitulation von Ando Rikichi an Chen Yi
Taiwan-Studenten empfangen am Hafen
                            Keelung KMT-Soldaten, Oktober 1945
vergrössernTaiwan-Studenten empfangen am Hafen Keelung KMT-Soldaten, Oktober 1945
Taiwan / Formosa:
                        Reiswirtschaft mit Wasserbüffel auf Briefmarke
                        1945
Taiwan / Formosa: Reiswirtschaft mit Wasserbüffel auf Briefmarke 1945


25.10.1945-1949
Taiwan ist de facto eine chinesische Kolonie der Kuomintang
(http://www.edward-lee.com/flags/taiwan.html)

Flagge der Kuomintang auf
                        Taiwan
Parteiflagge der Kuomintang auf Taiwan
Flagge der Kuomintang, ab 1949
                        die Flagge von Taiwan-China
Flagge der Kuomintang, ab 1949 die Flagge von Taiwan-China.

1945-1947
Taiwan: Installierung von Chen Yi als Provinzgouverneur - "Repatriierung" japanischer Bevölkerung
Die Kuomintang (KMT) übernimmt Taiwan und entsendet General Chen Yi als provisorischen Provinzgouverneur. Auf Taiwan leben ca. 6 Mio. Han-Chinesen. Ca. 5 % der Bevölkerung sind Japaner, die alle nach Japan "repatriiert" werden. [Wie das vor sich geht, wird 1947 deutlich...]

Die Herrschaft von Gouverneur Chen Yi zeichnet sich aus durch Diskriminierung von Volksgruppen und Korruption, bis zum Aufstand am 28.2.1947.
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)

Taiwan: Provinzgouverneur Chen Yi mit krimineller Vorgeschichte
Die Konfrontation zwischen Taiwanesen und Chinesen ist schon mit der Wahl von Chen Yi als Generalgouverneur von Taiwan absehbar. Nach Chiang Kai-Sheks Entscheidung, Chen Yi an die Spitze von Taiwan zu setzen, protestieren taiwanesische Gruppen in China, denn Chen Yi ist bereits als Gouverneur der Provinz Fujian als Verbrecher bekannt. George Kerr schreibt in seinem Buch "Formosa Betrayed" ["Betrogenes Formosa"]:

"Es war klar, dass ein neu installierter KMT-Gouverneur Chen Yi auf Taiwan eine 'Basis für aktiven Faschismus in Taiwan bilden würde mit dem Ziel eines zukünftigen Krieges'. Die Verbrechen von Chen Yi als Gouverneur von Fujian wurden in allen Details herumgereicht - sie waren schrecklich, und - leider - waren sie meistens wahr."
(http://www.taipeitimes.com/News/archives/2001/02/25/0000075184)

Die technisch ungeschickten chinesischen Soldaten auf Taiwan
Chinesische Soldaten werden im Oktober 1945 mit "US"-Schiffen nach Taiwan transportiert. Taiwans Bevölkerung steht entlang der Strassen und weht mit blauen KMT-Fahnen und grüsst. Es besteht die Hoffnung auf Wiedervereinigung. Die Bevölkerung spricht zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich Japanisch. Grosse Teile beginnen, Mandarin-Chinesisch zu lernen.
(http://www.taipeitimes.com/News/archives/2001/02/25/0000075184)

Die chinesischen Truppen verweigern aber zuerst stundenlang, an Land zu gehen, aus Furcht, es könnten sich noch Japaner in den Bergen Taiwans versteckt halten. Die chinesischen Truppen verlangen, es sollten zuerst "amerikanische" Truppen landen, um die Insel von japanischen Selbstmordkommandos zu säubern. Schliesslich werden die chinesischen Truppen aber von den "amerikanischen" Schiffskapitänen an Land gezwungen. Und mit japanischen Soldaten gibt es keine Probleme.
(http://www.taipeitimes.com/News/archives/2001/02/25/0000075184)

Die Geschichte von den feigen chinesischen Soldaten macht auf der Insel schnell die Runde. Ansässige Taiwanesen beginnen bald, auch über die jungen chinesischen Soldaten Witze zu machen, wenn diese stundenlang an einem Aufzug eines Hochhauses zuschauen - denn sie haben so etwas zuvor noch nie gesehen. Auch der Veloklau wird zum Problem, aber ironischerweise müssen die chinesischen Soldaten die Velos auf ihrem Rücken tragen, denn sie wissen nicht, wie man Velo fährt.
(http://www.taipeitimes.com/News/archives/2001/02/25/0000075184)

Allan Shackleton berichtet in seinem Buch "Formosa Calling" ["Formosa ruft"]  von der Zwickmühle, in der sich sich zu der Zeit die Kuomintang-Führung befindet: Ignoranz gegen neue Technik, alte Kriegsführer aus der Agrargesellschaft, und nun soll man dessen ungeachtet die Führung in einer modernen und kriegserprobten Wirtschaft übernehmen.
(http://www.taipeitimes.com/News/archives/2001/02/25/0000075184)

Die "Wiedervereinigung" zwischen Taiwan und National-China: Die kolonialen Zustände: Ausbeutung und Transporte nach Kontinental-China
Chen Yi, der von Chiang Kai-Shek eingesetzte KMT-Gouverneur, setzt für die Insel harte ökonomische Bedingungen fest, als Teil der so genannten  "Planwirtschaft". Einige beklagen, dass Taiwan nun der ganze Wohlstand und die Infrastruktur geraubt würde. Es wird alles nach Kontinental-China verschifft. Solche Bedingungen machen das Leben für viele Einwohner auf der Insel nicht nur schwerer, sondern erzeugen auch Rachegefühle gegen die neue Regierung.
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

In den nächsten 16 Monaten der "Wiedervereinigung" entwickeln sich extreme Zustände. [Die chinesischen Truppen ziehen scheinbar ein Rassismussystem gegen Taiwanesen auf]. Ganze Familien begehen Selbstmord, um dem Hunger zu entgehen, in scharfem Gegensatz zum Wirtschaftswachstum unter den japanischen Regierungen auf Taiwan. Die wirtschaftliche Not vertieft den kulturellen Graben zwischen Taiwanesen und der Kuomintang-Regierung.
(http://www.taipeitimes.com/News/archives/2001/02/25/0000075184)


Wieder Bürgerkrieg in China zwischen Mao und Chiang Kai-Shek - November 1945: Erfolglose Marshall-Mission - 25.12.1945: Verkündigung der Republik China unter Chiang Kai-Shek  - Januar 1946: Waffenstillstand zwischen KPCh und Kuomintang - Abkommen Russland-China über Dairen, Port Arthur und Changchun-Eisenbahn

Bürgerkriegsvorbereitungen von Mao und Chiang Kai-Shek
Mao und Chiang bereiten sich nach dem Abzug der Japaner separat auf die Besetzung der nordchinesischen Provinzen in der Mandschurei vor. Beide Seiten manövrieren um einen Vorsprung. Die Provinzen in der Mandschurei sind wichtig wegen

oo  Eisenbahnen
oo  Bergwerken
oo  landwirtschaftlichen Gebieten
oo  die Städte im Yangtse-Tal
oo  die Hafenstädte (North, S.168).


ab Oktober 1945
Bürgerkrieg in ganz China - Maos Kampf um "Unzufriedene" und Intellektuelle
Der Bürgerkrieg zwischen kommunistischen und nationalistischen Truppen wird weiter geführt (North, S.177).

Der Bürgerkrieg in China, der 1926 zwischen Chiang Kai-Shek und Mao begann, findet auch nach all den Horror-Ereignissen des Zweiten Weltkriegs kein Ende.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

Mao treibt ab 1945 zu einem ideologischen Kampf in China auf allen Fronten, indem er appelliert
-- das "geistige Erbe" soll erhalten bleiben
-- die sozialen und kulturellen Gewohnheiten sollen erhalten bleiben (North, S.195).

Wichtiger Politischer Kommissar ist dabei der junge Deng Xiaoping, der im ganzen Bürgerkrieg mehrere Propagandafeldzüge realisiert.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/dxp.html)

->> die KPCh hat massenweise Zulauf von unzufriedenen Kuomintang-Leuten, auch von Intellektuellen (North, S.195).

Dabei geht es Mao und seinen Mitarbeitern vor allem um die Ingenieure, Wissenschaftler, Spezialisten und Propagandisten, wovon viele in den "USA" und in Europa oder in Missionsschulen ausgebildet wurden. Die meisten haben von Kommunismus keine Ahnung, viele sind auch gegen Kommunismus eingestellt.

->> Entscheidungsfrage: Wie "rot" muss ein Intellektueller werden, um bei den Kommunisten mitarbeiten zu dürfen? (North, S.195)

Meinung von Mao zu den Intellektuellen:
Mao setzt die "Umwandlung des Bewusstseins des Intellektuellen" zur Teilnahme voraus, sonst sei er "ungeeignet für jede Art nützlicher Arbeit" (North, S.198).

Truman,
                          Portrait 1945
Truman, Portrait 1945


George Catlett Marshall, Portrait 1947
George Catlett Marshall, Portrait 1947


November 1945
Marshall-Mission
"US"-Präsident Truman ernennt General George C.Marshall zum "Sonderbeauftragten für China" mit dem Rang eines Botschafters, als "Friedensunterhändler" (North, S.177) zwischen KPCh und Kuomintang (North, S.171).

Die verwickelte Situation wird durch die Anwesenheit sowjetischer Truppen in der Mandschurei noch mehr verwirrt (North, S.230). Marshall soll zwischen der Kuomintang und der KPCh an Einfluss gewinnen mit dem Ziel, ein "vereinigtes, demokratisches und friedliches China" zu schaffen (North, S.171).

Die "USA" beziehen die Kommunisten Chinas nun in die Verhandlungen um China mit ein. Maos Vorstellungen decken sich aber nicht mit den Vorstellungen von Marshall. Zudem hat der "Westen" von der Stärke der kommunistischen Bewegung in China keine Ahnung. Die Verhandlungen enden erfolglos (North, S.171).

Weder die Kommunisten (repräsentiert durch Zhou Enlai) noch Chiang Kai-Sheks Vertreter sind gewillt, Kompromisse zu schliessen oder besetzte Gebiete preiszugeben, nur weil sich Japans Nazi-Truppen zurückziehen. Das Bemerkenswerte ist aber, dass die Nationalisten 1,5 Millionen Mann aus der nationalen chinesischen Armee entlassen, als Zeichen, die Marshall-Mission zu unterstützen, während die Kommunisten Chinas ihre Armee in vollem Stand behalten. Marshall bleibt bis 1947 in China.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

25.12.1945
Verkündigung der Republik China (englisch: Republic of China ROC) der Kuomintang
mit der Festlegung eines Feiertags.
(http://www.twcenter.org.tw/e02/20011224.htm)

Die dauernden Verletzungen der Verfassung in der nationalistischen Republik China bis 1990
Die "Kampfperiode zur Unterdrückung der kommunistischen Rebellion" wird aber nicht abgeschafft. Jedes Jahr wird des Jahrestags der Verfassung gedacht, aber eigentlich verletzt das politische System jegliche Verfassungsprinzipien eines demokratischen konstitutionellen Regierungssystems. Diese Verletzungen der Verfassung dauern bis 1990.
(http://www.twcenter.org.tw/e02/20011224.htm)

ab Ende 1945
Streit zwischen Russland und China um das Jalta-Abkommen
Das Jalta-Abkommen wird bekannt. Die Begeisterung über das "Freundschaftsabkommen" mit Russland ist in China verflogen. Vor allem um die "Rechte" Russlands auf Dairen, Port Arthur und die Eisenbahnen in der Mandschurei entbrennt ein heftiger diplomatischer Streit (North, S.176).

1946
Die Kuomintang schätzt für 1931-1945 1,4 Mio. japanische Todesopfer auf chinesischem Boden
(http://www.uglychinese.org/war.htm)

10.1.1946
Waffenstillstand zwischen KPCh und Kuomintang unter "US"-Beteiligung: Neues Hauptquartier in Peking / Peiping

Am 10.1.1946 kommt unter Vermittlung des Sonderbeauftragten des "amerikanischen" Präsidenten Truman, General George Catlett Marshall, ein Waffenstillstandsabkommen zwischen der KMT und der KPCh zustande (Haydt u.a., S.55).

Unter Beisein von Vertretern der "USA" wird das "Komitee der Drei" und das "Peipinger (Pekinger) ausführende Hauptquartier für Vermittlung in militärischen Angelegenheiten" eingerichtet ("Peiping Executive Headquarters for Military Mediation"). Das Hauptquartier entsendet Vertreter an verschiedene Orte, um den Waffenstillstand zu überwachen.
(http://www.cbw.com/asm/xpdeng/soldier.html)

Das Waffenstillstandsabkommen soll zu Beginn der Politischen Konsultativkonferenz in Kraft treten, wo u.a. die Bildung einer Koalitionsregierung, die Vereinigung aller Streitkräfte sowie politische und wirtschaftliche Reformen beschlossen werden (Haydt u.a., S.55).

Die Marshall-Mission mit der "amerikanischen" Kommandostelle in Peking soll auf der Beratenden politischen Konferenz in Peking ein Vorgehen in China ausarbeiten. Dabei wird das völlig irreale Vorgehen vorgeschlagen, die Armeen der KMT und der KPCh zu vereinigen (Fairbank, S.263).

Der Waffenstillstand hält aber nur kurze Zeit (North, S.177,230).

gleichzeitig:
Weitere "amerikanische" Ausrüstung an die KMT-Truppen
Gleichzeitig fliessen "amerikanische" Lieferungen gemäss dem Vertrag mit der KMT von 1945 weiter einseitig an die KMT. 50% der versprochenen 39 national-chinesischen Divisionen und einer Luftwaffe erhalten noch eine "amerikanische" Ausrüstung. Die Marshall-Mission wird so zu einer totalen Farce (Fairbank, S.263, 264).

Gleichzeitig ziehen sich russische Verbände aus der Mandschurei zurück, und Verbände der KMT stossen nach (Haydt u.a., S.55).

In der Mandschurei bereits Bürgerkrieg. Die "USA" bestechen Chiang Kai-Shek mit einer grossen Anleihe. Dabei ist die Zustimmung des Kongresses in Washington aber Voraussetzung (Fairbank, S.263).

Die russischen Truppen in der Mandschurei überlassen ihrerseits den chinesischen Kommunisten grosse Mengen japanische Gewehre, die bei der Besetzung der Mandschurei erbeutet worden waren, [quasi als Kompensation für die Demontage der Industrie] (North, S.229).

1946 (-1955)
Russisch-chinesisches Abkommen
-- Dairen, Port Arthur und die Changchun-Eisenbahn gehen an China
-- Russland gewährt China wirtschaftliche und technische Hilfe, die im Umfang aber relativ gering ist (North, S.206).

März 1946
Die "USA" entsendet an die KMT "militärische Berater"
(Fairbank, S.264)

März 1946 ca.
UNO-Hilfsaktion für China: 500 Mio. $ der "USA" werden v.a. in den KMT-Gebieten verwendet
(Fairbank, S.264)

12.3.1946
Mandschurei: KMT-Verbände besetzen Mukden / Shenyang und weitere Gebiete
(Haydt u.a., S.55)

Taiwan: Die kriminellen Machenschaften des chinesischen Kuomintang- Generalgouverneurs Chen Yi 1945-1947

Washington Daily News 21.3.1946:
                            Schlagzeile über chinesische Ausbeutung auf
                            Taiwan



   

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21.3.1946
Die Presse meldet die chinesische Ausbeutung von Taiwan

[Taiwan, das einzige japanische von China besetzte Gebiet
Die Vetternwirtschaft und die Korruption auf Taiwan ist als psychologische Kompensation in einem absoluten Rassismus gegen alles Japanische zu verstehen. Taiwan ist das einzige Gebiet, das China von Japan besetzen kann. Entsprechend hat die Bevölkerung zu leiden, und die Weltpolitik ist anderswo...]

Taiwan: Japan fällt als Handelspartner weg - die chinesischen KMT-Truppen rauben Taiwan aus und senden alles nach Shanghai
Gemäss Allan Shackleton, Beauftragter des UN-Programms für industrielle Entwicklung in Taiwan, wird die ökonomische Lage auf Taiwan nach dem Krieg ab 1947 hoffnungslos. Die Chinesen unterbrechen den Handel mit Japan, der primäre Absatzmarkt Taiwans der letzten 55 Jahre. Ohne den japanischen Markt können gewisse spezielle Produkte nicht verkauft werden, und gewisse Ersatzteile und Fabrikteile sind nicht mehr verfügbar. Die Industrie steht z.T. still und rostet dahin. Fabriken, die laufen könnten, sind deswegen geschlossen und die Bevölkerung verliert so zu erheblichen Teilen ihren Lebensunterhalt. Taiwanesische Ingenieure sind nicht fähig, die Reparaturen zu tätigen, und diejenigen aus China sind jung und ehrgeizig, aber ohne Übung und Erfahrung, um eine moderne Industrie aufzubauen.
(http://www.taipeitimes.com/News/archives/2001/02/25/0000075184)

Shackleton beklagt in seinem Buch auch die Tatsache, dass die Chinesen Gelder und Ausrüstung oft in Fabriken der Kuomintang fliessen lassen. Die Chinesen sind so korrupt, dass chinesische Offiziere gleich gruppenweise Müllfahrzeuge in Taipei mit gestohlenen Gütern beladen zum Hafen nach Keelung schicken, wo das beladene Fahrzeug nach Shanghai eingeschifft wird. Die Chinesen graben auch neu gelegte Wasserleitungen und Feuerhydranten wieder aus, und sie bauen von Japanern in Häusern eingebaute Badezimmer-Installationen aus und verkaufen sie in China. Das taiwanesische Eisenbahnsystem, das die Japaner gebaut haben, leidet ebenfalls. Eine Serie schwerer Unfälle wird aufgeklärt: Automatische Weichen und die Ausrüstung für automatische Signale ist gestohlen worden...
(http://www.taipeitimes.com/News/archives/2001/02/25/0000075184)

Taiwan. Raub von Lebensmittelvorräten und medizinischen Vorräten - die Chinesen senden alles nach Shanghai

Unter der Regentschaft des notorisch kriminellen Chen Yi werden japanische Lebensmittelreserven und medizinische Reserven, die für die Verteidigung der Inseln vorgesehen waren, von der Insel weggeschafft. Rationen, um 200.000 Mann Truppen zwei Jahre zu ernähren und medizinisch zu versorgen, Uniformen und andere Ausrüstung werden nach Shanghai geschafft und dort verkauft.

Chens Leute beschlagnahmen auch die Getreidereserven der Hauptstadt Taipei und die Getreidereserven der meisten anderen Städte auf Taiwan und verkaufen sie nach China. Als die Bevölkerung die Lebensmittelknappheit beklagt, gibt Chen Yi an, diese sei aufgrund von Hortungen entstanden und befiehlt, dass jeder seine Reserven von zu Hause auf dem Markt verkaufen solle, um die Lebensmittelknappheit zu bewältigen. Die Bevölkerung tut es, und so verschwinden auch diese Vorräte.

Taiwan: Zusammenbruch der Lebensmittelversorgung - Ausbruch von Cholera und Beulenpest - Ziel der Chen-Yi-Regierung ist die Rückführung zu einer Landwirtschaftsprovinz

Als die Wirtschaft schwächer wird, beginnen auch die Gesundheitsversorgung und die Wohlfahrtseinrichtungen zusammenzubrechen, was zu Ausbrüchen von Cholera und Beulenpest führt. Kerr schreibt in seinem Buch "Formosa Betrayed" ["Betrogenes Formosa"]:

"Meine Freunde von Formosa beklagten sich bitterlich, dass sie vielleicht auch das städtische Leben aufgeben würden, um wieder die Erde zu pflügen. Dies, so habe ich den Verdacht, war genau das Ziel der Kommissare von Chen Yi: Sie wollten die Bevölkerung genau zu dem zwingen.

Das frühere Formosa konnte so in seine angestammten Bräuche zurückgeführt werden, wie sie im Provinzleben des Mutterlandes üblich waren. Dann würde auch das Regieren über die Wirtschaft einfacher werden, KMT-Stil."
(http://www.taipeitimes.com/News/archives/2001/02/25/0000075184)


15.4.1946: Russischer Abzug aus der Mandschurei - KMT-Besetzungen - die KPChina behauptet sich unter Militärführer Lin Biao - Maos "Lernprogramm" - Marshall zieht sich aus China zurück

  
Position der Stadt
                          Changchun, Provinz Jilin

Position der Stadt Changchun,
Provinz Jilin

15.4.1946
Mandschurei: Abzug der russischen Truppen - die Kommunisten brechen Waffenstillstand mit der Kuomintang - erneut landesweiter Bürgerkrieg

Am 15.4.1946 erklärt der frühere kommunistische Hauptunterhändler Chou Enlai für die Mandschurei den Kriegszustand gegen die KMT (Haydt u.a., S.55).

Nach dem russischen Abzug greifen Truppen der chinesischen Kommunisten - in direktem Bruch des Waffenstillstandes mit der Kuomintang - die Stadt Changchun

(früher Shinjing,
(http://english.chosun.com/cgi-bin/printNews?id=199803120314)

südliche Mandschurei) an und nehmen diese ein. Chiang Kai-Shek hat seine Truppen zu weit auseinander gezogen, um schnell reagieren zu können (North, S.230).

Damit ist der Waffenstillstand gebrochen. Die Verhandlungen der Marshall-Mission laufen aber bis Januar 1947 weiter.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

Die Kommandostelle Peking schickt "amerikanische" Oberste zusammen mit nationalen und kommunistischen Generälen in die Kampfgebiete der Mandschurei, um ein Ende der Kämpfe zu erreichen. Die Kämpfe sind aber nicht mehr zu stoppen (Fairbank, S.263).

Chiang Kai-Sheks veraltete Kriegsführung mit Städten, die man belagern kann
Statistisch gesehen haben die Nationalisten gute Aussichten. Die "USA" schätzen, dass die Kuomintang dreimal so viel Männer unter Waffen hat wie die KPCh (North, S.177).

Chiang Kai-Shek hält aber an seiner veralteten Kriegsführung fest und orientiert sich an der symbolhaften Einnahme und Verteidigung von Städten. Er schickt die "besten" von "Amerika" ausgebildeten national-chinesischen Truppen in die Mandschurei. So bleibt er im unfruchtbareren Norden, statt seine Basis im reicheren Yangtse-Tal in Südchina aufzubauen. Das Gebiet zwischen Yangtse und Mandschurei bleibt ungesichert. Ausserdem überschätzt Chiang seine Mittel. Die Kommunisten können somit eine Stadt nach der anderen belagern (Fairbank, S.263).

Die "USA" haben keine Beobachter in der Mandschurei
ausser ein paar Journalisten, die keinen Einblick in die Vorgänge haben. In der Folge unterschätzen die "USA" die Kraft der Revolution unter der KPCh völlig (Fairbank, S.269).

[Auch die KMT-Kriminalitäten werden von den "USA" völlig unterschätzt...]

Lin Biao,
                          Portrait





Lin Biao, Portrait




Lin Biao als entscheidender kommunistischer Militärführer
Lin Biaos mutige Entscheidungen in der Volksbefreiungsarmee der KPCH 1946-1949 sind für den schlussendlichen Sieg entscheidend. Er zeichnet für die Niederlage der Kuomintang-Armeen in der Mandschurei und für die Einnahme von Peking und Tientsin/Tianjin verantwortlich, auch für den Feldzug Richtung Süden bis zur Besetzung der Insel Hainan im Oktober 1949. Ab den 1950er Jahren macht er politische Karriere bis zum Nachfolgekandidaten Maos.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/lb.html)

Maos "Neue Demokratie"
Maos Siegeswille ist nun ungebrochen:
-- er gibt keine Macht mehr an die Bürgerlichen ab
-- er geht keine Koalition mehr mit Nationalisten ein
-- er ist bestrebt, mit der Form der "Neuen Demokratie" als Werkzeug, alle Klassen unter die Souveränität der Kommunisten zu bringen
-- mit dem Mittel der "Neuen Demokratie" als Garant ist er gewillt, die Revolution als Ganzes durchzuführen (North, S.182)

Kommunistische Bodenreform in Nord-China - Vorstösse der KMT in Mittel-China und Besetzung und Plünderung der Mandschurei
Die kommunistischen Truppen rücken an mehreren Fronten vor, mit Erfolgen auf dem Land, wo gleich eine Bodenreform zugunsten der Masse der armen Bauern durchgeführt wird. In den Dörfern übernehmen Aktivisten der KPCh die Führung (Fairbank, S.266).

Die KMT beginnt eine Kriegsführung, wie die Japaner sie geführt haben, mit Besetzung der Städte und Eisenbahnlinien. Die KPCh führt wieder Guerillakrieg und kämpft unter Lin Piao nur bei sicherer Aussicht auf einen Sieg (Fairbank, S.266).

23.6.1946
Mao fordert die "USA" auf, die Unterstützung für die KMT einzustellen
(Haydt u.a., S.55)

Juli 1946
Marshall spricht ein Verbot für Waffenlieferungen an National-China aus
(Fairbank, S.264)

August 1946
Abkommen "USA"-KMT: Militärhilfe quasi gratis
Das "US"-Militärmaterial für die 39 Divisionen und eine Luftflotte soll statt 900 Mio. nur noch 175 Mio. $ kosten. Dies ist eine Kompensation für das "US"-Waffenlieferungsverbot vom Juli 1946 (Fairbank, S.264).

ab August 1946 ca.

Die KMT kann Yenan und die kommunistische Hauptstadt Kalgan und die meisten Kreisstädte in Nord-Kiangsu/Jiangsu besetzen. Dabei verzettelt die KMT gleichzeitig ihre Kräfte, während sich die KPCh-Führung in Nord-Shensi/Shaanxi auf der Flucht befindet. Die KPCh-Führung ist von der KMT-Besetzung der kommunistischen Basisgebiete völlig überrumpelt. Ihre Truppen ziehen sich in den NO der Mandschurei hinter den Fluss Sungari/Songhua zurück. Die KMT rehabilitiert die Grossgrundbesitzer und viele Bauern auf kommunistischer Seite werden hingerichtet (Fairbank, S.266).

Mit Hilfe der "USA" kann die nationale Armee Chinas ihre Gebiete vorerst ausweiten (North, S.230).

Die "USA" geben der nationalistischen Kuomintang Militärhilfe im Wert von 100en von Millionen Dollar für militärische Hilfsmittel und Ausrüstung. Mit Hilfe der "USA" werden auch nationalistische Truppen aus Zentral-China in die Mandschurei geflogen, weil Chiang Kai-Shek die dortige Verteidigung als lebenswichtig erachtet.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

Die "Amerikaner" warnen Chiang Kai-Shek vor einer Zersplitterung seiner Truppen, aber ohne Erfolg (Fairbank, S.268).

Chiang Kai-Shek lässt in der Mandschurei eigene Führungspersonen aus Süd-China einsetzen und lässt die Mandschurei plündern. Korruption und Gier der herrschenden KMT-Militärs herrschen vor wie auf Taiwan (Fairbank, S.267).

[Diese KMT-Expansion, die für "amerikanische" Beobachter "gut" aussieht, kann also nicht lange halten...]

1946
Negative Stimmung in Moskau über Mao und die KPCh - volle Entschlossenheit der KPCh
Stalin und seine Mitarbeiter in Moskau geben der kommunistischen Aufstandsbewegung in China wegen der statistischen Unterlegenheit keine Chance.

->> Moskau empfiehlt der KPCh, mit Chiang Kai-Shek einen "modus vivendi" mittels einer Regierungsbeteiligung einzugehen

->> die chinesischen Delegierten nehmen in Moskau die russische Meinung zur Kenntnis, streben in China aber sogleich die volle Revolte an (North, S.178)

->> die chinesisch-kommunistischen Armeen schlagen eine nationalistische Armee nach der  andern (North, S.179).

Maos Lernprogramm
Mao beginnt mit seinen Mitarbeitern eine "Lernbewegung der Massen":
-- Gründung neuer Fachschulen und Universitäten
-- Miteinbezug von allen Schichten vom Kind bis zum Opa, vom Professor bis zum Arbeitslosen (North, S.198).

15.11.1946
Nanking: Beginn der verfassungsgebenden Nationalversammlung unter Chiang Kai-Shek
Die Kommunisten boykottieren die Versammlung wegen der vielen territorialen KMT-Besetzungen. Auch andere Parteien [welche?] boykottieren die Nationalversammlung (Haydt u.a., S.55).

25.12.1946
Nanking: "Inkrafttreten" der "Verfassung der Republik China"
(Haydt u.a., S.55)

1947: Der neue Bürgerkrieg in China 1947-1949 - die Kuomintang überdehnt die Fronten - kommunistische Besetzung der Mandschurei

Januar 1947
Rückzug von General Marshall
Marshall wird in die "USA" zurückberufen. Seine Mission zur Bildung einer Koalitionsregierung aller Parteien in China ist gescheitert.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

Marshall rät der "US"-Regierung in Funktion eines Staatssekretärs zur Nichteinmischung in China. Die "USA" zieht die Marines aus der Mandschurei ab, die gegen die Sowjetunion gerichtet waren. Der "US"-Nachschub an die KMT läuft aber weiter. Die "US"-Regierung hat weiterhin keine Ahnung, was in China eigentlich "gespielt" wird. Die kommunistischen Strukturen und Gründe für den Erfolg bleiben ihnen völlig unbekannt... (Fairbank, S.269).

[Und wieder ist der Mittelweg zwischen Kapitalismus und Kommunismus zum Wohle aller nicht gefunden worden, sondern die Banken finanzieren wieder beide Seiten für einen Krieg, während in Europa die Menschenrechte entworfen werden, aber Europa weiterhin Waffen exportiert und Kolonien behalten will...]

Januar 1947 bis 1949
Bürgerkrieg in China: Die Geschichtsschreibung
-- in den "USA" wird der nun folgende Krieg als kommunistische Besetzung gewertet
-- die Geschichtsschreibung der chinesisch-kommunistischen Medien wertet den Bürgerkrieg als "Befreiungskrieg" gegen die Kapitalisten.

Januar bis Februar 1947
Bürgerkrieg in China: Die KPCh verdrängt die korrupte und plündernde KMT aus der Mandschurei
Die überdehnten Fronten der KMT sind für die Guerillataktik der KPCh eine gute Angriffsfläche. Die Truppen der KPCh greifen in der Folge von Norden her die Kuomintang-Truppen an (North, S.230).

Lin Piao gelingt es, durch Vorstösse über den Fluss Sungari/Songhua den KMT-Truppen 6 mal den Weg abzuschneiden. Die KPCh mobilisiert wieder die Bauern, führt die Bodenreform wieder ein, bildet neue Kader und Truppen aus und verbreitet die Propaganda zum patriotischen Kampf. Nach 15 Jahren Mandschukuo kommt dies bei den Bauern in der Mandschurei gut an (Fairbank, S.267).

Die KPCh setzt örtliche, ansässige Führer ein und hetzt gegen die fremden, korrupten KMT-Führer aus Süd-China. Die KMT steht somit in der Mandschurei vor dem Fall:
-- das schwere militärische Gerät der "USA" bleibt stecken
-- die Bevölkerung schweigt gegenüber den korrupten KMT-Räubern
-- Hinterhalte sind vorprogrammiert
-- im Nahkampf sind die kommunistischen Kämpfer überlegen (Fairbank, S.267).

Destruktiver Eigenbrötler Chiang Kai-Shek
Die "Amerikaner" raten Chiang Kai-Shek, die örtlichen Befehlshaber die taktischen Entscheidungen treffen zu lassen, aber Chiang trifft weiter alle Entscheidungen selber und kommandiert alles bis zur Division selber. Er meint, die Kampfkommandanten seien dümmer als er (Fairbank, S.268).

Die "Amerikaner" raten Chiang Kai-Shek, Flugzeuge und Panzer einzusetzen, aber ohne Erfolg. Chiang will sie als Symbole der Macht vor dem Einsatz schützen... (Fairbank, S.268)

Dabei hat Chiang gegen die chinesische Bevölkerung in Nord-China keine Chance mehr:
-- von Nanking aus ist keine effiziente Kriegsführung in der Mandschurei möglich
-- er hat keinen ausreichenden Nachrichtendienst
-- der Krieg findet v.a. auf dem Land und nicht in den Städten statt
-- er hat gegen die Bevölkerung auf dem Land verspielt und keine Chance, denn die Bevölkerung unterstützt nach der katastrophalen Politik unter Chiang Kai-Shek die KPCh mit Nachrichten und Logistik (Fairbank, S.268).

1947-1948
Verfolgung von alternativen Intellektuellen durch die KPCh
In den verbliebenen Klöstern Chinas werden Märtyrer geschaffen...
(http://newsaints.faithweb.com/martyrs/China5.htm; http://newsaints.faithweb.com/martyrs.htm)

27.2.1947
Taiwan: Zuspitzung des Hungers in der Bevölkerung: Verhaftung wegen Zigarettenschmuggel
Am Abend des 27. Februar 1947 verhaftet ein Polizist auf Taiwan eine Frau, die geschmuggelte Zigaretten an der nördlichen Yenpingstrasse verkauft. Er versucht, die Ware zu konfiszieren und lässt gegen sie einen Prozess eröffnen. Dagegen tut sich eine wütende Volksmenge zusammen. Der Polizist gerät in Panik, schiesst und tötet vier Menschen, als er von der Menge zu flüchten versucht. So berichten es die meisten.
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

Das Schlagen einer Zigarettenverkäuferin erscheint untergeordnet verglichen mit den Tausenden anderer, bekannteren Beispielen des Machtmissbrauchs der Kuomintang gegen Taiwanesen. Der Vorfall um die  Zigarettenverkäuferin ist nur der Funken, der einen inselweiten Protest auslöst. Die Festland-Chinesen müssen in ihren schwer bewaffneten Territorien Zuflucht suchen.
(http://www.taipeitimes.com/News/archives/2001/02/25/0000075184)

28.2.1947
Taiwan: Die Hungerdemonstration "2.28" und das Massaker am 8.3.1947 durch die Truppen von Chiang Kai-Shek - Verjagen aller Japaner - Kriegsrecht bis 1987

  
Taiwan: Demonstration in Taipei gegen
                            das KMT-Gesetz 28.2.1947

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Durch die diskriminierende und korrupte Herrschaft von Gouverneur Chen Yi kommt es am 28.2.1947 zum Aufstand. Der "Zwischenfall vom 28. Februar" / "2.28 Incident" / "er-er-ba shijian" endet [am 8.3.1947] in einem Blutbad von schätzungsweise über 10.000 Toten, darunter ein hoher Anteil der taiwanesischen Elite.
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)

Über Nacht weitet sich das Ereignis in eine Welle zivilen Ungehorsams aus, an einigen Orten mit offener Rebellion in der Bevölkerung.
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

Die wütende Menge jagt und verjagt einige Tage lang Festlandchinesen. Dann stellen örtliche taiwanesische Führer Klagelisten zusammen, die dem KMT-Gouverneur und General von Taiwan, Chen Yi, und seiner Regierung vorgelegt werden.
(http://www.taipeitimes.com/News/archives/2001/02/25/0000075184)

Zuerst meint der Gouverneur-General noch, auf einige Vorkommnisse reagieren zu können, indem er Bürgerkomitees befürwortet. Aber zum gleichen Zeitpunkt befielt er die Verstärkung der Truppen von China her.
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

Chen Yi verlangt vom Komitee, Untergruppen zu organisieren, die sich den Problemgebieten widmen könnten. Gleichzeitig meldet er Präsident Chiang Kai-Shek, es gäbe auf Taiwan einen "Japanischen Aufstand". Chiang antwortet mit der Entsendung der 21. Division nach Taiwan, eine Schlägertruppe Marinesoldaten.

6.3.1947
Die chinesischen Kunstschätze sind alle in Chongqing vereinigt - Weitertransport nach Nanking
Dabei muss der Lagerraum in Nanking erst monatelang von Termiten gesäubert werden.
(Taiwan Nachrichten vom 15.7.2003; http://64.233.183.104/search?q=cache:_tZAgWbiyIwJ:members.chello.at/gio-vienna/tn/03-12.pdf+Chongqing+bombardiert&hl=de)

8.3.1947
Taiwan: Das Massaker an der Bevölkerung durch chinesische KMT-Truppen

Die 21. Division landet in Keelung und Kaohsiung auf Taiwan. Die Schlägertruppen der 21. Division vollbringen das, was man einen wahllosen Raubfeldzug und Randalieren nennt.
(http://www.taipeitimes.com/News/archives/2001/02/25/0000075184)

Als am 8. März 1947 die chinesischen Truppen am Hafen von Keelung ankommen, schiessen sich die Soldaten einfach den Weg nach Taipei frei und verbreiten einen Terrorfeldzug mit schätzungsweise 20.000 Toten. Bei der Razzia wird die Mehrheit der führenden Intellektuellen Taiwans und der Gemeindevorsteher ermordet.
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

Taiwan-Aufstand 28.2.1947: Holzschnitt    
vergrössernTaiwan-Aufstand vom 28. Februar und die Niederschlagung am 8. März 1947: Holzschnitt


Es beginnt ein Krieg der nationalistischen Kuomintang- Schlägertrupps der 21. Division gegen alles, was auf Taiwan japanisch ist, und die Japaner, die noch auf der Insel sind, organisieren Guerillaeinheiten. KMT-Truppen werden in Hinterhalte gelockt, denn man kann nicht tatenlos zusehen, wie die japanischen Familien niedergeschossen werden. Als klar wird, dass der Guerilla nicht genügend Waffen zur Verfügung stehen, löst sich der Widerstand auf und die überlebenden Japaner müssen nach Japan flüchten.

Dies ist die "Repatriierung". Shackleton beschreibt sie in seinem Buch "Formosa Calling":

"Die Chinesen liessen ihren Hass gegen alles Japanische aus, gingen über alle Grenzen des Verstands hinaus und hetzten die japanische Bevölkerung in die Schiffe, damit sie nach Japan zurückgebracht würden", noch bevor sie überhaupt eine greifbare Reparation an die Kriegsschäden hätten leisten können.
(http://www.taipeitimes.com/News/archives/2001/02/25/0000075184)

Taiwan unter Kriegsrecht 40 Jahre lang: Der "Weisse Terror" gegen alles Japanische
Die Regierung Chen Yi verhängt das Kriegsrecht. Es beginnt die Zeit des "Weissen Terrors", wo noch einmal viele 1000 "Staatsgegner" ermordet werden,
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

jeweils immer mit dem Feindbild gegen "Gangster" und "Kommunisten".
(http://news.bbc.co.uk/hi/english/static/in_depth/asia_pacific/2000/taiwan_elections2000/1945_1949.stm)

Gemäss Allan Shackletons Buch "Formosa Calling" schwimmen noch Tage nach der Razzia Leichen die Flüsse hinunter, und es wird von Massentötungen berichtet. Die Regierung Chen Yi nutzt die Gunst der Stunde, um gemäss den Listen der Reformkomitees "bekannte Verräter" zu aufstöbern zu lassen, darunter Industrielle, politische Führungspersonen und Intellektuelle. Er lässt sie zusammentreiben und erschiessen.

Shackleton berichtet, dass in einer kleinen Stadt ausserhalb von Taipei die Körper von 20 Jugendlichen gefunden wurden, kastriert, mit abgeschnittenen Ohren und aufgeschlitzten Nasen. In einem Massengrab in Kukeng in der Provinz Chiayi werden z.B. über 1000 Skelette gefunden.

(http://www.taipeitimes.com/News/archives/2001/02/25/0000075184)

Die Kuomintang verhängt eine Zensur und vertuscht die Geschehnisse, so lange wie es geht: bis 1987.
(http://www.taiwandc.org/228-intr.htm#Monument)

Die KMT-Soldaten der 21. Division sehen eine typisch japanische Gesellschaft auf Taiwan. Die Leute tragen Kimonos und Holzsandalen. Wenn man ein japanisches Lied singt, wird man ins Gefängnis geworfen. Angabe von Lee Wang-Tai, Vorsitzender der Opferorganisation 228.
(http://www.taipeitimes.com/News/archives/2001/02/25/0000075184)

Die Ereignisse sind der Beginn des 40 Jahre andauernden Kriegsrechts, durch das die Bevölkerung mit eiserner Hand regiert [und terrorisiert] wird.
(http://www.war-memorial.net/mem_det.asp?ID=162)

Taiwans Bevölkerung muss bis 1987 unter der Kuomintang das Kriegsrecht erdulden...
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/Links.htm)

Diese Zeit endet erst mit der beginnenden Demokratisierung in den frühen 1980er Jahren.
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

Mit der Verhängung des Kriegsrechts und mit einem radikal antikommunistischen Kurs meint die Kuomintang-Regierung, auf jeden Fall immer von den "USA" Unterstützung zu erhalten. Das Kriegsrecht erlaubt die ungestrafte Verletzung jeglicher zivilen Rechte.
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)


Bürgerkrieg: "US"-Hilfe für die Kuomintang - Bericht von "US"-General Wedemeyer über die aussichtslose Kuomintang - der dauernde verfassungswidrige Zustand unter der Kuomintang

Mitte März 1947
Die Kommunisten evakuieren Yenan (Provinz Shensi)
und ziehen sich vor den vorrückenden Nationalarmeen zurück (Haydt u.a., S.55).

Frühling 1947
Die "US"-Hilfe nützt Kuomintang nur zum Teil
denn:
-- die Hilfe ist nicht immer gut organisiert
-- es kommt zu Verzögerungen oder sogar zu Verlusten
-- grosse Teile des Nachschubs verschwinden auf dem Schwarzmarkt und in anderen illegalen Kanälen.

->> die Nationalisten werfen den "USA" z.T. sogar vor, es käme kein Nachschub mehr und sie wollten Chiang so zu Verhandlungen mit den Kommunisten drängen (North, S.177).

Russische Hilfe für die KPCh - statistisch unterlegene Kommunisten
-- die Russen überlassen den Kommunisten japanisches Kriegsmaterial aus der Mandschurei
-- trotzdem bleiben die kommunistischen Kräfte den chinesischen Nationalisten materiell weit unterlegen (North, S.177).

Shanghai 1947: Die Nationalistenfahne auf
                  Radiostationsdokument
vergrössern Shanghai März 1947: Dokumente tragen noch die Fahne von National-China.

Mai 1947
Die "USA" heben das Verbot für Waffenlieferungen an die KMT auf
(Fairbank, S.264)

Mitte 1947
Maos Gegenoffensive: Gebietsgewinne der KPCh
-- kommunistische Besetzung der Provinz Shantung/Shandong
-- kommunistische Besetzung des Territoriums zwischen dem Yangtse und dem Gelbem Fluss, begrenzt durch die Eisenbahnlinien Peking-Hankow und Peking-Nanking (Fairbank, S.267).

Durch diese Landbesetzungen steht das Yangtse-Tal vor dem Fall (Fairbank, S.268).

Juli 1947
Chiang Kai-Shek führt die "Kampfperiode zur Unterdrückung der kommunistischen Rebellion" ein ("Period of Mobilization for the Suppression of Communist Rebellion")
Damit wird das "Gesetz der Generellen Mobilisierung" und die damit verbundenen Gesetze eingeführt. Taiwan wird einem "ausserordentlichen System" der Regierungsgewalt unterstellt.
(http://www.twcenter.org.tw/e02/20011224.htm)

  
"US"-General
                            Albert C. Wedemeyer

"US"-General Albert C. Wedemeyer

9.7.1947
Amerikanische Bestandsaufnahme über China
Truman schickt Albert C. Wedemeyer auf Erkundungsreise in China und Korea, um die Lage der Nationalisten gegen die Kommunisten zu dokumentieren (North, S.179).

19.9.1947
"US"-Bericht von Albert C.Wedemeyer an Truman: Kommunistische Tendenz in China

Wedemeyer  berichtet über die desolaten Zustände in China
-- der grösste Teil der chinesischen Bevölkerung neige zum Kommunismus wegen Unterdrückung, Korruption und Misswirtschaft von Beamten der nationalen Partei

-- Wedemeyer verurteilt die KPCh, die ideologisch an Russland gebunden sei (North, S.179)

-- Wedemeyer kritisiert auch die Kuomintang scharf, denn diese habe das Vertrauen in der Bevölkerung verspielt

-- die gemässigten Gruppen in China sind im Dilemma zwischen einer schlechten nationalen Regierung und einem erbarmungslosen Kommunismus

->> sie wenden sich verzweifelt den Kommunisten zu
->> sie werden z.T. träge und apathisch (North, S.180).

Vorgeschlagene Massnahmen - die Kommunisten werden immer stärker
Wedemeyer: Chiang Kai-Shek muss zu Reformen gezwungen werden
->> der nationalen Regierung Chiangs gelingen aber keine Reformen mehr
->> und die Kommunisten werden immer stärker, erobern haufenweise "amerikanische" Waffen von den Armeen der Kuomintang (North, S.180).

10.10.1947
Die KPCh verkündet ein neues Bodengesetz zur Enteignung der Grossgrundbesitzer
(Haydt u.a., S.55)

9.12.1947
Die chinesischen Kunstschätze sind wieder alle im Museum in Nanking / Nanjing
unter dem Regime von Chiang Kai-Shek.
(Taiwan Nachrichten vom 15.7.2003; http://64.233.183.104/search?q=cache:_tZAgWbiyIwJ:members.chello.at/gio-vienna/tn/03-12.pdf+Chongqing+bombardiert&hl=de)

25.12.1947
Kuomintang-China verkündet eine Verfassung - der dauernde Unrechtszustand
Am bereits existierenden Ausnahmeregime wird dabei aber nichts geändert. Die folgenden Regierungen agieren nominell unter Verfassungsrecht, aber zusammen mit dem System der Unterdrückungsgesetze gegen Rebellen kann ein wirkliches konstitutionelles Regierungssystem nie realisiert werden. Die Regierung kann sich dabei immer wieder vorwärtshangeln, ohne je verfassungsmässig auf den Boden zu kommen.
(http://www.twcenter.org.tw/e02/20011224.htm)


1948: Währungsreform in den KMT-Gebieten und Hyperinflation - der völlige Absturz der KMT

Alles Bargeld und alle Devisen müssen gegen den neuen "Goldyuan" umgetauscht werden (Fairbank, S.265). Die KMT hofft dabei auf ein Ende der Inflation, aber das Gegenteil tritt ein: Es kommt zu einer Hyperinflation in 6 Monaten auf das 85.000-Fache (Fairbank, S.266). Damit wendet sich der letzte Rest der besitzenden Klasse von der KMT ab (Fairbank, S.265).

Die Clique der KMT hat somit einen riesigen Massenbetrug mehr begangen und verspielt ihre letzte Chance. Nun geben auch die modernen Liberalen die KMT auf (Fairbank, S.266).

Eine kleine Gruppe linksgerichteter Parteimitglieder um Sun Yat-Sens Witwe Song Qingling spaltet sich 1948 als Revolutionäres Komitee der Kuomintang ab, verbleibt auf dem chinesischen Festland und arbeitet mit der Kommunistischen Partei Chinas zusammen.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Kuomintang)

1948
"USA": Der falsche Glaube an ein Patt in China
In den "USA" herrscht der Glaube, dass in China zwischen der KMT und der KPCh auf Dauer ein Patt entstehen würde. Diese These eines Dauer-Patts ist der Beweis, dass die Regierungsstellen in den "USA" von China nichts verstanden haben. Sie übertragen die Situation in Europa auf China. Von der Revolution [gegen den Feudalismus] haben die "amerikanischen" Stellen keine Ahnung (Fairbank, S.269).

[Gleichzeitig finanzieren "amerikanische" Bankiers den Kommunismus in Russland zum Wiederaufbau!]

Januar bis Mai 1948 ca.
Militärische Erfolge der KMT-Truppen gegen die KPCh
(Haydt u.a., S.55)

19.3.1948
Nanking: Chiang Kai-Shek wir von der Nationalversammlung zum "Präsidenten der Republik" gewählt
(Haydt u.a., S.55)

[und die Bauern unter Chiang Kai-Shek dürfen immer noch nicht lesen und schreiben...]

29.3.1948
Nanking: Li Tsung-Jen wird Vizepräsident der KMT-Republik China
(Haydt u.a., S.55)

Juli-Oktober 1948: KMT-Niederlagen - Fahnenflucht bei der Kuomintang - die Kommunisten erbeuten "US"-Kriegsmaterial - desolate Zustände in Kuomintang-Gebieten durch Inflation, Überschwemmungen und Hunger - "extreme Unmoral" bei den Kuomintang-Truppen - die Bevölkerung läuft in Massen zu Mao über - Fluchtwelle der Kuomintang-Truppen nach Taiwan - das chinesische Gold auf Taiwan

Juli-Oktober 1948
Massive Verluste der Kuomintang
Chiang Kai-Shek vergeudet Kräfte mit dem Halten von Städten. Die besten Truppen mit bester Ausrüstung müssen durch Belagerung reihenweise kapitulieren. Die Demoralisierung in den Truppen der KMT nimmt zu (Fairbank, S.268).

[Die Truppen der KMT erleben ein "Stalingrad" nach dem anderen...]

Die kommunistischen Truppen erbeuten "amerikanische" Kriegsmaterial (Fairbank, S.268). Ein Bericht der "US"-Botschaft in Peking vom November 1948 über die Verluste der Kuomintang besagt:

-- die Nationalisten verlieren in vier Schlachten 33 Divisionen, 300.000 Mann und 230.000 Gewehre, davon 100.000 "US"-Gewehre (North, S.180)

-- davon sind 8 Divisionen zu 85 % von "amerikanischen" Militärschulen ausgebildet und mit "amerikanischen" Waffen ausgerüstet (North, S.181).

Die problemlose Machtübernahme der KPCh
Gegen die kommunistische Machtübernahme kommt kein Widerstand auf. Nach der militärischen Niederlage akzeptiert die Bevölkerung die Volksbefreiungsarmee (Fairbank, S.277).

Die Kommunisten bemühen sich dabei mit einer gemässigten Politik erfolgreich um die Bildung einer breiten Einheitsfront unter Einschluss der "nationalen Bourgeoisie" und kooperationsbereiter Grossgrundbesitzer (Haydt u.a., S.56).

ab September 1948 ca.
Herbstoffensive der KPCh
Die KPCh kann die Kontrolle über die ganze Mandschurei ausdehnen (Haydt u.a., S.56).

Oktober 1948
Fahnenflucht bei der Kuomintang: Überlaufen zu kommunistischen Truppen
Angesichts einer sich abzeichnenden Niederlage der KMT-Truppen läuft eine Reihe nationalchinesischer Militärführer in der Mandschurei unter Mitnahme der von den "USA" gelieferten Waffen und anderen Ausrüstungsgegenständen zu den Kommunisten über. Insgesamt sind es schätzungsweise 330.000 Mann. (North, S.230). Nach "US"-Einschätzung sind die Soldaten der Mandschurei die besten chinesischen Soldaten, die zum Teil in den "USA" ausgebildet wurden. Die Kuomintang hat keine Führung mehr, die die Truppe zusammenhält (North, S.181).

die kapitulierenden KMT-Truppen werden in die kommunistischen Truppen aufgenommen (Fairbank, S.268).
ab 7.11.1948 (bis 10.1.1949)
Schlacht um Huai-Hai
zwischen Kräften der KPCh und der Kuomintang. Die Schlacht ist entscheidend, denn Huai-Hai ist strategisch das Tor zu Zentralchina (North, S.178).

Volksrepublik China: Besetzungen (gelb) durch
                    die chinesischen Armeen 1947-1962, Karte
vergrössernVolksrepublik China: Besetzungen (gelb) durch die chinesischen Armeen 1947-1962, Karte

Haupt-Frontlinien-Komitee 1948: Su
                              Yu, Deng, Liu Bocheng, Chen Yi und Tan
                              Zhenlin.   



vergrössern Das Haupt-Frontlinien-Komitee: Von links: Su Yu, Deng, Liu Bocheng, Chen Yi and Tan Zhenlin.


November 1948
KPCh: Gründung eines Frontlinien-Komitees
Die Revolutions-Militärkommission des Zentralkomitees richtet ein fünfköpfiges Haupt-Frontlinien-Komitee ("General Front Line Committee") ein, mit Deng als Minister, um eine einheitliche Führung für die Armeen in den zentralen Hochebenen und in Ost-China zu gewährleisten.
(http://www.cbw.com/asm/xpdeng/soldier.html)

Chinesische Kunstschätze von Shanghai nach Taiwan
Das Regime von Chiang Kai-Shek beschliesst, die chinesischen Kunstschätze den Kommunisten zu entziehen und nach Taiwan zu transportieren. Die Bereitstellung dreier Schiffe in Shanghai dauert 2 Monate. Vor dem Transport werden die Kunstschätze in Shanghai noch einmal auf Fälschungen untersucht.
(Taiwan Nachrichten vom 15.7.2003; http://64.233.183.104/search?q=cache:_tZAgWbiyIwJ:members.chello.at/gio-vienna/tn/03-12.pdf+Chongqing+bombardiert&hl=de)

Dezember 1948
Bericht des "US"-Militärattaché über noch mehr Verluste der Kuomintang
-- Totalverlust der Nationalisten von 17 ursprünglich von den "USA" ausgerüsteten Divisionen

-- von September bis Dezember haben die Nationalisten ca. 400.000 Gewehre und eine Million Mann verloren (North, S.181).

Ende 1948
China: Inflation, Hunger, Aufstände und Überschwemmungen
Am 24.12.1948 ereignet sich in Shanghai ein Hungeraufstand. Inflation, Überschwemmungen und Hungersnöte werden wesentliche Faktoren bei der Unterminierung des nationalistischen Regimes. Die Machtergreifung von Maos Kommunisten wird dadurch erleichtert (North, S.174).

China 1948-1949: Fluchtbewegung der
                            Nationalisten der KMT nach Taiwan   



China 1948-1949: Fluchtbewegung der Nationalisten der KMT nach Taiwan



Die nationalistischen Kuomintang-Truppen sind in katastrophalem Zustand - Plünderungen und Vergewaltigungen - die Unterstützung in der Bevölkerung nimmt ab
Ende 1948 ist die Position der chinesischen Nationalisten ziemlich trostlos. Die demoralisierten und undisziplinierten nationalistischen Truppen sind für die kommunistische Volksbefreiungsarmee kein Gegner mehr. Die Kommunisten haben sich im Norden und im Nordosten gut eingerichtet. Obwohl die Nationalisten numerisch und waffenmässig Vorteile haben, ein viel grösseres Gebiet und grössere Bevölkerungsteile als ihre Gegner kontrollieren und dazu noch internationale Unterstützung geniessen, verlieren die Nationalisten immer mehr an Schlagkraft wegen extremer Unmoral und der um sich greifenden Korruption in der Truppe. Auch die Unterstützung in der Bevölkerung nimmt immer mehr ab.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

Die abziehenden KMT-Truppen der Militärdiktatoren plündern und vergewaltigen (Fairbank, S.278). Gleichzeitig verpasst die KPCh keine Gelegenheit, die Kriminalitäten der KMT-Truppen anzuprangern (Fairbank, S.270).

1948 / 1949
Taiwan: Flüchtlingswelle von Nationalisten nach Taiwan - das chinesische Gold auf Taiwan
Jede Niederlage der Kuomintang bringt mehr Flüchtlinge der Nationalisten nach Taiwan, das letzte Rückzugsgebiet der "Republik China" unter Chiang Kai-Shek. Insgesamt sind es über zwei Mio. Flüchtlinge.
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)

Es gehen dabei nur diejenigen KMT-Leute nach Taiwan, die sich nicht auf eine Zusammenarbeit mit der KPCh einlassen wollen (Fairbank, S.270).

Und Chinas Goldreserven werden auch gleich nach Taiwan ausgelagert, damit das Gold nicht den "Kommunisten" in die Hände falle.
(http://news.bbc.co.uk/hi/english/static/in_depth/asia_pacific/2000/taiwan_elections2000/1949_1955.stm)

[Die taiwanische Bevölkerung hat über diese Fluchtbewegung der Kuomintang nach Taiwan / Formosa gar keine Freude, und schon gar kein Mitbestimmungsrecht!]


1949: Peking eingeschlossen - Vorbereitung der "Volksrepublik China" - Siege der Truppen der KPChina: Mao in Peking - zum Teil kampflose  Ausbreitung der kommunistischen Truppen - das Chaos auf Formosa/Taiwan durch die Truppen von Chiang Kai-Shek - der Bürgerkrieg geht endlos weiter

Anfang 1949
Nationalistische Waffen fallen an die Kommunisten - kommunistisches Vordringen über die Mauer
Nach vielen Rückschlägen bei Operationen in der Mandschurei - vor allem beim Versuch, die Hauptstädte zu besetzen - sind die Kommunisten dann doch in der Lage, die Macht in der Region zu übernehmen und grosse nationalistische Einheiten gefangenzunehmen.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

In den ersten Tagen des Jahres 1949 fallen den Kommunisten wichtige nordchinesische Städte in die Hände (Haydt u.a., S.56).

Dadurch fallen Panzer, schwere Artillerie und andere kombinierte Bewaffnung für Offensivoperationen in die Hände der kommunistischen Armee, und so kann die KPCh nun auch südlich der Grossen Mauer eine Offensive führen.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

Januar 1949
Peking ist eingeschlossen
Der KMT-Befehlshaber kapituliert mit allen seinen Truppen und bekommt später auf Taiwan eine neue hohe Stelle (Fairbank, S.268).


Vorbereitung der "Volksrepublik China"
Mao lässt nach demselben Schema von Guerilla und dem System der "drei Drittel" wie schon 1938 neue Regierungen einrichten (North, S.148).

In der Machtübernahme ballen sich gleichzeitig die kulturellen, historischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und psychologischen Triebkräfte eines Millionenvolkes:

->> totaler Ausbreitungsdrang nach Innen und Aussen mit "chinesischer Methode"
->> Imperialisten sollen aus China rausgeworfen werden (North, S.202)
->> Konflikte mit Russland sind vorprogrammiert, denn China und Russland machen sich Konkurrenz um Einfluss in der Welt

plus: Chinesisches Ziel ist es, China zur "Grossmacht" von einst zu machen (North, S.203).

Taktik Maos
China bezieht zuerst kräftig Hilfe aus Russland. Die Hilfe widerspricht den wachsenden Schwierigkeiten zwischen Mao und Moskau
->> der Weltkommunismus bekommt zwei "Hauptstädte" Moskau und Peking (North, S.203).

10.1.1949
Kommunistischer Sieg in Huai-Hai
Deng Xiaoping lässt die Bauern um die untätigen Panzer von Chiang Kai-Shek einen Ring von Panzerfallen graben. Chiangs bisher untätige Panzer rundherum blockiert (Fairbank, S.268). Die "US"-Führung ist entsetzt... (Fairbank, S.269).

->> ca. 550.000 Kuomintang-Soldaten flüchten
->> die Kommunisten erobern grosse Mengen an "amerikanischem" Kriegsmaterial (North, S.178).

Januar 1949
Peking wird kommunistisch
Peking fällt kampflos an die Kommunisten (North, S.231). Der Einzug der kommunistischen Armee findet mit erbeuteten "amerikanischen" Panzern und mit erbeuteten "amerikanischen" Transportwagen statt (Fairbank, S.268).
->> die Invasion der Kommunisten nach Süden wird möglich
->> Chiang Kai-Shek zieht sich nach Formosa zurück (North, S.181).

Beiping wird wieder in Peking / Beijing umbenannt.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

Ab Januar 1949 ca. wird in ganz Nord-China die Landreform für die verarmten Bauern vollzogen (Fairbank, S.280).

21.1.1949
Rücktritt von Chiang Kai-Shek - Li Tsung-Jen wird Präsident
(Haydt u.a., S.56)

Die KMT lehnt die Friedensbedingungen der Kommunisten ab. In der Folge startet die KPCh eine weitere Offensive. Damit beginnt für Chiang Kai-Shek und zahlreiche weitere Mitglieder der Nationalregierung der Rückzug auf die Insel Taiwan (Haydt u.a., S.56).

29.1.1949
Chinesische Kunstschätze: Das letzte der drei Schiffe legt ab
700 Kisten werden in Peking-China zurückgelassen, um Flüchtlingen nach Taiwan Platz zu bieten. Auch aus Kostengründen werden grosse Teile der Sammlung - v.a. alte offizielle Dokumente - zurückgelassen.
(Taiwan Nachrichten vom 15.7.2003; http://64.233.183.104/search?q=cache:_tZAgWbiyIwJ:members.chello.at/gio-vienna/tn/03-12.pdf+Chongqing+bombardiert&hl=de)

22.2.1949
Taiwan: Ankunft des Grossteils der chinesischen Kunstschätze im Hafen Keelung
Weitertransport nach Taichung.
(Taiwan Nachrichten vom 15.7.2003; http://64.233.183.104/search?q=cache:_tZAgWbiyIwJ:members.chello.at/gio-vienna/tn/03-12.pdf+Chongqing+bombardiert&hl=de)

5.-13.3.1949
2. Plenum des Zentralkomitees (ZK) der KPCh
Beschlüsse:
-- der Schwerpunkt der Parteiarbeit ist vom Land in die Städte zu verlegen
-- damit wird die kommunistische Arbeit in den Städten wieder aufgenommen, die seit 1928 nicht mehr hat stattfinden können (Haydt u.a., S.56).

April 1949
Kommunistische Truppen überschreiten den Yangtze
(North, S.231)

[Dieser Feldzug der KPChina nach all dem Vorgefallenen und nach all den Vorbereitungen wird nun ein "Spaziergang" für die kommunistische Armee...]

Karte
                          von China 1946-1950 mit den Besetzungen der
                          KPChina unter Mao (kommunistische Gebiete in
                          Rot)
Karte von China 1946-1950 mit den Besetzungen der KPChina unter Mao (kommunistische Gebiete in Rot)

Dabei ist sehr gut zu sehen, dass Maos Einfluss zuerst auf dem Land zunimmt (Schulungsprogramme), und erst am Ende die Städte besetzt werden.

April bis November 1949
Fast kampfloses Vordringen der Kommunisten
Zwischen April und November 1949 gelingt es den Kommunisten, bei minimalem Widerstand die Macht in den Städten zu übernehmen, auch dank der Tatsache, dass sich in den meisten Fällen die umliegenden ländlichen Gebiete und kleinen Städte schon lange unter kommunistischem Einfluss befinden.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

Die Flüchtlingswelle nach Formosa / Taiwan: Chaos und insgesamt 2,6 Mio. Flüchtlinge
Jede kommunistische Besetzung produziert wiederum eine nationalistische Flüchtlingswelle in Richtung Taiwan. Chiang Kai-Shek und 600.000 Mitglieder der nationalistischen Armee flüchten samt 2 Mio. Flüchtlingen - vor allem Mitglieder aus der Regierung und Geschäftsleben - auf die Insel Formosa / Taiwan. Auf Taiwan regt sich nur vereinzelt Widerstand, vor allem am Südzipfel der Insel.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

Über eine Million der führenden kapitalistischen Klasse der Kuomintang KMT und Soldaten ziehen sich nach Taiwan zurück.
(http://www.taipeitimes.com/News/archives/2001/02/25/0000075184)

Das ganze Jahr hindurch und mit jeder weiteren militärischen Niederlage des KMT-Militärs gegen Maos Kommunisten gelangen immer mehr KMT-Truppen und Vertreter nach Taiwan, manchmal widerwillig. Manchmal müssen die verärgerten KMT-Soldaten nach Taiwan gebracht werden, damit sie nicht zu den Kommunisten überlaufen.
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

Da Chiang Kai-Shek behauptet, ganz China zu repräsentieren, lässt er alle Staatseinrichtungen seiner Festlandregierung nach Taiwan transferieren, samt dem Parlament mit den Repräsentanten aller Festlandprovinzen.
(http://news.bbc.co.uk/hi/english/static/in_depth/asia_pacific/2000/taiwan_elections2000/1949_1955.stm)

Auch die Taiwanesen sind alles andere als glücklich, diese Soldaten auf der Insel zu haben. Einige wollen die Unabhängigkeit, andere favorisieren die Kommunisten, ein anderer Teil will einfach eine gute Regierung. Der britische Konsul berichtet es treffend: "Es gibt kaum einen, der die Fortsetzung des gegenwärtigen Regimes wünscht."
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

Das Potential von zwei Millionen meist verarmten Flüchtlingen auf einer Insel mit einer Stammbevölkerung von sechs Millionen verursacht starke ökonomische und soziale Verwerfungen. Beides, das selbstherrliche Verhalten der Exilierten wie auch die barbarische Razzia bei jeder Art von Widerstand bewirkt Spuren, die noch um die Jahrtausendwende nicht verheilt sein werden
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

Taiwan 1949
Karte mit Taiwan / Formosa
                          und mit den Inselgruppen Pescadores, Quemoy
                          und Matsu
Karte mit Taiwan / Formosa und mit den Inselgruppen Pescadores, Quemoy und Matsu
Generalissimo Chiang Kai-Shek
                          muss sich mit ein paar Inseln begnügen...
Generalissimo Chiang Kai-Shek muss sich mit ein paar Inseln begnügen...
China 1949: Rückzug der
                          Nationalisten nach Taiwan
China 1949: Rückzug der Nationalisten nach Taiwan

Mai 1949
Kommunistischer Einzug in Shanghai
Nach 15 Tagen schwerem Kampf können 150.000 Mann gegnerische Truppen, die sich in Shanghai verschanzt hatten, verjagt werden. Die grösste Stadt Chinas wird im Mai 1949 von den Kommunisten eingenommen.
(http://www.cbw.com/asm/xpdeng/soldier.html)

Shanghai Mai
                  1949: Einzug der Kommunisten
Shanghai Mai 1949: Einzug der Kommunisten

Juni 1949
Chiang Kai-Sheks Truppen auf  Taiwan - der Bürgerkrieg geht endlos weiter - Taiwan erklärt die "Schliessung" aller Festland-Häfen (!)
   
Dictatore Chian Kai-Shek mit Frau auf
                            Formosa 1948-1955


Chiang Kai-Shek
mit Frau 1949 ca.
Der Bürgerkrieg in China wird mit dem Rückzug Chiang Kai-Sheks nach Formosa / Taiwan nicht offiziell beendet. Die hauptsächlichen Feindlichkeiten aber werden beendet. Die Kommunisten kontrollieren Kontinental-China, und den Nationalisten verbleiben Formosa / Taiwan, Penghu und einige abseits gelegene Inseln vor der chinesischen Provinz Fujian. Diese letzteren Inseln sind aus Sicht Taiwans die Voraussetzung für eine Rückeroberung des Festlandes, auch wenn die "USA" Taiwan vorerst kaum unterstützen.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

Das Pentagon meint dabei, die Insel Taiwan sei gegen Peking-China sowieso kaum zu verteidigen und eine kommunistisch-chinesische Invasion werde unvermeidlich sein.
(http://www.watchingamerica.com/thechinapost000002.html)

Taiwan versucht nun mit seiner Seestreitmacht, den internationalen Schiffsverkehr in der Taiwan-Strasse zwischen Taiwan und China zu verunmöglichen, vor allem mit Angriffen auf britische Schiffe und auf Schiffe des Sowjetblocks. Die "Krisen in der Taiwan-Strasse" werden zu einem fast regelmässigen Ereignis...
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

Taiwan: Zu wenig Mitglieder der Nationalversammlung anwesend - der gesetzmässige Notstand
Es sind zu wenige Mitglieder der Nationalversammlung der Republik China nach Taiwan gekommen. Somit ist es [gesetzlich] nicht möglich, an der Kuomintang-Verfassung Ergänzungen vorzunehmen oder die provisorischen Gesetze zu verändern.
(http://www.twcenter.org.tw/e02/20011224.htm)

15.-19.6.1949
Peking: 1. Sitzung eines Ausschusses unter Mao zur Vorbereitung einer Konsultativkonferenz
und zur Bildung einer Koalitionsregierung der Einheitsfrontparteien (Haydt u.a., S.56).

Mitte 1949?
Nanking / Nanjing wird kommunistisch besetzt
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1945.asp)

Die KPCh ist selbst überrascht, dass die KMT so schnell zusammenbricht. Die Führung der KPCh ist festgefügt und kampferprobt (Fairbank, S.277).

21.9.1949
Peking: Zusammentritt der Politischen Konsultativ-Konferenz des chinesischen Volkes
mit 584 stimmberechtigten Delegierten aller Einheitsfrontparteien (Haydt u.a., S.56).

21.9.1949?
Mao erklärt den Begriff "Volk"
Mao erklärt, dem "Volk" Demokratie zu erlauben, gegenüber Reaktionären aber diktatorisch vorzugehen:

"Im gegenwärtigen Stadium in China ist es die Arbeiterklasse, die Bauernklasse, die Kleinbürgerschaft und die Nationalbürgerschaft. Unter der Führung der Arbeiterklasse und der KP vereinigen sich diese Klassen, um ihren eigenen Staat zu bilden und ihre eigene Regierung zu wählen [und um so] eine Diktatur über die Lakaien des Imperialismus auszuüben - die Klasse der Grossgrundbesitzer, die bürokratisch-kapitalistische Klasse (North, S.183) und die KMT-Reaktionäre und ihre Hintermänner, die diese Klasse repräsentieren […] Diese beiden Aspekte, nämlich die Demokratie unter dem Volk und Diktatur gegenüber den Reaktionären, vereinigen sich zur demokratischen Diktatur des Volkes." (North, S.183-184)

Mao will eine proletarische Hegemonie über die anderen vier gegnerischen Klassen errichten. Hierzu soll der kommunistische Parteiapparat verstärkt werden mit
-- Volksarmee
-- Volkspolizei
-- Volksgerichtshöfen

->> nach Mao "die Werkzeuge der Klassen, um Klassen zu unterdrücken." (North, S.184)

->> der Staat muss eine Klasse nach der anderen "umerziehen" und sie dann als "Volk" in die kommunistische Bewegung aufnehmen

->> der Staat ist eine Institution zur Umformung des Denkens

->> der Staat ist eine Institution zur Durchführung der Revolution bis zum Ende (North, S.184)

was auch ein Gebietsprogramm beinhaltet, das nach der Sun-Propaganda ausgerichtet ist.

-> MAO ERSETZT NUR EINEN ZWANG DURCH EINEN ANDEREN...

27.-30.9.1949
Peking: Zwei "Organisationsgesetze"
Die Zentrale Volksregierung der Volksrepublik (VR) China und die Politische Konsultativkonferenz verabschieden zwei "Organisationsgesetze" sowie ein gemeinsames Programm. Mao Tse-Tung wird zum Ersten Vorsitzenden der Zentralen Volksregierung und damit zum neuen chinesischen Staatsoberhaupt gewählt (Haydt u.a., S.56).

Das Organisationsgesetz: Die "demokratische Volksdiktatur"
Art.1:  Die Volksrepublik ist ein Staat der "demokratischen Volksdiktatur", geführt von der Arbeiterklasse und getragen von einem Bündnis der Arbeiter und Bauern. Um sie herum sammeln "sich alle demokratischen Elemente und die verschiedenen Nationalitäten des Landes." (Haydt u.a., S.57)

Artikel 2 bis 31 beschreiben die Struktur und die Kompetenzen des Zentralen "Volksregierungsrats", des "Staatsverwaltungsrats", des Revolutionären Militärrats mit Macht über die "Volksbefreiungsarmee" (VBA), des Volksgerichts und der Volksstaatsanwaltschaft (Haydt u.a., S.57).


1.10. 1949: Ausrufung der "Volksrepublik China" durch Mao - die Ausgeschlossenen - Chiang Kai-Shek auf Formosa

Mao Zedon ruft am 1.10.1949 die
                              Volksrepublik China aus   



vergrössernMao Zedong ruft am 1.10.1949 die Volksrepublik China aus.


Fahne Chinas ab 1949
Fahne des kommunistischen Chinas ab 1949



Mao Tse-Tung ruft in einer Rede vor 200.000 Leuten in Peking (North, S.181) vor dem "Tor des Himmlischen Friedens" (Haydt u.a., S.56) die Volksrepublik China aus (North, S.181) und enthüllt dann als erster die neue Nationalflagge.
(http://www.cbw.com/asm/xpdeng/revolutionary.html)

Mao Zitat:
"Das chinesische Volk ist aufgestanden. Die Auferstehung hat eine grosse Bedeutung, denn bisher musste das chinesische Volk auf den Knien gehen."
(http://news.bbc.co.uk/hi/english/static/special_report/1999/09/99/china_50/mao.htm)

Mao gibt die Zusammensetzung der neuen Koalitionsregierung bekannt (Haydt u.a., S.56).

Das kommunistische Programm unter Mao setzt fest:
-- die neue Regierung gehöre dem "Volk"
-- vom "Volk" ausgeschlossen sind

oo Grossgrundbesitzer
oo Bürokratische Kapitalisten
oo Kuomintang-Reaktionäre und ihre Hintermänner, die "Lakaien" und "Laufburschen" des Imperialismus (North, S.183)
->> alle die aufgezählten Leute stehen ab sofort "ausserhalb des Volkes" (North, S.184).

Viele Mitglieder der herrschenden Schichten der alten Gesellschaft fliehen (Haydt u.a., S.58).

Chiang Kai-Shek hat sein Hauptquartier schon nach Formosa verlegt (North, S.181,231).

Die Gründung des kommunistischen China ist als "kommunistische Dynastie" zu verstehen, mit einer totalen Zensur und einer unterdrückenden Ideologie wie zu des Kaisers Zeiten, gemäss Fu eine Mischung von Konfuzianismus und Legalismus.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/chinhung.htm; Zhengyuan Fu: Autokratische Tradition (Autocratic Tradition) 1993, S.172)

Fortan wird die Propaganda für das "Neue China" betrieben (Fairbank, S.293). Die Mao-Clique der "Veteranen" vom "Langen Marsch" kommt nun an die Macht. Die Führung besteht aus lauter "alten Kameraden" (Fairbank, S.240). Die "Wissenschaft" soll über Yin und Yang herrschen (Fairbank, S.361).

Die Bevölkerung erlebt einen lange anhaltenden Babyboom (Fairbank, S.290) [in der falschen Hoffnung auf Besserung der Umstände].

Anerkennung und Verdammung Maos
Die "SU" und andere osteuropäische Staaten anerkennen Maos neues China noch am 1. Oktober 1949 (Haydt u.a., S.61).

Die "Amerikaner" in der "amerikanischen" Politik, die einseitig auf die Kuomintang gesetzt haben und die KPCh verdammt haben, werden aus China rausgeworfen (Fairbank, S.262).

[Es handelt sich um eine der grössten diplomatischen Niederlagen der "US"-Geschichte. Die dummen "USA" waren nie bereit, die chinesischen Bauern mit in ihre Beurteilungen miteinzubeziehen...].

Der Mao-Staat: Die Demokratie auf dem Papier
-- 31 Ministerien
-- der Ministerpräsident steht dem Staatsverwaltungsrat und den 31 Ministerien vor (1949 bis 1976 Chou Enlai)
-- die nichtkommunistischen Parteien und Verbände sind relativ stark vertreten, aber alle wichtigen Positionen sind in der Hand der KPCh
-- der Einfluss der Kommunisten kommt vor allem über den Revolutionären Militärrat und die Regionalverwaltungen, die von den Feldarmeen aufgebaut und getragen werden (Nordchina, Nordost-China, Nordwest-China, Ostchina, Südwest-China)
-- die Regionalverwaltungen verfügen anfangs über eine relativ grosse Selbständigkeit, die aber bis 1954 völlig abgebaut wird, so dass 1954 ihre Auflösung erfolgt (Haydt u.a., S.57)

Mao ohne Kenntnisse in der Wirtschaftspolitik
Mao realisiert tragischerweise seine Schwäche in Sachen Wirtschaftspolitik nicht. Er kann - im Gegensatz zu seinem militärischen Führungsstil - in der Wirtschaftspolitik keine Einheit aus Wissen und Handeln herstellen (Fairbank, S.232).

Die Mao-Führung hat keine Erfahrung für den Aufbau einer modernen Gesellschaft, und es fehlt an Personal (Haydt u.a., S.54).

Der Kampf von Mao hört nicht auf - bis zur Selbstzerstörung

Die "Vier Muss"
Innenpolitisch hat Mao viele Vorteile, weil in China ein enormer Reformstau besteht. Eines seiner Programme besteht aus den "Vier Muss", vier Gegenstände, die jeder Haushalt besitzen soll: Fahrrad, Radio, Uhr und Nähmaschine.
(http://userpage.fu-berlin.de/~oas/SinoNeu3/chinese_history_online/prc_history/glossar.html)

Die Einführung des erblichen Klassenstatus
Mao lässt die "Vier schlechten Typen" definieren:
-- Grossgrundbesitzer
-- reicher Bauer
-- Gegenrevolutionär
-- schlechtes Element (Fairbank, S.340).

Zwischen den Klassen entwickelt sich eine Art Klassensystem [bzw. Kastensystem, mit Kollektivschuld, Kinder von Eltern dieser Klassen werden diskriminiert und können nicht aufsteigen etc.].

Personenkult in der Zeit von 1948 bis 1955
Maos Personenkult: Plakat mit
                          halbem Hitlergruss und Marscharmee
Maos Personenkult: Plakat mit Maos roter Sonne mit Marscharmee

[Mao präsentiert sich also mit der gleichen Sonne wie früher die japanische Armee, mit einer roten Strahlensonne].
Maos Personenkult: Demonstration mit
                            Mao-Fotos 1948-1955
vergrössern Maos Personenkult: Demonstration
mit Mao-Fotos 1948-1955

Deng Xiaoping
Deng bekleidet in der Regierung der neuen Volksrepublik China mehrere wichtige militärische und zivile Ämter, ist Mitglied des Generalführungsstabes der Volksbefreiungsarmee, Mitglied des Zentralkomitees, Mitglied des Politbüros, Generalsekretär der KPCh, Vizeprimierminister des Staatsrates.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/dxp.html)


Die Struktur von Maos Terror-Regime als Kopie des Stalin-Terrors: "Klassenfeinde", Gulag

[Es ist leicht, einen Erfolg zu erringen, aber es ist eine Kunst, das Gleichgewicht zu finden, so dass der Erfolg auch ein Erfolg wird. Hitler konnte es nicht, Lenin konnte es nicht, Stalin brauchte auch einen Gulag, und Mao auch...].

1949-1954
6 Militärverwaltungsbezirke - Regierung durch Militärkomitees
(Fairbank, S.277)

Maos Denkweisen
Maos Gedanken kennzeichnen den Höhepunkt des sowjetischen Einflusses in China (Fairbank, S.287). Maos vordringliche Ziele sind das Heranzüchten einer Intelligenzschicht zur Stützung des Regimes sowie die Bildung der Bauernmassen (Fairbank, S.286).

Mao strebt nach der Einbindung der Bauern (Fairbank, S.364). Mao bleibt dabei im Klassenkampf verhaftet. Er meint, er müsse dauernd die Macht der Staatsinstitutionen und deren Korruption beschränken, um die Bauern von Beschränkungen freizuhalten. So schränkt er die Institutionen immer wieder ein und bekämpft den neu aufgebauten Staat (Fairbank, S.306).

Mao hört 1949 nicht zu kämpfen auf. Dies ist sein Hauptfehler: Er korrigiert seinen "maoistischen Revolutionsstil" nie (Fairbank, S.300). Mao ist ein "bäuerlicher Held". Er hat keine Geduld, kein Wissen und keine Bescheidenheit. Eigentlich ist er nur für einen Bauernaufstand zu gebrauchen. Über China selbst und über die Aussenwelt hat Mao kaum eine Ahnung. Er kann seinen Kampfgeist nach 1949 nicht aufgeben (Fairbank, S.364).

Im Gegensatz zu Maos Bestrebung, die noch analphabeten Bauern zu integrieren, strebt die Partei nach Modernisierung des Staates und die Bauern sind dabei nur hinderlich (Fairbank, S.364).

[Mao bleibt im Revolutionswahn verhaftet. Weiterbildung in Friedenszeiten ist bei Mao nicht vorgesehen].

Maos vorläufiges "Gemeinsames Programm" der "Neuen Demokratie"
->> gewährleistet eine Überwachung der nicht-proletarischen Klassen
->> gewährleistet Schutz vor Störmanövern (North, S.153).

Das Ziel ist
-- bis 1973 der Aufbau eines erstklassigen sozialistischen Regimes
-- den "Westen" leistungsmässig zu überholen (North, S.185).

Zum Aufbau der Industrie ist Startkapital notwendig, das in China aus der Landwirtschaft oder durch Einschränkungen beschafft werden soll (North, S.185).

Mao lässt eine "Beratende Volkskonferenz" als oberstes Regierungsorgan einrichten, quasi eine neue Einheitsfront, mit Kommunisten und Nicht-Kommunisten. Später werden die Nicht-Kommunisten selbstverständlich immer mehr durch Kommunisten ersetzt (Fairbank, S.279).

Maos Nimbus ist unangreifbar - die immer wieder wiederholte Zerstörung der Eliten
Die Führung Maos wird für die Volksmassen sakrosankt. Mao gebärdet sich wie ein Kaiser, und wenn der Kaiser die Zerstörung will, dann macht die Partei mit. Mao kann somit jede Abqualifizierung und Hetze vornehmen. Er zerstört regelmässig die neuen Eliten, die sich unter seiner Regierung etablieren. Gemäss Mao sind die Eliten ein Zeichen dafür, dass die Revolution versagt habe (!) (Fairbank, S.317).

Mao, der selbst als Quasi-Kaiser fungiert, und der der Ungleicheste unter allen "Gleichen" ist, betreibt regelmässig Aktionen zur Gleichmacherei mit dem vorgegebenen Ziel, den Bauernmassen Wohlfahrt und Bildung zu bringen (Fairbank, S.317). Mao zerstört also immer wieder die neuen Eliten, die er hervorbringt, damit die Philosophie der Gleichheit stimmt (Fairbank, S.318).

[Damit schafft sich Mao einen ewigen Lehrermangel...]

Peking-China: Wirtschaftliche Erholung - erfolgreiche Inflationsbekämpfung und Wiederaufbau
Die Phase von 1949 bis 1954 gilt der wirtschaftlichen Erholung und der Mobilisierung der gesamten Bevölkerung. Örtliche KMT-Beamte (ca. 2 Mio.) werden meist übernommen. Die KPCh hätte mit 1 Mio. Kadern auch nicht die Kraft, alle zu ersetzen (Fairbank, S.277).

Mit der Verstaatlichung der Banken, mit dem Handel innerhalb von Handelsgenossenschaften und mit der Einführung von Gehaltszahlungen in Naturalien und Naturalien-Wechseln bei Banken wird die Inflation und die Spekulation wirksam eingeschränkt. Die Inflation sinkt auf jährlich 15%. Der Wiederaufbau der Eisenbahnlinien und der Schifffahrt ist kein Problem (Fairbank, S.278).

In den Städten herrscht eine euphorische Stimmung, die durch die disziplinierte und hilfsbereite Armee mit Leuten vom Land zusätzlich unterstützt wird (Fairbank, S.278). Die kommunistische Armee und die Partei schaffen Ordnung, säubert Strassen und Kanalisationen, nimmt Bettler, Prostituierte und Kleinverbrecher in die "Umerziehung", ausländische Vorrechte werden aufgehoben und die Korruption unterdrückt, die Alphabetisierung wird vorangetrieben, öffentliche Bauten werden repariert, Hygienekampagnen werden gestartet und die "Neue Demokratie" und "Maos Gedanken" gelesen. Die Jugend ist blind und fügt sich in das Manipulationssystem mit ein (Fairbank, S.278). In die Verwaltung werden schrittweise kommunistische Kader eingeschleust (Fairbank, S.279).

Für den Wiederaufbau und die industrielle Entwicklung wird die Hilfe von 10.000 sowjetischen Fachleuten benötigt (Fairbank, S.310).

[Der Reformstau der Kaiserjahre und der KMT-Jahre wird jetzt aufgelöst. Die Regierung reitet automatisch auf einer Welle des Erfolgs, wenn die Inflation niedrig bleibt].

Peking-China: Einführung der Gleichberechtigung
Mao lässt die Gleichberechtigung von Mann und Frau einführen. Dabei bekommen Frauen dieselben Rechte, erleiden aber durch Arbeit und Familie eine Doppelbelastung, die dadurch verschärft wird, dass Kühlschränke und Verhütungsmittel noch Mangelware sind. Allein die Besorgungen und das Schlangestehen dauern stundenlang (Fairbank, S.279).

Peking-China: Einführung der Zwangs-Massenorganisationen - Mitgliedschaften bei der KPCh
bei Arbeitern, Frauen, Jugend und freien Berufen. Die Mitgliedschaft ist Pflicht, und die Organisationen werden für Kampagnen bzw. für Demonstrationen missbraucht:
-- gegen "Konterrevolutionäre"
-- gegen Staaten wie die "USA" und für Staaten wie Korea
-- zur Bekräftigung der 3-Anti-Bewegung oder der 5-Anti-Bewegung in den Städten etc. (Fairbank, S.279).

Mit diesen Massendemonstrationen hat die Partei die Volksmassen unter Kontrolle (Fairbank, S.279-280), wobei der Zwang durchaus mit Terror gleichgesetzt werden kann. Gleichzeitig ergibt sich ein Spitzelprozess oder Ausleseprozess. Wer zweifelhafte Loyalität zum Mao-Regime zeigt, wird von Spitzeln angeschwärzt, oder wer ausserordentliches Engagement zeigt, kann sich als Aktivist qualifizieren (Fairbank, S.280).

Durch diesen Gruppenzwang [und sicher auch beeinflusst durch den Koreakrieg] steigt die Mitgliederzahl der KPCh von 1947 2,7 Mio. auf 1953 6,1 Mio. (Fairbank, S.280).

Mao: Tote spielen keine Rolle - der kopierte Stalin-Terror
Mao ist wie Stalin ein schlimmerer Mörder als Hitler. Mao tyrannisiert über ein Vierteljahrhundert lang die weltweit bevölkerungsreichste Nation. Die meisten Zählungen kommen auf etwas weniger Todesopfer als bei Stalin. Die Fehlerquote macht es jedoch möglich, dass auch Mao der grösste Massenmörder des Jahrhunderts sein könnte. Mao ist für den chinesischen Kommunismus Lenin und Stalin in einem. Er begründet und entwickelt das tödliche System. Das Töten beginnt gleich von Anfang an.

Mao kopiert den Stalin-Terror. Gegenüber Stalin ist Mao aber innerhalb der Partei nie so brutal, die interne Opposition in der Kommunistischen Partei Chinas vollends auszulöschen. Dies könnte dazu beigetragen haben, dass die Mao-Politik nicht noch schlimmer ausfällt.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/comfaq.htm#part7)

"Klassenfeinde": Inhaftierung von nationalen Generälen der Kuomintang in Mao-China
Überlebende Generäle der Kuomintang-Truppen werden ab 1949 z.T. jahrzehntelang ins Gefängnis geworfen, zum Beispiel:

-- Du Yuming, Kriegsheld in Burma, freigelassen am 4.12.1959 anlässlich einer Amnestie vom 17.9.1959
-- Wu Dehou, freigelassen bei einer Amnestie am 15.12.1975

Bis 1985 dürfen nationalistische Kuomintang-Offiziere nicht als Nationalhelden gelten...
(http://www.uglychinese.org/war.htm)

Der chinesische Gulag für "Klassenfeinde": Über 10 Mio. Tote
Mao lässt die chinesischen Bauern für eine kurze Zeit in Ruhe. Gleichzeitig muss er aber die Konterrevolution durch die intellektuell höher stehenden und nationalistischen Chinesen verhindern und richtet dafür den eigenen chinesischen Sklavenlager-Gulag ein.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/chinhung.htm)

Mit Hilfe sowjetischer "Berater" richtet Mao einen chinesischen Gulag ein - ein Reich von Sklaven-Arbeitslagern, gefüllt mit kaum ernährten "Konterrevolutionären". Wie unter Stalin umfassen die Gefangenen alle möglichen Leute: Ehemalige Landlords, reiche Bauern, Beamte unter Chiangs Regime, und eventuell Ausgestossene der Kommunistischen Partei selbst
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/comfaq.htm#part7)

sowie religiöse Führer.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/chinhung.htm)

Schätzungen für exekutierte Landlords, reiche Bauern, Dissidenten, ehemalige Beamten der nationalistischen Kuomintang und für andere "Konterrevolutionäre" belaufen sich auf vielleicht bis zu 10-15 Millionen.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/comfaq.htm#part7)

Jasper Beckers Buch "Hungry Ghosts" / "Hungrige Geister" schätzt für den Höhepunkt der Sklavenlager über 10 Mio.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/chinhung.htm)

Die Bedingungen sind tödlich, aber markant besser als jene, die in Stalins Gulag in Sibirien herrschen. Die jährliche Todesrate in den sowjetischen Lagern unter Stalin ist 10-30%, die unter Mao eher 5-10%, wegen des besseren Klimas, aber auch, weil Mao die Leute mehr Arbeit als Vernichtung will. Für Mao werden gut über 10 Millionen Todesopfer im chinesischen Gulag geschätzt.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/comfaq.htm#part7)


Religion ist "Aberglaube"
Religion gilt bei Mao allgemein als "Aberglaube". Religion ist Opium für das Volk.
(http://www.swr.de/lma/archiv/2005/05/29/beitrag9.html)

Der Daoismus ist bedroht
Mit der Gründung der Volksrepublik China 1949 werden die Anhänger des Daoismus zwar nicht automatisch verfolgt, aber doch zunächst unter dem Vorwurf des Aberglaubens geächtet. Der alte Volksglaube des Daoismus ist bedroht.
(http://www.swr.de/lma/archiv/2005/05/29/beitrag9.html)


Ende 1949: Taiwan bleibt unter Kriegsrecht - Sprachverbote auf Taiwan - die "USA" schreiben Taiwan ab

Rückzug von Generalissimo Chiang
                            Kai-Shek nach Taiwan 8.12.1949   



Rückzug von Generalissimo Chiang Kai-Shek nach Taiwan 8.12.1949



8.12.1949
Rückzug von Chiang Kai-Shek nach Taiwan 8.12.1949

Taiwan: Das Kriegsrecht hält unter Chiang Kai-Shek an

Die Bitternis der Vorkommnisse um den "2.28" und die Spannungen in den nachfolgenden 41 Jahren unter Kriegsrecht  klingen nach und nach ab. Aber unter der Oberfläche gärt es in der taiwanesischen Gesellschaft weiter.

(http://www.taipeitimes.com/News/archives/2001/02/25/0000075184)



Dezember 1949
Taiwan: Chiang Kai-Shek proklamiert Taipei als vorübergehende Hauptstadt der Republik China

Dabei behauptet Chiang Kai-Shek, seine Regierung sei die einzige rechtmässige Regierung Chinas...
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

Chiang Kai-Shek schwört, er werde eines Tages nach China zurückkehren.
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1945.asp)

Taiwan unter dauerndem Kriegsrecht - Sprachverbote
Die Chiang-Diktatur verhängt mit dem Kriegsrecht scharfe Beschränkungen für die Zivilbevölkerung und die Innenpolitik. 1000e Oppositionelle werden ins Gefängnis geworfen oder exekutiert, und die Dialekte der Eingeborenenbevölkerung Taiwans werden immer mehr eingeschränkt.
(http://news.bbc.co.uk/hi/english/static/in_depth/asia_pacific/2000/taiwan_elections2000/1949_1955.stm)

Dezember 1949 bis Juni 1950
Die "USA" lassen Taiwan allein
Die meisten Beobachter erwarten, dass die Regierung von Chiang Kai-Shek bei einer kommunistischen Invasion auf Taiwan gestürzt werden würde. Die "USA" zeigen kein Interesse, Chiangs Regierung auf der Insel Taiwan zu unterstützen, bis Nordkorea am 25. Juni 1950 Südkorea besetzt.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

ab Dezember 1949
Die "USA" entfernen alle China-Experten in der eigenen Regierung
Einige "amerikanische" Historiker beobachten, dass der Verlust des Grossteils Chinas an die Kommunisten dem Extremisten Joseph McCarthy in den "USA" die Gelegenheit eröffnet, alle chinesischen Experten aus dem "US"-Staatsapparat zu vertreiben. Diese Aktion wird sich später gegenüber Vietnam rächen, denn diese Experten werden bei der Beurteilung von Vietnam später in der Regierung Kennedy fehlen.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

[Dabei bleibt zu erwähnen, dass der gesamte Kommunismus von "amerikanischen" Bankiers finanziert wird, und die "amerikanischen" Regierungen wissen das...]


1.1.1950: Tibeterklärung: Tibet wird für kommunistisch-chinesisch annektiert erklärt
Mao: Tibet sei Rechtens ein Teil Kontinentalchinas (North, S.206).

1949/50 wird Tibet von der chinesischen "Volksbefreiungsarmee" gewaltsam seiner Eigenständigkeit beraubt und rechtswidrig annektiert.
(http://tibet.logic.at/TibetohneMythos/content/page03.html)

1950 wird der Ostteil Tibets von der Peking-chinesischen Volksbefreiungsarmee besetzt.
(http://www.sinophilia.org/china/storia1.htm)

Das Paradies in Tibet: Keine Strassen, keine Autos
Tibet wird 1950 zu einer "autonomen Region" von Peking-China. Es fahren zu dieser Zeit kaum Fahrzeuge, weil keine Strassen existieren. Die einzigen beiden bisher bekannten Fahrzeuge sind diejenigen des Dalai Lama, eingraviert als "TIBET Nr.1" und "TIBET Nr.2". Sie wurden in Einzelteilen nach Tibet gebracht und dort zusammengesetzt.
(http://www.worldlicenseplates.com/world/AS_TIBE.html)

[Die Strassen für eine militärische Besetzung fehlen noch...]

Die "USA" boykottieren Peking-China
Nach der kommunistisch-chinesischen Besetzung Tibets erklärten die "USA" gegen China ein ökonomisches Embargo und verhindern dessen Eintritt in die UNO.
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1950.asp)

1950
Die Ausgangslage für China, Korea und Taiwan
Korea und Taiwan waren japanische Kolonien und sind von Japan systematisch industrialisiert und umorganisiert worden:
-- mit Schulpflicht
-- mit Alphabetisierung [zumindest auf Primarschulniveau]
-- mit Einführung neuer Produkte (Fairbank, S.365).

Ab 1945 stehen die Ex-Kolonien Korea und Taiwan materiell besser da als China, das nicht umorganisiert wurde, sondern nur zum Teil besetzt wurde. China hängt weiter an der Vergangenheit und hat nie eine Teilöffnung zum Weltmarkt erfahren:
-- 80% der Bevölkerung sind noch in ländlichen Klassenstrukturen organisiert
-- die Bevölkerung ist politisch passiv von einer kleinen Elite regiert, die Fremdenfeindlichkeit verbreitet (Fairbank, S.365).

China hat gesellschaftlich noch viel mehr bewältigen als die Gebiete, die japanische Kolonien waren (Fairbank, S.365). [Und Peking-China muss schliesslich auch noch einen Mao überwinden...]

Anfang Januar 1950
Weitere diplomatische Anerkennungen für Maos China
Maos China wird anerkannt von Grossbritannien, den skandinavischen Staaten, Afghanistan, Israel, Schweiz und Indien (Haydt u.a., S.61).

Chou Enlai bemüht sich bei der UNO, dass die nationalchnesische Delegation von Taiwan aus der UNO ausgeschlossen wird. Anfangs stehen dafür die Aussichten nicht schlecht (Haydt u.a., S.61).


Ab 1950: Maos neues Diktatur-China

Die kommunistische Verwaltung
Die höheren Beamten für höhere Regierungsdienste braucht Mao nicht mehr. Administratoren werden von der KPCh selbst ausgebildet. Der Humanismus wird aus der Politik verbannt (Fairbank, S.289).

Das Verhältnis der Akademiker zum Staat bleibt traditionell eng wie seit der prähistorischen Shang-Dynastie. Eine Trennung von Glauben und Staat wird weiterhin nicht angestrebt (Fairbank, S.287).

[Mao ist der neue Glauben...]

Die Akademiker bleiben und werden weiterhin grösstenteils Beamte und bleiben damit in der jahrtausendealten kaiserlichen Tradition verhaftet (Fairbank, S.287).

Das Recht wird je nach Situation gebogen (Fairbank, S.354), und alles, was der Parteilinie widerspricht, gilt als illegal (Fairbank, S.355).

Der Westen wird ausgesperrt
Der Aussenhandel und fremde Investitionen werden in China fast gesperrt. Es gibt eine absolut zentrale Befehlsgesellschaft nach sowjetischem Muster mit Spitze im Ministerium in Peking (Fairbank, S.348).

Aus Verteidigungsgründen wird die Schwerindustrie von der Küste ins Binnenland verlegt (Fairbank, S.349).

Die KPCh-Führung bleibt kritisch zur Sowjetunion
Im Zweifelsfall vergisst die KPCh-Führung die destruktive Stalin-Taktik der 1920er Jahre nie, der damals die Zusammenarbeit mit der KMT befahl, was beinahe in der Vernichtung geendet hätte. Auch der Vertrag zwischen der Sowjetunion und der KMT von 1945 zur Wahrung der russischen Interessen in der Mandschurei wird nie vergessen. Insofern fehlt für eine tiefe Freundschaft zwischen der KPCh und der SU jegliche Basis. Mao erkennt auch bald, dass die "amerikanische" Entwicklungshilfe besser ist als die Hilfe aus der SU (Fairbank, S.310).

Die Verehrung für den Führer Mao - das Wachsen von Illusionen
Das riesige gemeinsame Projekt, China in einer neuen Gesellschaftsform im Frieden neu aufzubauen, verleitet die Bevölkerung zu einer unglaublichen Verehrung gegenüber Maos Charisma und der KPCh-Führung. Das Vertrauen in Mao eröffnet Utopien und Illusionen bis zur Massenhysterie. Die neuen bäuerlichen Parteikader machen alles mit (Fairbank, S.297). Die Leute opfern sich zum Teil Tag und Nacht auf (Fairbank, S.297-298).

Den verarmten Bauern auf den mageren Bergböden wird die Abwanderung in die Städte weiterhin verboten. Arme Bauern in steinigen Höhen müssen dort bleiben (Fairbank, S.345).

Die Arbeitergehälter steigen nur in den Städten und den Agglomerationen (Fairbank, S.345).

Umformungsversuch Maos mit Erziehung: Tägliche "Letzte Befehle"...
Mao versucht ganz seinen Leitlinien folgend den "Umformungsversuch" an einem beträchtlichen Teil der Bevölkerung in China (North, S.157). Das Umerziehungsprogramm von Mao ist streng und psychisch erbarmungslos (North, S.198).

Regelmässig werden "Letzte Befehle des Vorsitzenden Mao" publiziert. Diese Äusserungen von "Basiswissen" werden mit grossen Fanfaren, mit Gongs und Becken angekündigt. Alle Arbeit muss für diesen Moment ruhen, und die Bevölkerung wird sogar nach draussen geschickt, um der Verbreitung der "Befehle" zu huldigen.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/myl.html)

Maos Polizeistaat: Die "Volksgerichtshöfe" sind berechtigt,
-- Verdächtige zu verhaften und festzuhalten
-- Prozesse zu führen
-- Urteile zu fällen in Sachen Besitz, Einkerkerung und Todesurteil (North, S.186).

Umformungen der Wirtschaft mit Diskriminierungen
Mao empfiehlt, die kapitalistischen Methoden zu benützen, bis China den Entwicklungsrückstand aufgeholt habe (North, S.186).

Auf lange Sicht sollen sich staatlich kontrollierte Privatunternehmen mit Unternehmen der Genossenschaften und des Staates zusammenschliessen, um den ausländischen wie einheimischen Kapitalismus zu zerstören (North, S.187).

Die Privatwirtschaft wird steuerlich und kreditmässig schrittweise diskriminiert. In der Folge geht der Privatsektor von 50% (1949) auf unter 20% zurück. Handwerk bleibt grossenteils privat (Fairbank, S.284).

Maos Bildungssystem: Sowjetischer Einheitsbrei
Die Mao-Regierung normiert die Lehrbücher gemäss dem sowjetischen Vorbild, und für alle Fächer gelten zentrale Vorschriften (Fairbank, S.290).

Die Intellektuellen werden alle Lenin-gläubig und Mitläufer der Mao-Parteidiktatur. Die Beamtenklasse wird immer theoretischer und hat von den Bauern keine Ahnung (Fairbank, S.337).

[Damit wird das Unterrichtssystem absolut starr und Flexibilität und Vielfalt wird unmöglich].

Maos Bildungssystem: Ziel ist der gefügige Student
Ziel ist der gefügige Student. Das gesamte Schulsystem wird maoistisch umgebaut (Fairbank, S.288). Die KPCh etabliert die Massenschulung. Nach dem Muster des Sowjetsystems versucht Mao, festgefahrene Technokraten heranzubilden. Dabei wird das Staatssystem hoffnungslos überfordert (Fairbank, S.289).

Maos Bildungssystem: Der Technikglaube dominiert
Die Naturwissenschaften [und der Glaube an die Technik] haben Vorrang. Die KPCh lässt das humanistische Erziehungswesen mit christlichen Colleges und staatlichen Universitäten, das sich durch die Zusammenarbeit mit den Universitäten in den "USA" und Europa gebildet hatte, beinahe sterben: Es werden 20 polytechnische Fachschulen und 26 technische Hochschulen für Maschinenbau gegründet. Von 200 höheren Bildungsanstalten haben nur 13 Universitäten ein humanistisches und naturwissenschaftliches Lehrangebot. Die Mehrheit der Studenten belegt dann auch die technischen Fächer (Fairbank, S.289).

Maos Bildungssystem: Die Lehrpersonen müssen umlernen
Die bisherigen Gelehrten haben keine Fachkenntnisse (Fairbank, S.289).

Maos Bildungssystem: Überforderte Bauern
Die analphabeten Bauern werden von Mao hoffnungslos überfordert, denn sie sollen jetzt alles gleichzeitig lernen:
-- das Alphabet
-- die Texte
-- die Technik und den Umgang mit technischen Neuerungen (Fairbank, S.289).

Mao versucht, mit seiner KPCh aus Arbeitern und Bauern Intellektuelle heranzuzüchten. Die besten Studenten kommen aber immer noch aus gebildeten Familien (Fairbank, S.290).

Die "USA" ist blind vor Wut
Die "US"-Verantwortlichen hetzen nach der KMT-Niederlage pauschal gegen alles, was "kommunistisch" ist, ohne jede Differenzierung. Die "USA" sehen die kommunistische Bewegung als eine einzige Verschwörung und sehen die Konflikte zwischen den russischen, den chinesischen und den vietnamesischen Kommunisten nicht [bzw. die "US"-Verantwortlichen sind einfach zu faul, sich zu orientieren oder Bücher zu lesen] (Fairbank, S.310).

Anfang 1950er Jahre
Taiwan-Burma: Die Kuomintang-Guerilla in Burma gegen China
Eine Gruppe von knapp 1200 Kuomintang-Soldaten flüchten von China aus nach Burma und führen den Bürgerkrieg gegen China mit Guerilla-Angriffen weiter. Ihr Führer, General Li Mi, wird von Taiwans Regierung bezahlt. Taiwan verleiht ihm sogar den Titel eines Gouverneur von Yunnan. Anfangs unterstützen die "USA" diese letzten Kämpfe und der CIA versorgt die Gruppe in Burma mit Militärhilfe.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

1950er Jahre
Taiwan: "Weisser Terror", oder  "Freies China"?
Die 1950er Jahre auf Taiwan sind durch "Weissen Terror" gekennzeichnet: Jegliche Opposition wird verunmöglicht.
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)

In der Propaganda des Kapitalismus gegen den Kommunismus gilt Taiwan gleichzeitig als das "Freie China"...
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

1950er und 1960er Jahre
Die Nadelstiche Taiwans gegenüber der Volksrepublik China an der Taiwan-Strasse
In den 1950er und 1960er Jahren provoziert Taiwan sich immer wieder Scharmützel an Chinas Küste und in Grenzregionen. Die "USA" lassen sich aber nicht in einen grösseren Konflikt mit dem kommunistischen China hineinziehen, so dass Chiang Kai-Shek nie stark genug ist, "das Hauptland zurückzuerobern", wie er es immer wieder schwört.

Flugzeuge von Taiwan (englisch: Republic of China, ROC) bombardieren Ziele und Kommandos des Hauptlandes, manchmal bis zu 80 auf einmal, mit Organisation von den "USA" aus, landen wiederholt auf dem Hauptland und töten Soldaten der Volksbefreiungsarmee (englisch: People's Liberation Army, PLA), kidnappen Regierungskader der Volksrepublik China, zerstören Infrastruktur und erbeuten Dokumente.

Die Navy Taiwans führt leichte Schläge zur See aus und verliert in einigen Schlachten mit der Volksbefreiungsarmee mehrere kleine Schiffe. Da das Eisenbahnnetz in Peking-China unterentwickelt ist [Eisenbahnschienen wurden zu Schwertern umgeschmolzen], und da somit der Nord-Süd-Handel von den Meeresverbindungen abhängt, verursacht die destruktive Aktivität Taiwans für Peking-China schweren Schaden, insbesondere auch für die Fischer des Festlands.

(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)


Maos Anlehnung an die Sowjetunion

Die "sozialistische Umgestaltung"
Maos Führungsclique hat nun die Aufgabe, die Inflation zu beseitigen, die Staatsfinanzen zu sanieren, die Industrie wieder aufzubauen, den Binnenhandel zu aktivieren, die Infrastruktur aufzubauen sowie den ausländischen Einfluss zu beseitigen. Es kokmmt zu Verstaatlichungen, der Staat übernimmt das Aussenhandelsmonopol, der Staat übt Kapitalbeteiligungen aus. Der private Anteil an Industrie und Handel geht stark zurück (Haydt u.a., S.58).

1950-1955
Selbsthilfeprogramm Chinas für Wirtschaft und Technik
Ziel:
-- China in einen modernen industrialisierten Staat verwandeln
-- die Imperialisten überflügeln und an ihre Stelle treten (North, S.190).

14.2.1950
Beistandspakt zwischen Mao Zedong und Joseph Stalin
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1950.asp; Haydt u.a., S.61)

Im Februar 1950 unterzeichnen Peking-China und die Sowjetunion ein Freundschafts- und Beistandspakt mit einer Laufzeit von 30 Jahren.
(http://www.weltchronik.de/dcw/dcx_1951.htm)

Am 14. Februar 1950 schliessen Mao un Stalin drei Abkommen:
-- eoin gegen Japan gerichtetes Defensivbündnis
-- ein Abkommen über einen über 5 Jahre laufenden Kredit der "SU" in Höhe von 300 Mio. "US"-Dollar
-- eine Vereinbarung über den Abbau der sowjetischen Sonderrechte in Port Arthur / Lushung, ini Dairen und an mandschurischen Eisenbahnen (Haydt u.a., S.61).

Die Allianz ist gegen weitere japanische Aggression gerichtet.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Chinesisch-sowjetisches_Zerw%C3%BCrfnis)

Gleichzeitig geht aller Einfluss aus Europa und den "USA" zurück, und damit verschwinden auch die Anregungen und spirituellen Entwicklungen aus diesen Regionen. Die tief verwurzelte Korruption in China stirbt trotz allen Kampagnen nicht aus (Fairbank, S.340).

Stalin und Mao: Gemeinsamer Personenkult...
Mao-Stalin,
                          Foto 1950
Mao-Stalin, Foto 1950
Personenkult von Mao und Stalin 1950
                              zusammen: Gemälde in Öl auf Leinwand,
                              unbekannter Maler
vergrössernPersonenkult von Mao und Stalin 1950 zusammen: Gemälde in Öl auf Leinwand, unbekannter Maler.

April 1950
Taiwan: Neuer Platz für den Grossteil der chinesischen Kunstschätze sind Höhlen im Bezirk Wufen
Bis November 1965 wird für die Kunstschätze auf Taiwan ein Museum eingerichtet. [Es handelt sich klar um Raubkunst].
(Taiwan Nachrichten vom 15.7.2003; http://64.233.183.104/search?q=cache:_tZAgWbiyIwJ:members.chello.at/gio-vienna/tn/03-12.pdf+Chongqing+bombardiert&hl=de)

1.5.1950
Neues Ehegesetz mit Gleichberechtigung
Mann und Frau werden in wesentlichen Teilen gleichberechtigt und damit die traditionellen Familienstrukturen mehr und mehr aufgelöst (Haydt u.a., S.57).


25.6.1950: Ausbruch des Koreakriegs - Beistandspakt "USA"-Taiwan - "US"-Truppen intervenieren gegen nordkoreanische Truppen - Agrarreformgesetz: Landverteilung und Entschuldung - Massenmord an 1 Mio. Grossgrundbesitzern / Landlords - Peking-China etabliert die Todesstrafe für "Konterrevolutionäre"

Picasso-Bild gegen den Koreakrieg   



vergrössernPicasso-Bild gegen den Koreakrieg.



25.6.1950
Ausbruch des Koreakriegs
(North, S.206)

27.6.1950
Nordkoreanische Eroberung von Seoul - Peking-China plant die Besetzung Taiwans - Beistandspakt "USA"-Taiwan
Die nordkoreanischen, von Russland ausgebildeten und ausgerüsteten nordkoreanischen Soldaten erobern innert zweier Tage Südkoreas Hauptstadt Seoul (North, S.206).

Es sprechen sowjetische Panzer...
(http://www.turnerlearning.com/cnn/coldwar/china/chna_dis.html)

Gleichzeitig plant Peking-China die Besetzung Taiwans. "US"-Präsident Truman funkt dazwischen und schickt die VII.Flotte zum Schutz Formosas in die Taiwan-Strassen zwischen das chinesische Festland und Formosa zur Durchsetzung eines Waffenstillstands (North, S.206).

Damit ist jede chinesisch-kommunistische Vorstellung einer Besetzung von Formosa / Taiwan beendet.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

Die "USA" schliessen mit Taiwan einen Beistandspakt ab.
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1950.asp)

Taiwan wird neu als Teil des westlichen Bollwerks gegen den Kommunismus angesehen. Die Diktatur-Machenschaften von Chiang Kai-Shek werden zweitrangig. Die "USA" geben Taiwan Finanzhilfe.
(http://news.bbc.co.uk/hi/english/static/in_depth/asia_pacific/2000/taiwan_elections2000/1949_1955.stm)

Damit ist Pekings Bestrebung, Taiwan aus der UNO zu verdrängen, für längere Zeit gescheitert (Haydt u.a., S.62).

30.6.1950
Agrarreformgesetz: Landverteilung und Entschuldung - Massenmord an 1 Mio. Grossgrundbesitzern / Landlords
Das Agrarreformgesetz dient zur tiefgreifenden soioökonomischen Umgestaltung des Landes. Im Laufe der nächsten Jahre [bis 1955 ca.]
-- werden 43% der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche neu verteilt
-- werden Pachtzinsen gesenkt
-- wird die Streichung alter Pachtschulden verfügt (Haydt u.a., S.57)

Dem Grossgrundbesitzertum wird die wirtschaftliche Grundlage entzogen (Haydt u.a., S.57-58), und das Mao-Regime festigt seine Macht in den Bauernmassen (Haydt u.a., S.57).

Als neues Element der Landreform kommt 1950 die Perspektive auf, dass die gesteigerte Agrarproduktion die Basis für eine Industrialisierung Chinas sein könnte. Viele Bauern erhalten 1950 bis Frühling 1953 erstmals eigenes Land.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/tg.html)

Das erste, was Mao in ganz China durchführen lässt, ist die Landreform in den einstigen Gebieten der KMT in Mittel- und Süd-China. Arbeitsgruppen werden in Dörfer entsandt, wo die Bauern gegen die Grossgrundbesitzer organisiert werden (Fairbank, S.280).

An einigen Orten wird das Gesetz brutal durchgesetzt, ohne dass dies nötig wäre. Dadurch werden ungefähr eine Million Grossgrundbesitzer / Landlords ermordet. Insgesamt werden 700 mu Land und verschiedene Produktionswerkzeuge und Produktionsmittel eingezogen und an ca. 300 Millionen zuvor landlose Bauern verteilt. In unbewohnten Gebiete und in Gebieten mit Minderheiten-Nationalitäten wird keine Landreform durchgeführt.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/tg.html)

Diese Mordaktion gegen die Grossgrundbesitzer / Landlords ist die Fortsetzung der Tradition der barbarischen Bauernaufstände (Fairbank, S.366).

Die Kampfversammlungen mit den Hinrichtungen

Die Grossgrundbesitzer werden auf Kampfversammlungen von den Bauern verurteilt und die Grossgrundbesitzer jeweils hingerichtet. Die Kampfversammlung wird zum politischen Hauptinstrument der Bauern, wobei die Versammlungen stets von der KPCh manipuliert sind. Bisher durften die Bauern einer Hinrichtung nur zusehen, nun dürfen sie aktiv gegen Personen mithetzen, die die KPCh als Sündenböcke ausgesucht hat (Fairbank, S.308).

Neben den Landlords werden auch reichere Bauern und andere Dorfführer ermordet, die Mao vielleicht später gefährlich werden könnten. Die ganze Zeit der Ermordung der Landlords, reicheren Bauern und Dorfführer dauert mehrere Jahre.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/comfaq.htm#part7)

Der Massenmörder Mao selbst schätzt später für die Gewalt- und Mordaktionen gegen Andersdenkende 800.000 Todesopfer. Man habe KMT-Spione, Grossgrundbesitzer und Opponenten der Parteidiktatur beseitigen müssen... (Fairbank, S.288).

Maos Kehrtwende: Betrogene Bauern
Mao realisiert aber nur die "halbe" Reform. Er kündigt für die Bauern Kredite an als Kompensation für den Verzicht auf versprochenes Land (North, S.185), um die schnelle Wiederaufnahme der landwirtschaftlichen Produktion zu "erleichtern"
->> die reichen Kleinbauern werden belassen
->> nur die Grossgrundbesitzer werden "eliminiert" (North, S.186).

Das Gesetz zur Agrarreform 1950 - Einrichtung von "Volksgerichtshöfen"
->> Grundbesitz wird zur Zielscheibe des Klassenkampfes
->> Planung der Enteignung und Zuteilung an Staat oder Bauernverbände, inbegriffen ehemalige Grossgrundbesitzer

->> ehemalige Grossgrundbesitzer sollen sich durch Arbeit bessern
->> Errichtung eines Volksgerichtshofs zur Durchführung der Reformen in jedem Bezirk

oo  "um verhasste, despotische Elemente nach dem Gesetz zu untersuchen und zu bestrafen"
oo  gegen "alle solche Personen, die den Vorschriften und Anordnungen der Gesetze zur Agrarreform Widerstand entgegensetzen" oder sie verletzen (North, S.186).

auch in: "Current Background. Survey of the China Mainland Press". 10.1.1952, I. hgg. von "US"-Generalkonsulat Hongkong, S.4ff.

1950-1965
Finanzhilfe der "USA" für Taiwan
jährlich 100 Mio. Dollar, total 1,5 Mia. Dollar, 50% für militärische Zwecke, der Rest für Landwirtschaft, Defizitdeckung, Investitionen in Industrie und landwirtschaftliche Entwicklung etc., ca. 5% des Bruttosozialprodukts.
(http://members.shaw.ca/leksu/mainp11e.htm)

Mitte 1950
Die Eskalation um Korea: Die "USA" kommen zu "Hilfe"
Die "USA" bereiten "Hilfe" für Süd-Korea vor. Da ermuntert Stalin Mao, den Koreanern "Hilfe" zu leisten.
(http://www.turnerlearning.com/cnn/coldwar/china/chna_dis.html)

Juli 1950
Peking-China: Todesstrafe für "Konterrevolutionäre"
Das Regime von Mao (Verwaltungsrat der Regierung und des Obersten Volksgerichtshofs) ordnet für Konterrevolutionäre die Todesstrafe an (North, S.231): gegen "Banditenführer, die gegen die Volksregierung zu den Waffen greifen", ohne Revisionsmöglichkeit für den Angeklagten (North, S.187).

Die Justiz wird neu definiert als
-- "ein Werkzeug in der Hand der herrschenden Klasse, um die beherrschte Klasse zu überwachen"
-- Toleranz und Grossmut sind "schädlich für das Volk" (North, S.187).

August-Oktober 1950
Koreakrieg: "US"-Truppen besetzen fast ganz Korea
(http://timmer.org/HISTORY_17B/Links/Cold_war.htm)


Oktober 1950: Koreakrieg: Mao schickt "Volksfreiwillige" nach Korea - Tibet komplett chinesisch-kommunistisch besetzt - Maos kaiserliche Imperiums-Politik

August bis September 1950
Invasion "amerikanischer" Truppen in Nord-Korea
Die "amerikanischen" Truppen unter General McArthur beginnen ihre Invasion mit UNO-Bewilligung und werfen die nordkoreanischen Truppen aber bis weit nach Nordkorea zurück. Mit Hilfe der chinesischen Truppen können die "amerikanischen" Truppen an den 38. Breitengrad abgedrängt werden.
(http://www.weltchronik.de/dcw/dcx_1951.htm)

Mao verkündet
                              einen Appell an Volksfreiwillige nach
                              Korea, Oktober 1950
   
Mao verkündet einen Appell an Volksfreiwillige nach Korea, Oktober 1950


Oktober 1950
Koreakrieg: Mao fordert chinesische "Volksfreiwillige"
Die "amerikanischen" Truppen nähern sich der Küste Nord-Koreas. Mao geht auf die Anregung Stalins ein, den Koreanern "Hilfe" zu leisten.
(http://www.turnerlearning.com/cnn/coldwar/china/chna_dis.html)

Mao fordert die "Volksfreiwilligen" zur Unterstützung Nord-Koreas auf. Die Wortwahl ist genau die gleiche wie die anderer Diktatoren:

"An die führenden Kameraden der Chinesischen Volksfreiwilligen aller Stufen:

1. Um den Befreiungskrieg des koreanischen Volkes und um den Widerstand gegen die Angriffe des US-Imperialismus und seiner rennenden Hunde zu unterstützen, und um dadurch auch die Interessen der Bevölkerung von Korea zu schützen, rufen China und alle anderen östlichen Völker bzw. ich selber befehle den chinesischen Volksfreiwilligen damit, so schnell wie möglich nach Korea zu fahren und den koreanischen Kameraden beim Kampf gegen den Aggressor zu unterstützen und um einen glorreichen Sieg zu erringen.

Volksfreiwillige aus Peking-China
                            überqueren die Grenze zu Korea, 25.10.1950   



"Volksfreiwillige" aus Peking-China überqueren die Grenze zu Korea, 25.10.1950


2. Während des Aufenthalts in Korea müssen die chinesischen Volksfreiwilligen brüderliche Gefühle und Respekt für die Bevölkerung zeigen, für die Volksarmee, für die demokratische Regierung, für die Arbeiterpartei und die anderen demokratischen koreanischen Parteien genau so wie für den Kameraden Kim Il Sung, der Führer des koreanischen Volkes. Die militärische und politische Disziplin ist strikt zu beachten. Dies ist die wichtigste politische Basis, um die militärische Aufgabe zu erfüllen.

  
Koreakrieg 1950-1953,
                          Zeitablauf


Koreakrieg 1950-1953, Zeitablauf, Karte

3. Alle möglichen und unmöglichen Schwierigkeiten sind zu vermeiden, oder jeder hat die Schwierigkeiten mit dem grössten Enthusiasmus, Mut, Sorgfalt und Durchhaltevermögen zu meistern. Zur Zeit ist uns die internationale Situation und die Situation im Zivilbereich günstig gesinnt, nicht so bei den Aggressoren. So lange Ihr, Kameraden, gradlinig und mutig seit und euch gut mit dem dortigen Volk vereint und einen guten Kampf gegen den Feind leistet, so werden wir einen Endsieg (englisch: "final victory") feiern können.
(http://www.paulnoll.com/Korea/War/Mao-call-to-arms.html)

Chinesische kommunistische Truppen gehen als "Volksfreiwillige" nach Korea (North, S.231), denn es handle sich um eine ehemals tributpflichtige chinesische Provinz. Es bleibt unklar, ob der Befehl von Stalin kommt oder aus Angst Chinas, die "USA" könnten am Ende die Mandschurei besetzen (North, S.206).

Unter der Parole "Helft Korea, nieder mit dem US-Imperialismus" überqueren eine Million chinesische Soldaten die Grenze nach Korea. Der Koreakrieg dauert drei Jahre und kostet fast einer halben Million Chinesen das Leben...
(http://www.turnerlearning.com/cnn/coldwar/china/chna_dis.html)

Insgesamt erleiden die chinesischen "Freiwilligen" gegen die überlegenen "amerikanischen" Truppen "eine Million Verluste" (Fairbank, S.278).

Mit Hilfe der chinesischen Truppen können die "amerikanischen" Truppen an den 38. Breitengrad abgedrängt werden.
(http://www.weltchronik.de/dcw/dcx_1951.htm)

Mit Chinas Intervention in Korea schwinden weiterhin die Aussichten in der UNO, dass Taiwan durch Maos China ersetzt wird (Haydt u.a., S.61).

  
Mao auf dem Titelblatt
                            von Time 11.12.1950
Mao, der angehende Massenmörder, auf dem Titelblatt von Time 11.12.1950

Oktober 1950
Tibet chinesisch-kommunistisch besetzt
Chinesisch-kommunistische Truppen ziehen in Tibet ein und errichten ein Militär- und Verwaltungshauptquartier (North, S.231).

ab 1950
Peking-China verstärkt seinen Einfluss gegen Westen und in Indochina gegen Frankreich
bis nach Nepal, Afghanistan, Bhutan, Sikkim und Indien. Ferner unterstützt China die Vietminh-Streitkräfte in Indochina für eine Volksrepublik der Thai in der Provinz Yunnan gegen Frankreich. Bald kommt es zum ersten Grenzkonflikt zwischen China und Burma (North, S.209).

[Es wird offensichtlich, dass Mao keine Grenzen kennt sondern meint, er müsse die grösste Ausdehnung Chinas zur Kaiserzeit wieder realisieren, und zwar alles auf einmal. Das muss schief gehen...].

Chinas Minderheiten als Dauerbrenner im Kommunismus
-- mongolische Gruppen im Innern der Mongolei
-- Kosaken und Kiguren in Sinkiang
-- Thai in Yunnan (North, S.209)

[Je grösser die Ausdehnung Chinas ist, desto mehr Minderheiten wird China haben...]


1951: Maos Personenkult mit seinen Werken - Friedenskonferenz von San Francisco ohne Peking? - verfolgte Konterrevolutionäre - 17-Punkte-Abkommen Peking-Tibet bleibt ohne Umsetzung - Peking schliesst die Grenzen - Tibet komplett besetzt

1951-1953
Personenkult: Publikation von Maos Werken
Mit den Mao-Publikationen bekommt der Personenkult in allen Schichten seine "Basis".
(http://www.iisg.nl/~landsberger/mzdt.html)

Anfang 1951
Planung der Friedenskonferenz von San Francisco für September 1951 ohne Peking-China
Acht Monate nach dem Ausbruch des Korea-Krieges gibt Chiang Kai-Sheks Regierung auf Formosa / Taiwan seine Bereitschaft bekannt, an der UN-Friedenskonferenz von San Francisco vom September 1951 teilzunehmen. In der Folge halten die "USA" das kommunistische Peking-China von einer Teilnahme an der Friedenskonferenz ab.
(http://www.watchingamerica.com/thechinapost000002.html)

1.2.1951
Peking-China wird von der UNO wegen Korea als "Aggressor" verurteilt
Damit verschwindet Peking-China eine Zeit lang von der internationalen Diplomatie (Haydt u.a., S.62).

ab 21.2.1951
Peking-China: Anordnung gegen konterrevolutionäre Tätigkeit
Bestrafung bis zur Todesstrafe oder Kerker soll ausgesprochen werden können bei Spionage, Propaganda, Grenzüberschreitung zu konterrevolutionären Zwecken, Organisation von Gefängnisausbrüchen u.a. (North, S.188).

23.2.1951
Kampagne zur "Niederwerfung von Konterrevolutionären"
Die herrschenden Schichten der alten Gesellschaft werden politisch entmachtet (Haydt u.a., S.58).

Frühjahr 1951
"Chinesisch-tibetisches Abkommen"
unterzeichnet von Delegierten der "Lokalregierung von Tibet" in Peking (North, S.206).

Tibet: 17-Punkte-Abkommen mit Peking-China - Peking erfüllt die Punkte nie - Widerstandsbewegung
1951 wird unter Androhung der bedingungslosen Unterwerfung das so genannte "17-Punkte-Abkommen zur friedlichen Befreiung Tibets" von einer tibetischen Delegation unterzeichnet, die ausdrücklich keine Vertragsabschlussbefugnis hat.
(http://tibet.logic.at/TibetohneMythos/content/page03.html)

Gemäss dem Vertrag soll der Dalai Lama die Macht über die tibetischen inneren Angelegenheiten haben, aber die Kontrolle über die Aussenpolitik und die militärischen Angelegenheiten an die Peking-chinesische Regierung abgeben.
(http://uk.encarta.msn.com/media_461544800_761567065_-1_1/Tibetan_Leaders_with_Mao_Zedong.html)

Die kommunistisch-chinesische Regierung sichert in den 17 Punkten den Fortbestand der tibetischen Sprache, Kultur, Religion und des etablierten Status des Dalai Lamas sowie des politischen Systems zu, erfüllt aber diese Zusagen nie. Ganz im Gegenteil führen massive Unterdrückungsmassnahmen in allen Lebensbereichen und Einschränkung der Religionsausübung in der tibetischen Bevölkerung zu wachsendem Widerstand.
(http://tibet.logic.at/TibetohneMythos/content/page03.html)

Das Abkommen gilt bis 1959.
(http://www.sinophilia.org/china/storia1.htm)


1951: Peking-China schliesst alle Grenzen
(http://www.ifesworld.org/news/SR_Article.asp?ArticleNo=190)

Befreundete Staaten Chinas,
                          Propagandaplakat der 1950-er Jahre
Propagandaplakat für die "befreundeten Staaten" von Peking-China


Befreundete Staaten Chinas, Propagandaplakat der 1950er Jahre. Es sind dieselben Staaten, die auch der Sowjetunion "freundlich" gesinnt sind. Der Bund mit der Sowjetunion spielt dabei eine zentrale Rolle.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/ff.html)

Mao lehnt zuerst einen Personenkult ab
Ab 1950 wird Mao auf Plakaten dargestellt. Mao warnt jeweils vor einem Personenkult, aber diese Warnungen bleiben zweideutig.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/cult.html)

[Stattdessen machen gewisse "Künstler" mit Mao-Bildern und Mao-Plakaten lieber Karriere...]

1950er und 1960er Jahre
Peking-China erlebt Hungersnöte, Berufs-Klassenkämpfe und religiöse Verfolgungen
(http://www.ifesworld.org/news/SR_Article.asp?ArticleNo=190)

April 1951
Tibet: Eine Tibet-Delegation auf dem Weg nach Peking in Chongqing

Empfang der Tibet-Delegation in
                                Chongqing mit Ngapoi Ngawang Jigme (ganz
                                links) und Deng Xiaoping (ganz rechts),
                                April 1951, auf dem Weg nach Peking
x



  
vergrössernEmpfang der Tibet-Delegation in Chongqing mit Ngapoi Ngawang Jigme (ganz links) und Deng Xiaoping (ganz rechts), April 1951, auf dem Weg nach Peking




Deng Xiaoping (rechts) und Bürger aus Chingqing heissen im April 1951 eine lokale Regierungsdelegation von Tibet willkommen. Die Delegation wird von Ngapoi Ngawang Jigme angeführt (erster von links).
(http://www.cbw.com/asm/xpdeng/revolutionary.html)

23.5.1951
17-Punkte-Abkommen zur Tibet-Autonomie
-- Tibet wird die Autonomie garantiert
-- Tibet wird freie Religionsausübung garantiert
-- in der Hauptstadt Lhasa werden chinesische Zivil- und Militärbehörden eingesetzt
-- das Land wird in 3 Religionen geteilt
-- Einführung neuer landwirtschaftlicher Methoden, Strassenbau, Bau von Schulen und Krankenhäusern
-- Entstehung einer lokalen Kleinindustrie (Haydt u.a., S.58).

Tibet ist damit chinesisch-militärisch besetzt und unter chinesischer Oberherrschaft.
(http://www.nehemia.org/laender/china.html)

Eine andere Geschichtsschreibung gibt an, Tibet sei durch ein in Peking ausgehandeltes Abkommen zwischen einer tibetischen Delegation und der Peking-Regierung "friedlich befreit" worden.
(http://www.cbw.com/asm/xpdeng/revolutionary.html)


Juni 1951: Taiwans erste Stufe der Landreform - Mao-Terror zur "Umformung des Denkens" - September 1951: Friedensvertrag von San Francisco ohne die beiden Chinas

Juni 1951
Taiwan vollzieht die erste Stufe der Landreform
Die Kuomintang verkündet die "Gesetze zur Verteilung des öffentlichen Grundes". Regierungsland oder öffentliche Industrien [geraubter japanischer Besitz] werden den Bauern abgegeben, die dann das Land bestellen. Die Bedingungen sind:
1. Der Preis des Landes beträgt 250% des Wertes der jährlichen Ernte
2. Der Landpreis ist in 10 Jahren nach festem Plan abzahlbar
3. Die jährlichen Raten und Zinsen dürfen nicht über 37,5% des Wertes der jährlichen Ernte betragen.
(http://members.shaw.ca/leksu/mainp11e.htm)

1951-1952
Maos Aktion der "Umformung des Denkens": Hetze ohne Herz und Unterwerfung
Mao versucht, mit Hetzereien und exemplarischen Demütigungen die Denkstrukturen in der Bevölkerung umzuformen:
-- bestimmte Verhaltensweisen werden als verwerflich erklärt
-- dann wird gegen bestimmte Personen gehetzt, die bestimmte Verhaltensweisen verkörpern sollen
-- Hetzereien werden von "Aktivisten" vor Ort ausgeführt, und oft ist dabei eine staatlich vorgeschriebene Opferzahl vorgeschrieben
-- die Opfer werden an Versammlungen exemplarisch gedemütigt und erniedrigt (Fairbank, S.288).

Es werden "gewaltlose" Zwangsmassnahmen, von "Studiengruppen" und "Brigaden" an kapitalistisch denkenden Studenten durchgeführt (North, S.198)
-- vor allem durch Isolierungsmassnahmen
-- Versuch des Formens einer neuen Persönlichkeit, zu einem "kühnen, selbstlosen, disziplinierten, entschlossenen, loyalen, aufrichtigen Menschen" (Liu Shao-Ch'i): "Da er recht hat, ist er stark." (North, S.199)

->> Persönlichkeitsanalysen der Studenten innert 10 Tagen
->> die StudentInnen müssen sich dem Volk unterwerfen
->> die StudentInnen werden demaskiert und Manipulationen aufgedeckt (North, S.199)
->> die StudentInnen beginnen, vor ihrer rechtsgerichteten Vergangenheit Angst zu haben
->> die StudentInnen beginnen, vor ihrem eigenen Namen Angst zu haben aus Scham vor der Vergangenheit

->> Professoren müssen bekennen, im Namen des "amerikanischen" Imperialismus gearbeitet zu haben

->> manche Professoren können sich nicht den kollektiven Forderungen beugen (North, S.200).

->> FEHLER: ES WIRD VOR ALLEM DER "PRO-AMERIKANISMUS" ALS "FALSCHES DENKEN" KURIERT, UND MAO SELBST DARF NICHT ALS MANIPULATION ERKANNT WERDEN...

September 1951
Friedenskonferenz über Asien von San Francisco ohne die beiden Chinas
-- der Friedensvertrag wird ohne Taiwan und ohne Peking-China unterschrieben
-- der Friedensvertrag gibt den kontinentalen Chinesen kein Recht, über Taiwan zu regieren.
-- Japan verhandelt unter Druck der "USA" mit Taiwan-China über einen Friedensvertrag.
(http://www.watchingamerica.com/thechinapost000002.html)

Die Friedenskonferenz über Asien ohne chinesische Beteiligung ist eine totale Farce. Die "USA" hält gleichzeitig ihre diplomatischen Beziehungen zur Kuomintang-Regierung in Taiwan. Das einzige Motiv, China von der Friedenskonferenz fern zu halten, ist der Rassismus der weissen Rassisten-"USA": China soll für die weissen Kolonialisten koloniales Gebiet bleiben, wie es vor dem Zweiten Weltkrieg der Fall war.
(http://www.uglychinese.org/war.htm)

Ende 1951
Peking-China: Wandel der Wirtschaftsstrukturen
-- Bildung von Vereinigungen für gegenseitige Hilfe
-- Bildung von Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (Haydt u.a., S.58).


1952: Peking-China: Landreform - neues Ministerium für "höhere Bildung" - Russisch - Leerlauf - Kampagne der drei "Antis" und der fünf "Antis" - Friedensvertrag zwischen Taiwan und Japan - Dauerspannung in Taiwan trotz Wirtschaftswachstum

Plakat
                          der Landerform 1952: Behauptung, dass die
                          Landreform abgeschlossen sei
1952
Peking-China: Die "abgeschlossene" Landreform

Plakat der Landreform 1952: Behauptung, dass die Landreform abgeschlossen sei:
"Die Landreform der ganzen Nation ist grundlegend schon abgeschlossen - die grosse Errungenschaft von drei Jahren Volksrepublik China." 1952
(http://www.iisg.nl/~landsberger/tg.html)

Das Plakat gibt die Vollendung der Landreform ein Jahr zu früh bekannt.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/tg.html)

Peking-China: Die Parteidiktatur über jede Person
Die kommunistische Partei durchdringt die ganze Gesellschaft und schreibt jedem sein Verhalten vor. Individuelle Abweichungen sind verboten (Fairbank, S.278).

Maos Bildungssystem: Einrichtung des Ministeriums für "höhere Bildung" - Russland wird kopiert - neue Schwächen durch die erneute Umstellung
Hauptpunkte des neuen Ministeriums sind
-- das Aufstellen und Verwirklichung eines Übersetzungsprogramms zur Übersetzung russischer Lehrbücher, die über 1/3 aller veröffentlichter Bücher ausmachen
-- Russisch wird erste Fremdsprache, Englisch wird in den Hintergrund gedrängt [also noch einmal eine neue Schrift lernen...]
-- Prüfungsordnungen und das Beförderungssystem werden von der Sowjetunion kopiert (Fairbank, S.290).

Durch die neuen Umstrukturierungen bekommt Maos Bildungssystem neue Schwächen:
-- die Professoren der Sozialwissenschaften mit westlicher Ausbildung müssen umlernen, wenn sie weiter angestellt bleiben wollen
-- der Lehrkörper als Ganzes kann aber nicht zu totalitären Kommunisten umgedrillt werden, sondern bleibt demokratisch-sozialistisch gesinnt
-- die Qualität der Universitäten sinkt, weil die Professoren umlernen müssen, und weil sie nicht mehr wissen, wie sie die Leistungen beurteilen sollen (Fairbank, S.290).

Maos Bildungssystem im Leerlauf: Inkompetenz und dauernder Lehrermangel
-- die Organisation des Bildungssystems ist in den Händen ungebildeter Parteimitglieder
-- Mao lässt in den Dörfern "Schulen des Volkes" (min-pan) installieren, die aber nicht auf die höhere Bildung vorbereiten
-- die Universitäten bleiben somit den Bauern versperrt
-- die Universitäten können ihrerseits kaum expandieren, weil seit 1911 zu wenig akademischer Nachwuchs herangebildet wurde (nur 1/1000 Abschlussrate; Fairbank, S.291), und der Lehrermangel bleibt wegen der Bevölkerungsexplosion ab 1949 akut (Fairbank, S.290).

Mit diesen Inkompetenzen und mit den beschränkten Universitäts-Kapazitäten ist es kaum möglich, einen modernen Staat zu schaffen (Fairbank, S.290).

10.1.1952
Peking-China: Kampagne der "drei Antis" und der "fünf Antis"
Zur Säuberung und Rationalisierung des alten KMT-Regierungsapparats wird am 10.Januar 1952 bei Regierungsangestellten, Industrie und Partei die Kampagne der "drei Antis" gestartet, gegen
-- Korruption
-- Verfall
-- Bürokratie
ins Leben gerufen (North, S.231)

->> Ahndung mit Entlassung, Gefängnis, Umerziehung in Lagern, bis zur Todesstrafe (North, S.188)

gefolgt von der Kampagne der "fünf Antis" gegen
-- Bestechung
-- Steuerhinterziehung
-- Diebstahl von Staatsgütern
-- Betrug
-- Diebstahl von Wirtschaftsgeheimnissen des Staates (North, S.188,231).

->> Ahndung mit Überwachung, Besserung durch Arbeit, Inhaftierung, lebenslangem Gefängnis, bis zur Todesstrafe (North, S.188). Es kann jeder Arbeitgeber vor Gericht kommen. Einige werden enteignet, andere werden Staatsangestellte (Fairbank, S.279).

1952
Peking: Verlust der Überläufer von der Kuomintang
Die KPCh verliert die Überläufer der Kuomintang durch die beiden Kampagnen gegen die "drei" bzw. "fünf Antis" wieder (North, S.195).

[Die Polarisierung zwischen "anti" und "pro" bringt neuen Widerstand...]

28.4.1952
Friedensvertrag zwischen Japan und Taiwan-China
Der Friedensvertrag kommt unter Druck der "USA" zustande. Japan zieht seinen Anspruch auf Taiwan damit zurück. Über die Zugehörigkeit von Taiwan zu Kontinental-China ist nichts entschieden. Der Vertrag tritt am 5. August 1952 in Kraft. Damit ist die Besatzung seit dem ersten chinesisch-japanischen Krieg und dem Handelsvertrag von 1871 beendet.
(http://www.watchingamerica.com/thechinapost000002.html)

Taiwan: Wirtschaftswachstum - dauernde innenpolitische Spannungen: Minderheit regiert Mehrheit (!)
In der folgenden Zeit erlebt Taiwan durch massiven Einfluss von "US"-Geldern bis in die frühen 1960er Jahre eine grosses Wirtschaftswachstum. Die "USA" werden auch der Hauptabsatzmarkt.
(http://news.bbc.co.uk/hi/english/static/in_depth/asia_pacific/2000/taiwan_elections2000/1955_1972.stm)

Chiang Kai-Shek kann nicht anders als diktatorisch regieren, mit Deckung des militärischen Geheimdienstes. Seine politische Position in Taiwan ist im Grunde genommen völlig illegal, denn die neu angekommene Minderheit der nationalen Festland-Chinesen regiert nun über eine Mehrheit von Taiwanesen, die mehrheitlich eine Unabhängigkeit anstreben. Das einzige Argument für Chiang Kai-Shek für seine Diktatur ist die dauernde Drohung einer kommunistischen Invasion.
(http://news.bbc.co.uk/hi/english/static/in_depth/asia_pacific/2000/taiwan_elections2000/1955_1972.stm)

1952-1990
Investitionen in Taiwan aus dem Ausland
aus Japan: 32,6%, aus den "USA": 21,9%, aus Europa 13%, und aus Hongkong 7,3% und andere, ein Total von 1.325.160.000 "US"-Dollar.
(http://members.shaw.ca/leksu/mainp11e.htm)


Peking-China: Jubiläum der "Volksbefreiungsarmee" - Hygienekampagnen - Parole "20 Jahre in einem Tag"

Deng, He Long und Zhu De an einem
                              Sportsfest zum 25.Jahrestag der
                              Volksbefreiungsarmee   



vergrössernDeng, He Long und Zhu De an einem Sportsfest zum  25.Jahrestag der Volksbefreiungsarmee (People's Liberation Army)

August 1952
Peking feiert 25 Jahre Volksbefreiungsarmee
(http://www.cbw.com/asm/xpdeng/soldier.html)

ab 1952
Peking-China: Hygienekampagnen zur "sauberen" Identität im "Neuen China"
Peking führt ab 1952 mehrfach Hygienekampagnen durch (oft Massenkampagnen), wobei die Beachtung von Hygieneregeln als "patriotisch" propagiert werden. Die Ausrottung von Krankheiten und das Verhalten in der Öffentlichkeit wie im Privatleben oder die Bedingungen zum Verursachen der Krankheiten werden ebenso wichtig angesehen wie der nationale Aufbau, Aufspüren von Klassenfeinden oder die Realisierung der Revolution. Durch die Hygiene soll dem Neuen China eine praktische Identität gegeben werden.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/ws.html)

1953: Maos Parole "20 Jahre in einem Tag"
Mao beschliesst zur Erfüllung des ersten Fünfjahresplans Massnahmen, die er nicht veröffentlicht (North, S.190). Stattdessen verlangt er von der Gesellschaft grosse Fortschrittssprünge. Zusätzlich prahlt das Mao-Regime, die chinesische Wirtschaft werde in zehn Jahren die Wirtschaft von Grossbritannien überholen (North, S.191).

1953-1957
Peking-China: Erster Fünfjahresplan
Damit schlägt die Mao-Clique einen Wirtschaftskurs ein, der sich eng an dem Entwicklungsmodell der Sowjetunion orientiert. Schwerpunkt ist die forcierte Entwicklung der Industrie, v.a. der Schwer- und Grundstoffindustrie, die als Motor des wirtschaftlichen Wachstums angesehen wird. Konsumgüterindustrie und Landwirtschaft bleiben dagegen vernachlässigt (Haydt u.a., S.58).

Die Landwirtschaft erhält nur ca. 6,2% der staatlichen Investitionen. Gleichzeitig trägt die Landwirtschaft aber weiter die Hauptlast bei der Kapitalschöpfung. Die Sowjetunion gibt nur wenig Kredit, wirkt dafür aber wesentlich in China mit über 10.000 "Experten" sowie mit der Lieferung wichtiger Investitionsgüter und technischer Pläne (Haydt u.a., S.58).

Das Bruttosozialprodukt steigt um ca. 6% pro Jahr. Die Wachstumsraten in der Industrieproduktion betragen 18,5% jährlich. Die Landwirtschaft wächst aber nur langsam und gefährdet so das industrielle Wachstum. Die Nicht-Koordinierung bei der Wirtschaft zeigt sich
-- in Versorgungsengpässen bei Konsumgütern
-- durch fehlende Rohstoffe für die Industrie
-- bei der Devisenknappheit aufgrund des Rückgangs landwirtschaftlicher Exporte (Haydt u.a., S.59).

Die Bevölkerung entwickelt sich diesen Bedingungen entsprechend:
-- die Bauern entwickeln eine Unzufriedenheit über die Unterschiede im Lebensstandard zwischen Stadt und Land
-- es entwickelt sich eine Landflucht [obwohl diese offiziell verboten ist]
-- die Bauern entwickeln "kapitalistische" Tendenzen [durch Nebenerwerb] (Haydt u.a., S.59).


Januar 1953: Taiwans zweite Phase der Landreform -  Pekings Landreform endet mit 1 Mio. toten Landlords - Tod Stalins 5.3.1953 - Mao wirft Stalins Nachfolgern "Revisionismus" vor - Absetzungsbewegungen in Stalins Satellitenstaaten

Januar 1953
Taiwan: Zweite Phase der Landreform unter der Kuomintang
Das so genannte "Land für den Pflüger"-Programm (englisch: "Land for the Tiller") bewirkt, dass die Lanlords ihr Land an die Pächter abgeben müssen, eine revolutionäre Massnahme unter den Landreformen. Das Vorgehen:
1. jeder Landlord darf drei Jias (1 Jias = ca. 9700 Fuss Quadrat) Reisfeld und 6 Jias anderes pflügbares Land behalten
2. die Regierung kauft alles Land auf, ausser  das Land, das die Landlords behalten dürfen, und verteilt es den Pächtern
3. der Landpreis wird auf das 2,5-Fache des Werts der jährlichen Ernte festgelegt, ähnlich der Verteilung des öffentlichen Landes
4. die Abzahlung an die Landlords erfolgt zu 70% in Bürgschaften in Form von Reis oder anderen Ernten gemäss einem Plan über 10 Jahre, die anderen 30% werden durch Lagerbestände der öffentlichen Industrien beglichen
5. Bauern, die Landbesitzer werden, müssen der Regierung den Preis in Form von Reis oder anderen Ernten innerhalb eines 10-Jahres-Plans bezahlen.

Gegen die Landreform wagt niemand einen Widerstand. Bei den "öffentlichen Ländereien" und bei den Industriebetrieben handelt es sich um übernommenen japanischen Besitz. Die Herrschaft der Kuomintang kann sich mit der Landreform ihre Herrschaft auf Taiwan friedlich stabilisieren. Die Mittelschicht profitiert von den Reislieferungen der Bauern. Die Landlords erhalten Stellungen in der Industrie bei gleichzeitiger Abwertung der Währung, so dass ein Exportboom beginnt. Die Sicherheit der Bauern ist wichtiger stabilisierender Faktor für den Konsum im Inland.
(http://members.shaw.ca/leksu/mainp11e.htm)

Frühling 1953
Peking-China: Abschluss der Landreform mit 1 Mio. toten Landlords
(http://www.iisg.nl/~landsberger/tg.html)

5.3.1953
Tod Stalins: Gerangel um Führungsfunktion zwischen Moskau und Peking
Mao und seine Mitarbeiter müssen sich nach Stalins Tod einer neuen Führung in Moskau anpassen (North, S.203).

Mao beginnt, sich neben Stalin als ebenso epochemachender Theoretiker und Neuerer zu platzieren, denn er habe dem Kommunismus eine "asiatische Form" gegeben (North, S.204).

Mao meint, er sei nun der älteste Führer der kommunistischen Bewegung und gibt sich enttäuscht, als die neue sowjetische Führung unter Malenkow und Chruschtschow den Führungsanspruch von Mao nicht anerkennt.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Chinesisch-sowjetisches_Zerw%C3%BCrfnis)

Mao beklagt den russischen "Revisionismus" unter Chruschtschow
Die Neuerungen in Russland, die unter Chruschtschow und seinen Nachfolgern eingeführt werden, um die schlimmsten Auswüchse des Sowjetregimes zu beseitigen, qualifiziert Mao als "Revisionismus" ab.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/comfaq.htm#part7)

ab 5.3.1953
Absetzungsbestrebungen in kommunistischen Satellitenstaaten nach Stalins Tod
Andere kommunistische Staaten äussern ab Stalins Tod mehr politische Unabhängigkeit gegenüber Russland, denn bisher hat alle Anpassung den nationalen Interessen Russlands gedient (North, S.213).

[In der DDR erfolgt 1953 ein erster Aufstand, wo der Welt gezeigt wird, wie sowjetische Panzer sprechen...]


Mao selbst lässt Russland eine gewisse Vorreiterrolle bei der Behandlung internationaler Fragen

->> Mao folgt z.B. der Verurteilung von Titos Alleingang in Jugoslawien (North, S.214).


Mitte 1953: Burma macht Druck gegen die Taiwan-Guerilla - Oktober 1953: "Waffenstillstand" in Korea - "Eiserner Vorhang" - "Bambusvorhang" - Maos Personenkult

Mitte 1953 ca.
Burma wehrt sich bei der UNO gegen die Taiwan-Guerilla - Druck auf Taiwan
Nach einem Protest der Burmesischen Regierung bei der UNO 1953 beginnen die "USA", Taiwan dazu zu drängen, die Guerilla in Burma abzuziehen. Bis Ende 1954 werden fast 6000 Soldaten aus Burma abgezogen.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

DDR 17.6.1953:
                                Volksaufstand, Demonstration am
                                Brandenburger Tor
  



DDR 17.6.1953: Volksaufstand, Demonstration am Brandenburger Tor


  
DDR 17.6.1953: Der
                              Volksaufstand wird mit sowjetischen
                              Panzern beantwortet...

DDR 17.6.1953: Der Volksaufstand wird mit sowjetischen Panzern beantwortet...

17.6.1953
Volksaufstand in der DDR gegen den Kommunismus
Der Aufstand mit Schwerpunkt in Berlin wird mit sowjetischen Panzern beantwortet.
(http://www.goethe.de/in/d/frames/gaz/didak1953.html)








Oktober 1953
Mao verkündet Massnahmen zur beschleunigten Kollektivierung und "Sozialisierung"
-- Mao verkündet die "Generallinie der Partei in der Übergangsperiode"
-- Mao verkündet die vom Politbüro angenommene "Resolution über die Entwicklung von gegenseitiger Hilfe und Kooperation in der Landwirtschaft" (Haydt u.a., S.59).

Damit sollen die Kollektivierung und die Sozialisierung von Handel, Landwirtschaft und Industrie schneller als vorher vorankommen. [Es wird verstaatlicht und umorganisiert, was nur geht, um die Ideologie des Marxismus-Leninismus zu realisieren]. In vielen Fällen werden die ehemaligen Eigentümer als hoch bezahlte Fabrikleiter eingesetzt und mit Gewinnbeteiligung abgefunden (Haydt u.a., S.59).

  
  
Korea 1955:
                              Grenzschild am 38. Breitengrad als Grenze

  
Korea 1955: Grenzschild am 38. Breitengrad als Grenze.




ab Oktober 1953
Waffenstillstandsverhandlungen in Korea
in Panmunjom (North, S.207)

[Die "USA" setzen in Korea chemische Bomben ein, gegen jedes Völkerrecht].

ab 1953
"USA"-China: Kalter Krieg - "Eiserner Vorhang" - "Bambusvorhang"
Der Korea-Krieg hat gezeigt, dass China und die "USA" gegeneinander stehen. Es gilt die Redewendung, die Sowjetunion verschanze sich hinter einem Eisernen Vorhang, China hinter einem Bambusvorhang.
(http://www.ford.utexas.edu/museum/exhibits/China_exhibit/Mao%27s%20Dynasty.htm)

1953-1957
Peking-China: Höhepunkt des Personenkults um Mao Zedong
(http://www.stefanzimmermann.com/mao/mao3.html)

Personenkult: Mao als Chef der Baustelle
Plakat von Maos Personenkult 1954: Mao
                            als Chef der Baustelle
Plakat von Maos Personenkult 1954: Mao als Chef der Baustelle:
"Verwandle China in ein fruchtbares, reiches und starkes industrialisiertes sozialistisches Land unter der Führung der Kommunistischen Partei und des Vorsitzenden Mao! 1954"
(http://www.iisg.nl/~landsberger/cult.html)
x
Personenkult: Mao an der Stubenwand
Plakat von Maos Personenkult 1954:
                            Maobild an der Stubenwand
Plakat von Maos Personenkult 1954: Maobild an der Stubenwand:
"Das glückliche Leben, das Mao uns gegeben hat. 1954"
(http://www.iisg.nl/~landsberger/cult.html)


1954: Rückgabe von Port Arthur an China - "Fünf Prinzipien" zwischen Peking-China und Indien - Pekings Bomben auf Quemoy - 20.9.1954: Erste Verfassung für Peking-China - das Tandem Mao - Zhou Enlai - Taiwan-Guerilla in Burma wird für aufgelöst erklärt

1954:
Nikita Chruschtschow besucht die VR China: Port Arthur wird an China zurückgegeben
Ausserdem wird auch eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit vereinbart.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Chinesisch-sowjetisches_Zerw%C3%BCrfnis)

26.4. bis 21.7.1954
Genfer Konferenz über Korea und Indochina
mit Peking-China als Konferenzteilnehmer.
(Haydt u.a., S.59,62; http://www.dodis.ch/d/services.asp)

Peking gelingt nach der Verurteilung als "Aggressor" von 1951 der Wiedereinstieg in die internationale Diplomatie (Haydt u.a., S.62).

29.4.1954
Indisch-chinesisches Abkommen über Handel und Verkehr zwischen Tibet und Indien
(Haydt u.a., S.59)

Indien akzeptiert damit die chinesische Tibet-Besetzung (Haydt u.a., S.62).

19.6.1954
Peking-China löst die Regionalverwaltungen auf - neue Provinzgliederung
China wird neu in 21 Provinzen, 5 autonome Gebiete und zwei reichsunmittelbare Städte Peking und Shanghai gegliedert (Haydt u.a., S.57).

28.6.1954
Verkündung der "fünf Prinzipien" zwischen Indien und Peking-China
Mit den Jahren fühlt sich Peking-China mit seinen revolutionären Fortschritten im Innern immer mehr zu einer eigenen Aussenpolitik berechtigt, um auch international eine grössere Rolle zu spielen, was den Status in der Diplomatie erhöht.

Nehru und Chou En-Lai verkünden am 28. Juni 1954 die "Fünf Prinzipien der friedlichen Koexistenz" (Panch Shila), die die Beziehungen zwischen den beiden Staaten bestimmen sollen (North, S.231):

1. gegenseitige Anerkennung der Souveränität und Integrität des anderen
2. Verzicht auf Aggression
3. Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten des Anderen
4. Gleichheit und gegenseitige Unterstützung
5. friedliche Koexistenz (North, S.207).

Indienbesuch von Chou Enlai 1954,
                Propagandaplakat
Indienbesuch von Chou Enlai 1954, Propagandaplakat

3.9.1954
Taiwan-Inseln vor der Provinz Fujian: Pekings Bomben auf die Insel Quemoy
[Peking-China will die Gefährdung der Taiwan-Strasse durch Taiwan nicht länger hinnehmen und beginnt, die unter Taiwan stehenden Inseln vor Fujian anzugreifen].

Chinas Kommunisten wollen Taiwan die Insel Quemoy streitig machen, stossen aber auf zähen Widerstand (North, S.231) und haben mit ihren Bombardierungen keinen Erfolg (North, S.207).

Die Bomben auf die Insel Quemoy sind der Beginn der ersten "Taiwan-Strassen-Krise". Gleichzeitig sind die Dachen-Inseln / Tachen-Inseln vor der chinesischen Provinz Zhejiang bedroht.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Dachen_Islands; http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

15.9.1954
1. Nationaler Volkskongress
Eröffnung durch Mao Tse-Tung vor 1226 Delegierten (Haydt u.a., S.59).

20.9.1954
Volkskongress: Neue Verfassung - die Verschlimmbesserung der Staatsstruktur - Mao bekommt die volle Macht
Die neue Verfassung der "Volksrepublik China" umfasst 106 Artikel. Zusätzlich wird ein neues "Organisationsgesetz" über den Nationalen Volkskongress sowie vier Organisationsgesetzt über den Staatsrat, die örtlichen Volkskongresse, die Volksgerichte und die Volksstaatsanwaltschaft verabschiedet  (Haydt u.a., S.59).

Alle Macht gehört dem "Volk", behauptet die Verfassung... (North, S.153). Damit wird offiziell die Militärverwaltung aufgehoben und eine Zivilregierung eingerichtet (Fairbank, S.277).

Die chinesische Verfassung gibt eine Regierungsstruktur vor. Mao Zedong wird Vorsitzender des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei. Zhou Enlai / Chou En-Lai wird Premierminister und Aussenminister.
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1950.asp)

[Die ehemaligen Kriegshelden sind alle Mitglieder der Regierung, und somit ändert sich am Charakter der Regierung nicht viel...]

Die Verschlimmbesserung: Abschaffen bewährter Staatselemente - Vetternwirtschaft
Diese Verfassung ändert das Leben in China in entscheidender Weise. Sie soll der "Übergang zum Sozialismus" verkörpern. Die Verfassung schreibt eine Staatsform auf der Basis der Sowjetverfassung Stalins von 1936 vor. Damit verschlechtert sich Chinas Innenpolitik:
-- das "Gemeinsame Programm" ist zu Ende
-- die "Neue Demokratie" ist zu Ende (Fairbank, S.280)
-- die Verfassung stärkt die Regierung und die über 50 Ministerien
-- die Vetternwirtschaft nimmt zu, z.B. mit Doppelmitgliedschaften bei Regierung und Politbüro (Fairbank, S.280)
-- die Politische Konsultativkonferenz bleibt bestehen, wird jedoch in eine dachorganisation der Einheitsfrontpolitik mit nur beratender Funktion umgewandelt (Haydt u.a., S.59).

Die Verfassung definiert die Volksrepublik China neu als "Staat des Volkes, geführt von der Arbeiterklasse und beruhend auf einem Bündnis von Arbeitern und Bauern". Die Verfassung gibt vor, mittels einer sozialistischen Industrialisierung und Umgestaltung werde allmählich die Ausbeutung beseitigt und eine sozialistiswche Gesellschaft aufgebaut (Haydt, S.57).

Die Verfassung predigt
-- die Gleichheit der Bürger vor dem Gesetz [nur Mao ist nicht gleich...]
-- aktives und passives Wahlrecht
-- Religionsfreiheit
-- Recht auf Arbeit (Haydt u.a., S.57).

Die Regierung unter Mao wird jetzt mit der KMT-Regierung von 1930 oder mit der Regierung des späteren Kaiserreichs vergleichbar. Dabei hat Mao doch noch feine Unterschiede zu Stalin eingebaut, die sein Regime weniger brutal erscheinen lassen:
-- Mao ist als Staatspräsident definiert, den es in Moskau nicht gibt, dafür kann Mao wie ein Kaiser agieren (Fairbank, S.280)
-- Mao unterstellt sich alle Geheimdienste, die in Moskau z.T. ohne Stalins Kontrolle arbeiten können (Fairbank, S.281-282).

Maos Regierungsstruktur ist ein Kaiserreich mit moderner Technik und Massenpatriotismus (Fairbank, S.283-284).

Am 27.9.1954 wird Mao Tse-Tung vom Nationalen Volkskongress zum Staatspräsidenten gewählt (Haydt u.a., S.59).

[Wenn Mao jetzt gestorben wäre, hätte er als einer der grössten Staatsmänner in der Weltgeschichte eingehen können. Er ist ein Kämpfer und Revolutionär, erweist sich aber als miserabler Staatsmann].

30.9.-12.10.1954
Chruschtschow-Besuch in Peking-China: Kreditzusagen und Port-Arthur-Zusage
Unter der sowjetischen Regierungsdelegation sind auch Ministerpräsident Bulganin und Aussenminister Mikojan (Haydt u.a., S.59-60). Die russische Delegation lehnt die chinesischen Forderungen nach Rückgabe der Äusseren Mongolei ab, unterzeichnet jedoch Kreditvereinbarungen sowie Zusagen über die Rückgabe von Port Arthur / Lushun und die Auflösung der gemischten Aktiengesellschaften in Sinkiang (Haydt u.a., S.60).

Ende 1954
Burma: Die Taiwan-Guerilla wird für aufgelöst erklärt
Der Kommandeur der Taiwan-Guerilla, Li Mi, erklärt seine Armee für aufgelöst. Es bleiben aber 1000e Kämpfer in Burma, die von Taiwan weiterhin unterstützt und kommandiert werden. Zeitweise werden sie sogar heimlich verstärkt. Die Angriffe auf das Hauptland von China enden erst Ende der 1960er Jahre, als die Infrastruktur Peking-Chinas ausgebaut ist.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)


1955: Maos Plan zur Lockerung der Zensur mit "100 Blumen" - Maos Bildungssystem im Schiffbruch - Peking besetzt die Insel Yi Kiang Shan - Eisenhower lässt Taiwans Inseln demilitarisieren und gibt Taiwan gleichzeitig vollen Schutz - 31.7.1955: Mao verkündet die Kollektivierung der Landwirtschaft: "Umerziehung" - afro-asiatische Konferenz von Bandung: Maos Propaganda für das "chinesische Modell" im Ausland...

1955
Erfolglose Umerziehung in China - Plan der "100 Blumen"-Politik
1955 wird klar, dass das Umerziehungsprogramm keine Stimulans für den Intellektuellen ist, die Industrialisierung voranzutreiben.
->> Die Partei macht den Vorschlag einer "weicheren Politik", Kritik zuzulassen unter dem Motto: "Lasst 100 Blumen blühen und 100 Schulen miteinander streiten." (North, S.200)

1955 ca. / 1950er Jahre
Maos Bildungssystem erleidet Schiffbruch
-- das Ziel einer "Schule des Volkes" muss aufgegeben werden
-- es besteht die Gefahr, dass zu viele Universitäts-Absolventen nach dem Universitätsabschluss arbeitslos werden
-- die Abiturienten können sich kaum umstellen, andere Arbeiten als die im "weissen Kragen" zu verrichten und bleiben unflexibel (Fairbank, S.291).

20.1.1955
Peking-China besetzt die benachbarte Taiwan-Insel Yi Kiang Shan
Dabei wird eine 720-köpfige Taiwan-Garnison beim Verteidigungskampf getötet.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

24.1.1955
Washingtons "Formosa-Resolution" im "US"-Kongress - Eisenhower lässt Inseln entmilitarisieren
Die Resolution ermächtigt den "US"-Präsidenten,  die entfernten Inseln von Taiwan zu verteidigen. Präsident Eisenhower handelt aber anders. Er drängt Chiang Kai-Shek dazu, seine Insel-Truppen von 11.000 Mann und die 20.000 Zivilisten von den Dachen-Inseln / Tachen-Inseln zu evakuieren und die Inseln Peking-China zu überlassen.

Auch die Insel Nanchi wird aufgegeben, so dass Taiwan vor der Küste Chinas als Hauptinseln nur die Inseln Quemoy und die Matsu-Inseln bleiben. Gleichzeitig garantiert er Taiwan vollsten Schutz.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

März 1955
Eisenhower drängt Peking-China zum Ende von Bombardements gegen Taiwan-Inseln
Die Bombardements der Volksbefreiungsarmee gegen Taiwan-Inseln vor der Küste Chinas haben erst ein Ende, als Eisenhower Peking mit einer Eskalation und dem Gebrauch von Nuklearwaffen droht. Damit ist die erste Taiwan-Strassen-Krise beendet.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

Chang
                            Kai-Shek auf dem Titelblatt von Time
                            18.4.1955
Chang Kai-Shek auf dem
Titelblatt von Time 18.4.1955
"US"-Präsident Dwight
                            Eisenhower, Portrait
"US"-Präsident
Dwight Eisenhower

[Chiang Kai-Shek ist für die "USA" eine der vielen Marionetten gegen den "Kommunismus". Dabei sind es "amerikanische" Bankiers, die den Kommunismus finanzieren. Gegen die Bankiers wird aber nie vorgegangen...]

31.3.1955
Peking-China entlässt erste führende sowjetfreundliche Kader: Kao Kang und Jao Shu-Shih
Kao Kang und Jao Shu-Shih sind Politbüro-Mitglieder und Leiter der Regionalabteilungen Nordost- und Ostchina. Sie werden ihrer Staats -und Parteiämter enthoben, angeblich
-- wegen angeblicher separatistischer Ambitionen
-- wegen gravierender Meinungsunterschiede über die weitere Wirtschaftspolitik, bei der Kao Kang und Jao Shu-Shih angeblich das sowjetische Modell favorisieren (Haydt u.a., S.60).

Auflösung der Regionalbüros, um antizentralisitsche Tendenzen zu unterdrücken
(Haydt u.a., S.60)

18.-24. April 1955
Bandung: Solidaritätskonferenz afro-asiatischer Staats- und Regierungschefs
Chou Enlai nimmt an der Konferenz teil und wirbt erfolgreich um Vertrauen für die VR China (Haydt u.a., S.60). China gelingt damit nach dem Koreakrieg endgültig eine breite Rehabilitation. Chou Enlai unterstreicht die Bereitschaft seines Landes zur Herstellung gutnachbarlicher Beziehungen und zu einer Politik der "friedlichen Koexistenz" (Haydt u.a., S.62).

Chou En-Lai beschwört die Koexistenz der Weltsysteme, erinnert an die "5 Prinzipien" (North, S.207) und fügt
6. Rassengleichheit und
7. das Recht auf die eigene Lebensform und Wahl des Wirtschaftssystems
als neue Punkte hinzu (North, S.207).

Die Konferenz eröffnet Peking-China neue Kontakte zu neu gegründeten Ländern, die sich von den kolonial-rassistischen Fesseln der rassistischen europäischen Staaten haben befreien können.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/ff.html)

[Die neuen Machthaber in den neuen Staaten in Afrika und Asien wenden aber z.T. dieselben diskriminierenden Prinzipien wieder an und maximieren ihre Gewinne, während die Bevölkerungen arm bleiben...]

Chinesische Propaganda
Ab der Konferenz beginnt chinesische Propaganda der Leute um Mao zu spielen:
-- das "chinesische Modell" sei das beste
-- Mittelsmänner beginnen in Afrika, Lateinamerika und Teilen Asiens, über das chinesische Modell zu referieren (North, S.208).

Mitte 1955
Erste Veröffentlichung der Ziele des Fünfjahresplans Chinas
(North, S.190)

31.7.1955
Mao verkündet die Kollektivierung der Landwirtschaft
Mao verkündet vor regionalen Parteifunktionären eine Beschleunigung der landwirtschaftlichen Kollektivierung (Haydt u.a., S.60):
-- Mao behauptet, die Landverteilung an die Bauern sei nur ein erster Schritt gewesen
-- die Massenproduktion ziehe den Wechsel vom Privateigentum zum Gemeineigentum nach sich (North, S.189)
-- halbprivate Genossenschaften sollen umgestaltet werden, so dass alle Mittel Gemeineigentum werden, denn Eigentum hemme die produktiven Kräfte (North, S.190).

Umerziehung der Bauern zu "Gegenseitigen Hilfe-Gruppen" und "Kooperativen" - Lockvogel Strom und Mechanisierung
Nach der Beseitigung der Dorfführer und der reichen Bauern kann Mao die "Phase 2" zur Festigung seiner Macht beginnen: die Zwangskollektivierung.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/chinhung.htm)

Kurz nachdem das Land an die Bauern verteilt worden ist, leitet Mao also bereits wieder Massnahmen ein, um das Land  zurückzuerhalten. Die vorbereitenden Schritte zur Kollektivierung sind die Organisation der Bauern in so genannten "Gegenseitigen Hilfe-Gruppen", die dann schrittweise zu unteren landwirtschaftlichen Kooperativen ausgeweitet werden.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/tg.html)

Eigentlich will Mao sofort die Zwangskollektivierung durchziehen, analog der Stalinschen "Methoden". Aber interne Opposition in der Partei bremst das Vorgehen in den ersten paar Jahren. Also werden zuerst "Kooperativen" gegründet...
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/chinhung.htm)

Dabei dient Mao die "Elektrifizierung auf dem Land" und die Mechanisierung der Landwirtschaft als Lockvogel, den Bauern die "Kooperativen" und später die "Kollektivierung" schmackhaft zu machen.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/tg.html)

10.10.1955
Das 6. erweitertes Plenum des 7. Zentralkomitees bewilligt das Schnellverfahren zur Kollektivierung der Landwirtschaft
(Haydt u.a., S.60)


1955-1958: Die "Kollektivierung" der Landwirtschaft in Peking-China - Februar 1956: Start des Kritikprogramms "100 Blumen" - Mao kritisiert Chruschtschows Kurs - Maos neue Gebietsansprüche gegen Russland

1955/56
Erster Schritt zur Kollektivierung der Landwirtschaft in China
Die Bauern werden in schnellem Tempo zu Produktionsgenossenschaften "zusammengeschlossen" (North, S.189).

Fast alle bäuerlichen Haushalte werden bis Ende 1956 verstärkt zu Produktionsgenossenschaften zusammengeschlossen. Ziele dieser Massnahmen sind u.a.
-- Hebung des Lebensstandards der Landbevölkerung
-- Beschleunigung der Industrialisierung
-- Verhinderung einer "kapitalistischen Restauration" auf dem Lande (Haydt u.a., S.60).

[Die Privatinitiative, die nicht in die Ideologie des Kommunismus passt, soll also augemerzt weren].

Die Genossenschaften bestehen meist nur auf dem Papier und funktionieren oft nicht (Fairbank, S.297).


1955-1959
Peking-China: Hygienekampagnen gegen Bilharziose
(http://www.iisg.nl/~landsberger/ws.html)

1956: Propaganda für das Gründen von "Kooperativen" in der Landwirtschaft
Plakat für Kooperativen in der
                            Landwirtschaft 1956
Plakat für Kooperativen in der Landwirtschaft 1956: "Schreite voran auf der Strasse der Kooperativierung." 1956
(http://www.iisg.nl/~landsberger/tg.html)
x
Plakat zur Kooperativierung 1956:
                            Kooperativen sind Grundlage zum Erfolg
Plakat zur Kooperativierung 1956: Kooperativen sind Grundlage zum Erfolg: "Landwirtschaftliche Kooperativierung ist der sozialistische Kurs, der jeden erfolgreich macht." 1956
(http://www.iisg.nl/~landsberger/tg.html)

1956
Peking-China: Die Verstaatlichung von Industrie und Handel ist weitgehend abgeschlossen
(Haydt u.a., S.59)

Panchen Lama, Mao Zedong und Dalai
                              Lama 1956
  



vergrössernPanchen Lama, Mao Zedong und Dalai Lama 1956



Tibet: Installierung eines Verfassungskomitees mit Dalai Lama und Panchen Lama

Ziel ist eine Verfassung für Tibet als autonome Region Chinas. Der Dalai Lama soll Vorsitzender und Panchen Lama soll Vizevorsitzender des Komitees sein, alles mit Absprache mit Mao Zedong.

Japan gibt 1956 an, dass 1931-1945 auf chinesischem Boden 560.000 Japaner gestorben seien
Da die Kuomintang 1946 1,4 Mio. japanische Todesopfer auf chinesischem Boden angegeben hat, kommt Liu Feng später auf den Kompromiss von "ungefähr 1 Million".
(http://www.uglychinese.org/war.htm)

14.1.1956
Chinas Intellektuelle sollen eigene Ideen haben dürfen
Auf Betreiben Chou Enlais gibt die KPCh ihre bislang geübte harte Politik gegenüber Intellektuellen auf (Haydt u.a., S.60).

Februar 1956
XX. Parteitag der KPdSU: Chruschtschow verkündet "Entstalinisierung" und Kontrolle über Krieg und Frieden
und Chruschtschow verkündet, Stalin habe Fehler begangen (North, S.211).

Eigener chinesischer Führungswille
Die chinesischen Kommunisten meinen, der chinesische Kommunismus sei besser für die Revolution in "Kolonien und Halbkolonien" anwendbar als der russische Kommunismus (North, S.204) denn:

-- Mao habe die Fehler von Stalin vermieden (North, S.204)
-- die KPCh hängt die Fehlentwicklungen des Kommunismus zwischen 1927 und 1936 Moskau an, als der Kommunismus in China noch keine eigene Führung hatte

-- ab 1935, der Konferenz von Tsun-yi, habe die KPCh aber keine schwerwiegenden Fehler mehr gemacht, denn:

oo  Mao habe immer Kontakt zum Volk behalten
oo  Mao habe keinen Personenkult zugelassen (North, S.205)

->> Stalins Fehler sei nicht aus persönlicher Natur gekommen, sondern weil man in Moskau die nicht-antagonistischen Widersprüche habe wuchern lassen, so dass sie zerstörerische Wirkung gezeigt hätten

->> somit will die KPCh ab Stalins Tod die ideologische Unabhängigkeit erklären und ihren eigenen Weg als den richtigeren und erfolgreicheren hinstellen (North, S.205).

Februar 1956
Chruschtschows Geheimbericht über Stalins Verbrechen wird bekannt
(http://derstandard.at/druck/?id=498411; http://olf4.de/C/Courtois/Einleitung.htm)

Es folgen Aufstandsbewegungen im ganzen Warschauer Pakt.


Mao stellt gegen Chruschtschow Thesen auf
-- die imperiale Bedrohung sei im Wesentlichen die gleiche, die Natur des Imperialismus habe sich nicht geändert
-- auf die Dauer habe China aber nichts zu fürchten (North, S.211).

Der "Westen" bleibt gemeinsamer Gegner - Chinas Expansionsabsichten
->> gegen aussen sind China und Russland Partner, aber im Innern brodelt es gewaltig (North, S.206)
->> Mao und seine Mitarbeiter zweifeln Verträge mit Russland an (North, S.210):
oo Vertrag von Aigun 1858
oo  Vertrag von Peking 1860
oo  Vertrag von Ili 1881 (North, S.211)

plus: Maos Regierung stellt neue Gebietsansprüche:
-- von Alma Ata bis Irkutsk
-- von Vladivostok bis Nikolajewsk bis Skovorodino und das Aldan-Hochland (North, S.211).

[Mao strebt also ein Reich an, das grösser sein soll als alle Kaiserreiche vor ihm...]

Februar 1956
"Bewegung der 100 Blumen" in China
Die Situation wird für Mao kritisch, da die wirtschaftliche Situation in China trotz Anlehnung an die Sowjetunion zu kippen droht und sich Unmut durch zunehmende Arbeitslosigkeit und Streiks auf dem Lande, dann auch in den Städten, entwickeln. Mao Zedong gibt seinen dadurch erlittenen Autoritätsverlust frei, indem er die Zensur mit "100 Blumen" aufheben will:

"Lasst hundert Blumen blühen, lasst hundert Schulen miteinander wettstreiten."
(http://www.knerger.de/Erlaeuterungen/hauptteil_erlaeuterungen.html#grossersprung)

Mao behauptet damit, man dürfe nun in China Kritik üben.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/chinhung.htm)

Mao stösst in China unter dem Schlagwort der "Hundert Blumen" einen Versuch an, Kritik zu erlauben und so die Intellektuellen für den Staat zu gewinnen (North, S.232). Das Umerziehungsprogramm soll gemildert werden (North, S.198).

Es kommt vorerst aber nur zu zögernden Äusserungen aus studentischen und intellektuellen Kreisen (North, S.201).


Peking-China 1956: Reiseverbote und erster Hunger durch "Kollektivierung" - langsames Bildungssystem - Schichtenauflösung - Beginn mit der "Umerziehung" von Studenten "in die Berger und hinab in die Dörfer" - Aufstände in Ungarn und Polen - die "100 Blumen" sprechen 1 Jahr lang nicht

1956
Peking-China: Reiseverbote und erster Hunger durch die "Kollektivierung"
Im Jahr 1956 ist die "Kollektivierung" der Bauern in weiten Teilen abgeschlossen. 400 Millionen Bauern werden gezwungen, ihr Vieh, Geräte und das Saatgut zusammenzulegen, und zusätzlich sind die Befehle der Partei-Obersten zu befolgen:

-- Mao führt den internen Pass ein, der das Reisen im eigenen Land sehr einschränkt
-- die Parteiführung befiehlt strenge Produktionsvorgaben zur Getreideproduktion.

Das Resultat: Die erzwungene Kollektivierung reduziert die Lebensmittelproduktion erheblich:
-- die Getreide-Ernten fallen 1956 um 40%
-- das Vieh wird geschlachtet, um eine Zwangsenteignung zu vermeiden
-- es treten bereits jetzt örtliche Hungersnöte auf.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/chinhung.htm)

Maos Bildungssystem kommt nur langsam voran
1/3 der Studenten kommt inzwischen aus Bauern- und Arbeiterfamilien. Die Umwälzung bleibt somit weit hinter den Erwartungen (Fairbank, S.291).

Mao glaubt, die neue Intelligenz denke kommunistisch. Er erklärt, dass die Arbeit der Intelligenz für die Revolution wesentlich sei (Fairbank, S.291).

Auflösung der gesellschaftlichen Schichten
1956 löst Mao ausserdem die gesellschaftlichen Schichten auf. Bauern und Arbeiter werden wie auch die Intelligenz zur Parteimitgliedschaft zugelassen. Damit werden alle zum "Proletariat". Die Klassenkämpfe gehen zurück, meint der treue Mao-Anhänger Deng Xiaoping (Fairbank, S.291).

1956-1966
Peking-China: Studenten "in die Berge und hinunter in die Dörfer"
1,2 Millionen Studenten werden durch dieses "Programm" so zur "Umerziehung" aufs Land geschickt.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/xf.html)

Februar 1956
Moskau, 20. Parteitag der KPdSU: Chruschtschow propagiert eine Kompromisspolitik - Mao nicht
Chruschtschow spricht davon, die Kominform aufzulösen und einen bewaffneten Konflikt mit dem Kapitalismus zu vermeiden. Ausserdem stellt er die Beziehungen zu Jugoslawien wieder her etc. Mao ist damit gar nicht einverstanden. Für die Moskauer Führung wird Mao mit seinem Revolutionswahn immer mehr zum Risiko.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Chinesisch-sowjetisches_Zerw%C3%BCrfnis)

25.4.1956
Maos Rede "Über die zehn Grossen Beziehungen"
Damit ist eine erste Abkehr vom sowjetischen Entwicklungsmodell absehbar. Gegen den Widerstand von Liu Shaoqi und andere Parteiführer setzt sich Mao für eine weitere Liberalisierung ein (Haydt u.a., S.60).

26.5.1956
Maos Politik der "100 Blumen": Lockerung der Bedingungen für Intellektuelle - 1 Jahr kein Wort
Lu Ting I, Direktor der Propaganda-Abteilung des ZK, ermuntert die Intellektuellen zu offener Diskussion und Kritik unter dem Motto: "Lasst 100 Blumen blühen, lasst 100 Gedankenschulen miteinander wetteifern" (Haydt u.a., S.61).

Mao lässt die Verhältnisse der Intelligenz (Abiturienten und Universitätsstudenten) verbessern:
-- die Auslandzensur wird gelockert
-- es wird mehr Freizeit und so mehr eigene Initiative gewährt (Fairbank, S.291).

So soll die Intelligenz die Kader kritisieren können, die sich seit 1950 als neue Herren aufführen. Widerspruch ist gemäss der chinesischen Philosophie der Vielheit in der Einheit vertretbar. Mao schätzt dabei, dass höchstens 3% der Intellektuellen den Marxismus ablehnen. Die Intelligenz misstraut aber dem Angebot, Kritik zu üben (Fairbank, S.291) und sagt ein ganzes Jahr lang nichts (Fairbank, S.292).

28.6.1956
Polen: Posener Aufstand
Ein Generalstreik und dessen Niederschlagung kostet 53 Tote.
(http://www.geschichte.2me.net/dcx_1957.htm)

Es beginnt mit Lohnforderungen und endet in der Forderung, Gomulka, der seit 1945 gefangen gehalten wird, zu rehabilitieren.
(http://derstandard.at/druck/?id=498411)

Ca. 100.000 Menschen protestieren gegen die kommunistischen Verhältnisse. Der Aufstand wird von der polnischen Armee niedergeschlagen, mit ca. 70 Toten und über 500 Verletzten. Gedenken an den Aufstand wird erst ab dem Zusammenbruch des Kommunismus ab 1989 zugelassen. Der Aufstand provoziert Solidaritätsdemonstrationen u.a. in Ungarn.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Posener_Aufstand)

Die Aufstandsbewegung geht in Polen weiter. Der polnische Parteichef Ochab holt sich "als Reserve" für den Aufstand die moralische Unterstützung Mao und Tito.
(http://derstandard.at/druck/?id=498411)

China lässt die Revolte in Polen zu wie auch Russland
-- denn diese sei nicht der Kontrolle der Partei entglitten
-- Forderung der polnischen Kommunisten sei nur ein "liberalisierter" und eindeutig polnischer "Weg zum Sozialismus" (North, S.214).

ab 1.9.1956
Die Grenzstreitigkeiten zwischen China und Indien nehmen stetig zu
(Haydt u.a., S.60)

7.-27.9.1956: 8. Parteitag der KPCh
Zum ersten Mal werden die Delegierten von den Parteimitgliedern gewählt (Haydt u.a., S.60-61). Der Parteitag
-- verabschiedet ein neues Parteistatut
-- Bildung eines Ständigen Ausschuss des Politbüros
-- die Position des Parteisekretariats wird gestärkt
-- Mao wird erneut zum Parteivorsitzenden gewählt, und Teng Xiaoping wird zum Generalsekretär der Partei gewählt (Haydt u.a., S.61).

Maos Einschätzung der Lage für China:
-- zur Industrialisierung Chinas sind drei Fünfjahrespläne notwendig
-- der Abschluss des ersten Fünfjahresplans 1957 wird übererfüllt sein (North, S.190)
-- Vorstellen des zweiten Fünfjahresplans mit fünf Hauptzielen:

1. Aufbau der Industrie mit Schwerpunkt Schwerindustrie
2. ideologische Schulung, gesellschaftliche Umgestaltung, "Umformung der Individuen"
3. landwirtschaftliche, industrielle und handwerkliche Produktion, Handel, Transportwesen
4. Spezialistenausbildungen, Abschaffen des Analphabetismus
5. Erreichen eines höheren materiellen und kulturellen Niveaus (North, S.191).

19.10.1956
Polen: Chruschtschow lässt die Rehabilitierung Gomulkas zu
gleichzeitig mit der Behauptung, Russland habe Polen "befreit" und wolle nun zum "Westen" flüchten.
(http://derstandard.at/druck/?id=498411)

Die "Gomulka-Revolte" ist abgeschlossen.

23.10.-4.11.1956
Ungarnaufstand
Studenten in Budapest bekommen die Bewilligung für eine Solidaritätskundgebung für die Posener Bevölkerung. Die Studenten weiten die Demonstration für ihre eigenen Anliegen aus. Die ungarische Führung schliesst sich der Aufstandsbewegung aus, erklärt den Austritt aus dem Warschauer Pakt und wartet auf militärische Hilfe aus dem Westen. Der "Westen" lässt Ungarn zappeln, Moskau aber nicht. Der Aufstand endet mit sowjetischen Panzern. Flucht von über 200.000 Ungarn in den "Westen".
(http://www.geschichte.2me.net/dcx_1957.htm; http://de.wikipedia.org/wiki/Ungarischer_Volksaufstand#Beginn_-_der_23._Oktober)

Mao fordert die Unterdrückung des Ungarn-Aufstands

Maos Führung in Peking fordert von Russland die unbarmherzige Unterdrückung des Ungarn-Aufstands, denn dieser sei gegen den Sozialismus gerichtet. Russland wird von China von einer zögernden Haltung zur strengen Haltung ermuntert (North, S.214).

Kritikbewegungen in der CSSR, in Ungarn und in der DDR werden ab Ende 1956 wieder scharf unterdrückt.
(http://www.geschichte.2me.net/dcx_1957.htm)

15.11.1956
2. Plenumg des 8. ZK: Mao kritisiert die Entstalinisierungspolitik in Russland erneut
Mao warnt angesichts der Aufstände in Ungarn und Polen die eigene Partei vor Bürokratismus, Subjektivismus und Sektierertum (Haydt u.a., S.61).

Ende 1956
Die "Kollektivierung" der Landwirtschaft ist abgeschlossen
(Haydt u.a., S.60)

Die Genossenschaften bestehen meist nur auf dem Papier und funktionieren oft nicht (Fairbank, S.297).

Ende 1956 ca.
Zweiter Fünfjahresplan
Der zweite Fünfjahresplan wird nicht mehr voll entwickelt und wird nicht veröffentlicht (Fairbank, S.286)

1956-1976
Peking-China: Die Landwirtschaft kommt nicht vom Fleck
-- die landwirtschaftliche Produktion bleibt im Rückstand
-- die landwirtschaftliche Anbaufläche geht um 11% zurück, weil Fläche zugebaut wird
-- die Bevölkerung steigt von 586 Mio. (1954) auf 880 Mio. (1974) an, und das Bevölkerungswachstum frisst das Industriewachstum auf (Fairbank, S.344).


1957: Immer stärkere Repression Pekings in Tibet - Mao will den "Weltsieg" des Sozialismus - wieder Peking-Bomben auf die Taiwan-Inseln Quemoy - die totale Kritik an Mao durch die "100 Blumen"

1957-1959
Tibet: Immer härtere Unterdrückung der Tibeter durch die KPCh
(http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Tibet)

1957
Mao-Aufsatz zur Konfliktlösung: "On the correct Handling of Contradictions Among the People" ["Über das richtige Vorgehen in Auseinandersetzungen im Volk"]
Mao prophezeit den Weltsieg des Sozialismus, der nach dem ersten Weltkrieg die Sowjetunion mit 200 Millionen Menschen, und nach dem zweiten Weltkrieg das sozialistische Lager mit 900 Millionen Menschen gegen den Imperialismus hervorgebracht habe.

These: Nach einem dritten Weltkrieg wird der Imperialismus völlig zusammenbrechen (North, S.212).

1957
Peking gegen Taiwan: Bomben von Peking-China auf die Insel Quemoy / Chinmen Tao
Die "USA" sind nahe dran zu intervenieren.
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1950.asp)

27.2.1957
Peking-China: Mao plädiert für eine offene Diskussion der Widersprüche
Mao plädiert in einer Rede vor der Obersten Staatskonferenz "Über die richtige Behandlung von Widersprüchen im Volke" für eine offene Diskussion zur Austragung der auch im Sozialismus andauernden gesellschaftlichen Widersprüche (Haydt u.a., S.61).

ab 27.2.1957
Peking-China gerät in eine Diskussionsphase
Die Ermutigung Maos, Kritik am Sozialismus zu üben, bringt allmählich die eine Kritikwelle in Gang. Die Kritik der oppositionellen Intelligenz wird unerwartet heftig und tiefgreifend (Haydt u.a., S.61).

Mai 1957
Maos Politik der "100 Blumen": Totale Kritik an der KPCh
Im Zuge der Kampagne zur Korrektur des Arbeitsstils der Bürokratie bekommen die Intellektuellen nun doch den Mut, Kritik am Staatssystem zu äussern:
-- die Kader werden nun allgemein angegriffen [welche Äusserungen?]
-- und erst jetzt bricht die Kritik der Intelligenz gegen die sturen unwissenden Kader los, mit Kritik an Versprechungen, Arbeitsweisen, an der Doktrin und an der Praxis des Regimes [Formulierungen?] (Fairbank, S.292).

[Die Diskrepanzen in Maos Staatssystem
Es erscheint logisch, dass Kritik an einem Staatssystem geübt wird, das zuvor einen humanistischen Kahlschlag erlebt hat und inkompetent von Bauern und Kämpfern ohne pädagogisches Wissen geführt wird. Der Extremist Mao scheint seine dahingehenden Defizite nicht bemerken zu wollen].

Die Intellektuellen überrumpeln die KPCh nun mit Kritik und machen auch vor Mao nicht Halt (North, S.201). Die Kritik eskaliert zur beissenden Kritik. Auch Mao verliert dabei sein Gesicht (Fairbank, S.292). Mao und seine Mitarbeiter sind desillusioniert und erschreckt (Fairbank, S.293).

Maos Hetze gegen die Intelligenz
Mao bekommt Angst vor der Intelligenz [weil er sie falsch eingeschätzt hat] und hetzt nun gegen sie:
-- die Intelligenz bestehe nur aus Schwätzern
-- die Intelligenz bestehe aus den dümmsten aller Menschen
-- alle grossen Leistungen seien von relativ ungebildeten jungen Leuten gekommen
-- der Kult der Technik sei ein Fetisch (Fairbank, S.292)
-- die Welt der chinesischen Bauern sei die Quelle der Weisheit und die Hoffnung der Zukunft (Fairbank, S.292-293).

Maos Strategie: Eine treue Intelligenz schaffen [die genau so dumm ist wie er...]
Mao wirft den kritischen Intellektuellen Treuebruch vor und meint, die Intellektuellen seien einfach vom Proletariat beschäftigte Lehrer. Ausserdem meint er, er müsse aus dem proletarischen Bereich eine neue Schicht von Intellektuellen schaffen, die dann der Partei absolut treu sein werde. Somit stellt Mao nun den Klassenstatus über das Können. Die Intellektuellen dürfen neben der Partei keine Ideen mehr haben (Fairbank, S.292).

Die "Kampagne gegen Rechts", 300.000 Verhaftungen, Massenentlassungen und neuer Klassenkampf - Machtübernahme der Bauern in den Parteikadern - Mao bei Chruschtschow frustriert - Mao prophezeit den Sieg des Ostwindes über den Westwind - Maos Vorbereitung des "Grossen Sprungs nach vorn"...

Juni 1957
Peking-China: Studentenunruhen gegen die Mao-Führung
ähnlich den Vorkommnissen am 4. Mai 1919 (Haydt u.a., S.61).

Die KPCh schränkt die Politik der "100 Blumen" ein - drohende Spaltung der KPCh
Die Freiheit der Kritik müsse den "sozialistischen Aufbau" fördern und dürfe ihm nicht schaden (North, S.201).

Die Führung der KPChina beginnt sich ob der Kritik zu spalten. Die KPChina ist mit all ihren Widersprüchen kaum noch handlungsfähig, ebenso die chinesische Bevölkerung.
(http://www.mindground.net/glp.html)

Mao meint, China habe eine nächste Stufe der marxistischen Revolutionstheorie erreicht. Für weitere Schritte der Revolution sollte aber die Industrialisierung Voraussetzung sein, die nun schnell geschaffen werden sollte.
(http://www.mindground.net/glp.html;  Meisner, Maurice:  Mao’s China: A History of the People’s Republic.  New York: Macmillan, 1979, S. 210)

Deswegen erfindet Mao im nächsten Jahr darauf das Aktionsprogramm "Grosser Sprung nach vorn".
(http://www.mindground.net/glp.html; Domenach, Jean-Luc: The Origins of the Great Leap Forward.  Trans. A. M. Berrett. Oxford: Westview P,1995, S.119)

Juni 1957 bis Frühjahr 1958
Stop der Politik der "100 Blumen" - die "Kampagne gegen Rechts" - neuer Klassenkampf und 300.000 Verhaftete
Um die Kritik am Mao-Regime zu unterdrücken, wird Deng Xiaoping angewiesen, eine Kampagne gegen die "Rechten" anzuführen und die Kritiker zu verfolgen, die sich selbst enttarnt haben (North, S.54). Gemäss Jasper Becker in "Hungry Ghosts" (1996) sind nicht nur Intellektuelle das Ziel der Hetze, sondern auch eine grosse Anzahl nieder- und hochrangiger Vertreter, die Maos Landwirtschaftspolitik kritisiert haben.
http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/chinhung.htm)

Maos "Kampagne gegen Rechts" verkündet den neuen Klassenkampf gegen widerspenstige und "unzuverlässige" Intellektuelle
-- gegen die vielen langsamen und korrupten Parteibürokraten
-- gegen Bürokraten, die im Herz nicht "rot" sind und Kontakte zur kritischen Intelligenz pflegen (Fairbank, S.292).

In der Folge der "Anti-Rechts-Kampagne" werden über 300.000 Personen als Rechtsabweichler gebrandmarkt und in "Umerziehungslager" geschickt. Mao verhängt erneut die Zensur.
(http://www.knerger.de/Erlaeuterungen/hauptteil_erlaeuterungen.html#grossersprung)

400.000 bis 700.000 fachlich geschultes Personal wird entlassen und als "Rechte" oder "Volksfeinde" abgestempelt. Mao lässt seinen eigenen Staat quasi "enthaupten" (Fairbank, S.193).

Es treten etwas jüngere Journalisten und Schriftsteller an die Stelle der Entlassenen. Sie fühlen sich dem sino-liberalen Erbe der Entlassenen verpflichtet (Fairbank, S.306).

Die harten Repressions- und Disziplinierungsmassnahmen dauern bis ins Frühjahr 1958 an. Jede Opposition wird erstickt (Haydt u.a., S.61).

Die Machtübernahme der Bauern bei den Parteikadern - die zu erwartende Rache an den Intellektuellen
Die Revolution zerstört alle liberalen Elemente in der KPCh:
-- Kader bäuerlicher Herkunft übernehmen die Machtpositionen
-- die bäuerlichen Kader haben aber keine Ahnung von der Aussenwelt, sind fremdenfeindlich und lehnen die Intelligenz ab
-- die Gefühle der Bauern sind auf Rache gegen die Intelligenz aus, um die jahrtausendelange Bauernunterdrückung zu rächen
-- Bildung ist für die Bauernkader zweitrangig und Modernisierung unwichtig (Fairbank, S.205).

So wird die fanatische Rache und Zerstörung möglich gemacht. Das politische Leben im "Neuen China" sinkt auf ein rohes, bäuerliches Niveau (Fairbank, S.295).

[Mao macht staatlichen Harakiri, um seine Dummheit zu retten und füllt damit wieder seinen Gulag auf. So hat es Stalin doch auch schon getan. Mao lernt nichts dazu, und die Kader positionieren sich frontal gegen die Journalisten und Schriftsteller. Mit den bäuerlichen Kadern, die grossenteils kaum politische Erfahrung haben, geht China der Katastrophe entgegen].

Beispiele von Verhafteten
Chien Tuan-Sheng: Absolvent in Harvard, Buchautor, in den 1930er Jahren übte er furchtlose Kritik an der KMT, wird 1938 Vorsitzender des faktisch machtlosen kommunistischen Ausschusses des Politischen Volksrats, führt 1938-1945 als Politikwissenschaftler die Studenten an der Vereinigten Südwestuniversität gegen das Chiang-Regime, lebt dabei ärmlich auf dem Bauernhof, wird ab 1949 von der KPCh als Aushängeschild missbraucht, führt Auslandsdelegationen des "Neuen China" an, wird Leiter eines juristischen Kollegs zur Ausbildung von Beamten und wird ab diesem Zeitpunkt von vorgesetzten KPCh-Kommissaren terrorisiert, die weder von Politik noch vom Ausland eine Ahnung haben. Chien Tuan-Sheng kritisiert 1957 die "Gängelung der Universätitsarbeit durch Ignoranten" und wird wegen "Rechtsabweichung" angeklagt, bleibt 22 Jahre ohne Wirkungsstätte meist unter Hausarrest auf einem Bauernhof. Die Rehabilitation erfolgt erst 1979. Mit 80 Jahren und nach der 20-jährigen Schaffenspause ist er aber nicht mehr auf der Höhe der Zeit und nicht mehr zu Tätigkeiten im ursprünglichen Bereich fähig (Fairbank, S.293).

Liu Tsun-Chi: Journalist, im Zweiten Weltkrieg Leiter der chinesischen Abteilung für Propaganda im "amerikanischen" Kriegsministerium (OSS), dann KPCh-Mitglied mit sino-liberaler Einstellung. Er wird 1957 als zu fremdenfreundlich klassifiziert und muss 20 Jahre ins Gefängnis. Nach der Rehabilitation Ende der 1970er Jahre wir Liu Tsun-Chi Redakteur der englischsprachigen Zeitung "China Daily", die den kritischen Journalismus in Peking einführt (Fairbank, S.294).

Yang Kang: Die Journalistin und stellvertretende Chefredakteurin der "Volkszeitung" in Peking wird wegen eines "Amerika"-Aufenthalts 1946-1947 und wegen des zu liberalen Stils ihrer Zeitung verhaftet. Da sie ihr ganzes Leben für das Volk und gegen die Machenschaften der KMT geschrieben hat, damit sich die Situation der Bevölkerung verbessere, bricht für sie 1957 eine Welt zusammen und sie macht Selbstmord (Fairbank, S.294).

15.10.1957
"SU"-Peking: "Vertrag über neue Technik für die nationale Verteidigung"
Die "SU" sichert China technische Hilfe beim Bau eigener Atomwaffen zu (Haydt u.a., S.61).

2.11.1957
Mao in Moskau beim Jubiläum der Oktoberrevolution - Frust für Mao
Moskau hält eine Konferenz kommunistischer Parteien ab (Haydt u.a., S.62).

In Moskau muss Mao von Chruschtschow anhören, dass die Sowjetunion in 15 Jahren die "USA" bei der Güterproduktion überholen werden.
(http://www.mindground.net/glp.html; MacFarquhar, Roderick, Timothy Cheek, and Eugene Wu, Hrsg.:   The Secret Speeches of Chairman Mao: From the Hundred Flowers to the Great Leap Forward.  Cambridge: Harvard UP, 1989, S.14)

Mao will seit der Kritik der "100 Blumen" Kritik nie mehr zur Kenntnis nehmen. Er kämpft nur noch mit Hetze und "Revolutionsgeist" um seine Herrschaft gegen alle andern.

Während seines Moskau-Besuchs zur 40-Jahrfeier der SU (Fairbank, S.310) behauptet er, die chinesisch-kommunistische Revolution sei der russischen Revolution überlegen, und die chinesische kulturelle Tradition mit ihrer langen Geschichte sei wichtiger als die Sowjetlehre (Fairbank, S.304).

Mao widerspricht dem Moskauer Kurs der "friedlichen Koexistenz". Er schätzt Atomkriege und den Parlamentarismus anders ein als Moskau (Haydt u.a., S.62).

4.11.1957
Mao in Moskau: Mao prophezeit in Moskau den Sieg des Ostwindes über den Westwind - Sputnik

Mao stellt die Führungsrolle der "SU" im sozialistischen Lager heraus und verkündet angesichts der sowjetischen Weltraumerfolge die These, "dass der Ostwind über den Westwind die Oberhand gewonnen" habe (Haydt u.a., S.62).

In öffentlichen Reden propagiert Mao die Überlegenheit des Kommunismus gegenüber dem Kapitalismus. Der Satellit Sputnik habe gezeigt, dass der Ostwind stärker sei als der Westwind, und die Tage des imperialistischen Kapitalismus seien gezählt (Fairbank, S.310). Mao an der Moskauer Universität:

"Der Ostwind trägt den Sieg über den Westwind davon,
das heisst, die Kraft des Sozialismus ist grösser
als die Kraft des Imperialismus." (North, S.202)

In einer Vereinbarung wird technischer Austausch und sowjetische Hilfe für Chinas Atombombenbau festgelegt (Fairbank, S.310).

Russische Kultur in China
Die chinesische Intelligenz orientiert sich inzwischen völlig an Russland, und der Sputnik verbreitet Siegeseuphorie. Russische Kunst, Literatur und Architektur finden in China grosse Nachahmung (Fairbank, S.311).

ab 10.11.1957 ca.
Peking-China: Mao entwirft ein Wirtschaftsprogramm des "Wahnsinns" als "Grosser Sprung nach vorn"
(http://www.mindground.net/glp.html; MacFarquhar, Roderick, Timothy Cheek, and Eugene Wu, Hrsg.:   The Secret Speeches of Chairman Mao: From the Hundred Flowers to the Great Leap Forward.  Cambridge: Harvard UP, 1989, S.14)

Nach der Rückkehr nach China beginnt Mao, eine wahnsinnige Wirtschaftsplanung aufzusetzen mit Zielen, die zum Vornherein übermotiviert und unerreichbar sind.
(http://www.mindground.net/glp.html)

Mao stellt die Unterschiede zwischen China und der Sowjetunion fest und meint, er müsse eine eigene "Wirtschaftspolitik" betreiben:
-- Chinas Bevölkerung ist 4 mal so gross wie die Bevölkerung der Sowjetunion
-- Chinas Lebensstandard ist nur halb so hoch wie der Lebensstandard der Sowjetunion um 1920 (Fairbank, S.298).

Mao glaubt an aussergewöhnliche Massnahmen, denn:
-- die Erträge der Landwirtschaft steigen trotz der Einrichtung der Produktionsgenossenschaft nicht wesentlich an
-- die Landwirtschaft scheint überlastet, denn sie trägt weiterhin die einzige Steuerlast und finanziert damit die Industrie und die wachsenden städtischen Zentren gleichzeitig.

Dabei machen die Investitionen in die Schwerindustrie 48% aus (Fairbank, S.298).

[Daneben betreibt Mao die Atombombenforschung...]

Der falsche "Sprung" - die nicht getroffenen Massnahmen
Gemäss Fairbank wären in dieser Situation folgende Wirtschaftsmassnahmen richtig:
-- die Einschränkung der Schwerindustrie
-- die vermehrte Förderung der Leichtindustrie zur Erzeugung von Verbrauchsgütern
-- durch die Verbrauchsgüter der Leichtindustrie würden in den Familien und auf den Höfen neue Kräfte freigesetzt, die wiederum ein Wirtschaftswachstum und mehr Wohlstand ermöglichen würden (Fairbank, S.298).

Mao will aber den schnellen Fortschritt und überredet seine Kollegen
-- zur Umgestaltung der Landwirtschaft und behauptet, durch massive Arbeitsorganisationen könnte die Erzeugung gesteigert werden
-- entscheidend sei dabei wie immer die "revolutionäre Entschlossenheit", der ideologische Eifer und die Opferbereitschaft (Fairbank, S.299).

Mao will beim "Grossen Sprung nach vorn" auf das Mittel der Massenkampagne der Yenan-Zeit zurückgreifen, organisiert durch Geheimdienste und Massenmedien. Die als "Massenlinie" definierten Aktionen sind gemäss Fairbank wahrscheinlich alle total gesteuert (Fairbank, S.301).

[Mao liebt es, die Bevölkerung zu manipulieren, statt sich selbst ökonomisch weiterzubilden...]

De facto verschlechtert Mao aber die Arbeitsbedingungen: Die Zwangsarbeit reduziert den materiellen Anreiz für jeden Einzelnen (Fairbank, S.298). Mao und die Führung der KPCh scheinen in romantischen Gedanken völlig von der Realität abgehoben. Den Geist in der Wirtschaft als den wichtigsten Faktor zu erklären ist völlig irreal (Fairbank, S.298-299), ebenso der Gedanke, dass eine blosse Zusammenlegung von Arbeitskräften mehr Leistung erbringen würde (Fairbank, S.299).

Die KPCh-Führung denkt immer mit dem "Langen Marsch" im Hintergrund und erwartet die Wiederholung von Wundern durch Arbeitskampfaktionen. Dabei vergisst die KPCh jegliche Effizienz (Fairbank, S.299).

Ende 1957
Die statistisch positive Bilanz des ersten Fünfjahresplans 1951 bis 1956
Das Nationaleinkommen ist seit 1953 jährlich um 8,9% gestiegen, die landwirtschaftliche Produktion um 3,8% jährlich, und die Bevölkerung um 2,4% jährlich. Die Lebenserwartung ist von 36 (1950) auf 57 Jahre (1957) gestiegen [wahrscheinlich vor allem durch Hygienemassnahmen]. Der Anteil der Volksschüler ist von 25% (1950) auf 50% gestiegen (1957). Die ländlichen Löhne sind in diesem Zeitraum um knapp 1/3 gewachsen, die landwirtschaftlichen Löhne um 20% (Fairbank, S.285).


Mao bereitet einen "Grossen Sprung nach vorn" vor. Der Bauernstaat unter der Leitung des Extremisten Mao wird zum Holocaust-Staat in Friedenszeiten...






Bildernachweis

Mao und Chiang Kai-Shek 1945
-- Mao und Chiang Kai-Shek trinken 1945 auf den Sieg gegen Japan:
http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War
-- Karte: Die territorialen Voraussetzungen Chinas 1946: http://www.zum.de/whkmla/histatlas/china/haxchina.html
-- Karte: China 1945-1949: Kommunistische Ausdehnung:
http://iao.ish-lyon.cnrs.fr/francais/Henriot/AKQWeb/Mapjpeg/MpCivWar.jpeg
-- Vorschusslorbeeren für Extremist Chiang Kai-Shek in Time vom 3.9.1945:
http://www.watchingamerica.com/thechinapost000002.html

Übergabe Taiwans an die Kuomintang
-- Ando Rikichi unterschreibt Japans Kapitulation auf Taiwan am 25.10.1945:
http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm
-- Taiwan: Übergabe der Kapitulation von Ando Rikichi an Chen Yi:
http://www.taipeitimes.com/News/News/photo/2001/02/25/0000015627
http://www.taipeitimes.com/News/archives/2001/02/25/0000075184
-- Taiwan-Studenten empfangen am Hafen Keelung KMT-Soldaten, Oktober 1945:
http://www.taipeitimes.com/News/News/photo/2001/02/25/0000015628
http://www.taipeitimes.com/News/archives/2001/02/25/0000075184
-- Taiwan / Formosa: Reiswirtschaft mit Wasserbüffel auf Briefmarke 1945:
http://chch.idv.tw/MCdata/MClistin.php3?mc_id=7967309982
-- Parteiflagge der Kuomintang auf Taiwan:
http://www.kmt.org.tw/
-- Flagge der Kuomintang, ab 1949 die Flagge von Taiwan-China:
http://www.arthistoryclub.com/art_history/History_of_the_Republic_of_China

Truman und Marshall in China
-- Truman, Portrait 1945:
http://de.wikipedia.org/wiki/Harry_S._Truman
-- George Catlett Marshall, Portrait 1947:
http://geschichtsverein-koengen.de/DtTeilung.htm

Taiwan-Ausbeutung 1946 - Taiwan-Aufstand 1947 - Shanghai 1947 - Wedemeyer
-- Washington Daily News 21.3.1946: Schlagzeile über chinesische Ausbeutung auf Taiwan:
http://www.taipeitimes.com/News/local/photo/1999/12/31/0000003557
-- Karte: Position der Stadt Changchun, Provinz Jilin:
http://www.maps-of-china.com/jilin-s-ow.shtml
-- Lin Biao, Portrait:
http://www.indiana.edu/~e232/Time2.html
-- Taiwan: Demonstration in Taipei gegen das KMT-Gesetz 28.2.1947:
http://www.taipeitimes.com/News/News/photo/2001/02/25/0000015630
http://www.taipeitimes.com/News/archives/2001/02/25/0000075184
-- Taiwan-Aufstand vom 28. Februar und die Niederschlagung am 8. März 1947: Holzschnitt:
http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm
-- Shanghai März 1947: Dokumente tragen noch die Fahne von National-China:
http://www181.pair.com/otsw/cprv-gallery.html
-- "US"-General Albert C. Wedemeyer:
http://www.ibiblio.org/hyperwar/USA/USA-Victory/
http://www.ibiblio.org/hyperwar/USA/USA-Victory/img/USA-Victory-frt.jpg

Maos Besetzungen 1947-1962 - Frontlinien-Komitee
-- Karte: Volksrepublik China: Besetzungen 1947-1962:
http://tibet.logic.at/TibetohneMythos/content/page03.html
-- Das Haupt-Frontlinien-Komitee: Von links: Su Yu, Deng, Liu Bocheng, Chen Yi and Tan Zhenlin:
http://www.cbw.com/asm/xpdeng/soldier.html
http://www.cbw.com/asm/xpdeng/p146-b.jpg

Chiang Kai-Sheks Rückzug nach Taiwan
-- Karte:  China 1948-1949: Fluchtbewegung der Nationalisten der KMT nach Taiwan:
http://news.bbc.co.uk/hi/english/static/in_depth/asia_pacific/2000/taiwan_elections2000/1949_1955.stm
-- Karte:  China 1946-1950: Besetzungen der KPChina unter Mao: Abfolge:
http://users.erols.com/mwhite28/chin-cw2.htm
-- Karte:  Taiwan / Formosa mit den Inseln Pescadores, Quemoy und Matsu:
http://www.zum.de/whkmla/histatlas/china/haxtaiwan.html
-- Generalissimo Chiang Kai-Shek muss sich mit ein paar Inseln begnügen...:
http://www.watchingamerica.com/thechinapost000002.html
-- China 1949: Rückzug der Nationalisten nach Taiwan:
http://news.bbc.co.uk/1/shared/spl/hi/asia_pac/04/taiwan_flashpoint/html/present_status.stm

Maos Sieg 1949 - Beginn des Personenkults
-- Shanghai Mai 1949: Einzug der Kommunisten: http://www.cbw.com/asm/xpdeng/soldier.html; http://www.cbw.com/asm/xpdeng/p150-b.jpg
-- Dictatore Chiang Kai-Shek mit Frau auf Formosa 1948-1955: http://www.historiasiglo20.org/IMAG/gf-1948-1955.htm; http://www.historiasiglo20.org/IMAG/10gf-1948-1955.htm
-- Mao Zedong ruft am 1.10.1949 die Volksrepublik China aus: http://www.historiasiglo20.org/IMAG/gf-1948-1955.htm
-- Fahne des kommunistischen Chinas ab 1949: http://www.rbvex.it/asiapag/cina.html
-- Maos Personenkult: Plakat mit Maos roter Sonne mit halbem Hitlergruss und Marscharmee:
http://www.historiasiglo20.org/IMAG/gf-1948-1955.htm; http://www.historiasiglo20.org/IMAG/05gf-1948-1955.htm
-- Maos Personenkult: Demonstration mit Mao-Fotos 1948-1955: http://www.historiasiglo20.org/IMAG/gf-1948-1955.htm;
http://www.historiasiglo20.org/IMAG/09gf-1948-1955.htm

Chiang Kai-Shek - Mao - Stalin 1949-1950
-- Rückzug von Generalissimo Chiang Kai-Shek nach Taiwan 8.12.1949: http://perso.wanadoo.fr/sanmartin/1940-1949/1949_-_Exil_de_Tchang_Kai-chek_le_08_decembre_1949_sur_l_ile_de_Taiwan.html
-- Mao-Stalin, Foto 1950: http://www.turnerlearning.com/cnn/coldwar/china/chna_dis.html
-- Personenkult von Mao und Stalin 1950 zusammen: Gemälde in Öl: http://flash.lakeheadu.ca/~kyu/E5411/E5411m.html

Koreakrieg 1950-1953
-- Picasso-Bild gegen den Koreakrieg: http://www.historiasiglo20.org/IMAG/gf-1948-1955.htm; http://www.historiasiglo20.org/IMAG/00gf-1948-1955.htm
-- Mao verkündet einen Appell an Volksfreiwillige nach Korea, Oktober 1950: http://www.paulnoll.com/Korea/War/Mao-call-to-arms.html
-- Volksfreiwillige aus Peking-China überqueren die Grenze zu Korea, 25.10.1950: http://www.webpages.uidaho.edu/~pzhu/YALU/Yalu.html
-- Karte:  Koreakrieg 1950-1953, Zeitablauf: http://timmer.org/HISTORY_17B/Links/Cold_war.htm
-- Mao, der angehende Massenmörder, auf dem Titelblatt von Time 11.12.1950: http://www.amazon.com/gp/product/B0002NR6Y8/103-0838288-3565455?n=284507

Mao-Propaganda - Ende des Koreakriegs
-- Befreundete Staaten Chinas, Propagandaplakat der 1950er Jahre: http://www.iisg.nl/~landsberger/ff.html
-- Empfang der Tibet-Delegation in Chongqing auf dem Weg nach Peking 1951:
http://www.cbw.com/asm/xpdeng/revolutionary.html; http://www.cbw.com/asm/xpdeng/p75-b.jpg
-- Plakat der Landreform 1952: Behauptung, dass die Landreform abgeschlossen sei: http://www.iisg.nl/~landsberger/tg.html
-- Deng, He Long und Zhu De an einem Sportsfest zum  25.Jahrestag der Volksbefreiungsarmee: http://www.cbw.com/asm/xpdeng/p157-b.jpg; http://www.cbw.com/asm/xpdeng/soldier.html
-- Korea 1955: Grenzschild am 38. Breitengrad als Grenze: http://www.historiasiglo20.org/IMAG/17gf-1948-1955.htm; http://www.historiasiglo20.org/IMAG/gf-1948-1955.htm

Mao-Propaganda - Indien-Besuch - Chang Kai-Shek 1954-1955
-- Plakat von Maos Personenkult 1954: Mao als Chef der Baustelle: http://www.iisg.nl/~landsberger/cult.html
-- Plakat von Maos Personenkult 1954: Maobild an der Stubenwand: http://www.iisg.nl/~landsberger/cult.html
-- Indienbesuch von Chou Enlai 1954, Propagandaplakat: http://www.iisg.nl/~landsberger/ff.html
-- Chang Kai-Shek auf dem Titelblatt von Time 18.4.1955: http://www.watchingamerica.com/thechinapost000002.html
-- Eisenhower: http://www.greensboro.com/sitins/timeline.htm

Mao-Propaganda für Kooperativen - Mao und die Lamas 1956
-- Plakat für Kooperativen in der Landwirtschaft 1956: http://www.iisg.nl/~landsberger/tg.html
-- Plakat zur Kooperativierung 1956: Kooperativen sind Grundlage zum Erfolg: http://www.iisg.nl/~landsberger/tg.html
-- Panchen Lama, Mao Zedong und Dalai Lama 1956: http://uk.encarta.msn.com/media_461544800_761567065_-1_1/Tibetan_Leaders_with_Mao_Zedong.html


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